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Loch gestopft: Der Landkreis Dillingen verabschiedet Millionenhaushalt

Eine große Baumaßnahme des Landkreises ist die Radwegunterführung unter der Staatsstraße bei Unterliezheim.
Foto: Karl Aumiller (Archivbild)
Landkreis Dillingen

Loch gestopft: Der Landkreis Dillingen verabschiedet Millionenhaushalt

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    Der Haushalt 2026 des Landkreises Dillingen ist verabschiedet. Die Beratungen waren zäh. Am Ende konnten sich die Kreisräte zu einer Kreisumlagenerhöhung von einem Prozentpunkt durchringen. Das ist die Abgabe, die die Kommunen an den Landkreis zahlen. Und dessen größter Einnahmeposten. Knapp 75 Millionen Euro sollen 2026 zusammenkommen. Die Gemeinden seien durch die Umlageerhöhung in der Erfüllung ihrer Aufgaben „nicht dauerhaft beeinträchtigt“, hatte die Kreisverwaltung in ihren Empfehlungen beschieden. Zuvor hatte es murrende Stimmen seitens mancher Rathauschefs gegeben. Man müsse am Ende das Geld über Beitragserhöhungen vom Bürger eintreiben, so der Tenor.

    Landrat Markus Müller hatte in seiner Haushaltsrede für die Verabschiedung des Haushalts geworben. Man spreche inzwischen nurmehr von einer Umlageerhöhung von einem Prozentpunkt. Der sei perspektivisch aber „eindeutig zu wenig“. „Wir handelten mit der Haushaltsaufstellung verantwortungsvoll“, so Müller vor dem Gremium. Alle Werkzeuge habe man genutzt. Man habe gespart und priorisiert, das Sondervermögen und Förderungen eingesetzt, Darlehen für Investitionen eingeplant. „Ich weiß, dass der Haushalt niemandem leichtfällt“, sagte Müller. „Auch mir nicht.“

    Der diesjährige Haushalt sei auch ihm nicht leicht gefallen, sagte Landrat Markus Müller in der Sitzung. Ob er in dieser Form genehmigt wird, ist noch nicht klar.
    Der diesjährige Haushalt sei auch ihm nicht leicht gefallen, sagte Landrat Markus Müller in der Sitzung. Ob er in dieser Form genehmigt wird, ist noch nicht klar. Foto: Christina Brummer

    Kann der Landkreis noch investieren?

    Die Ausgaben für Soziales, Personal und den Unterhalt von Gebäuden steigen. Der Verwaltungshaushalt, in dem die Fixkosten des Landkreises abgebildet werden, wird also immer aufgeblähter. Auch hier fließt viel Geld: knapp 148 Millionen Euro sind hier eingeplant. Investitionen sind im Vermögenshaushalt des Landkreises abgebildet. Knapp 35,3 Millionen Euro werden hier angesetzt. Enthalten sind dabei aber in diesem Jahr auch die 15 Millionen Euro, die der Landkreis aufnehmen muss, um die Klinik-Darlehen zurückzubezahlen. Dadurch wird die Investitionssumme etwas verfälscht. Die 15 Millionen sind der größte Einzelposten im Investitionshaushalt (Vermögenshaushalt) in diesem Jahr.

    Für den Erwerb von Gegenständen und Grundstücken sind rund zwei Millionen Euro eingeplant, für Baumaßnahmen an Schulen, Schwimmhallen, und Co. werden knapp 4,8 Millionen Euro ausgegeben. Der Straßenbau schlägt mit 7,9 Millionen Euro zu Buche. Für Investitionen erhält der Landkreis auch wieder eine nicht unbedeutende Summe an Zuschüssen: 3,2 Millionen Euro fallen hier an. Eingerechnet ist Geld aus dem sogenannten Sondervermögen des Bundes, ohne das der Landkreis seine Rücklagen stärker hätte angreifen müssen. 4,45 Millionen Euro erhält der Landkreis aus dem Schuldentopf des Bundes, 2,14 Millionen sollen in diesem Jahr ausgegeben werden.

    Welche Investitionen stehen an?

    • Die Anton-Rauch-Realschule soll umgebaut werden. Dafür wird zunächst einmal ein Erweiterungsbau geplant. Die anfallenden Kosten sollen 2026 aus dem Sondervermögen finanziert werden (400.000 Euro)
    • An der Realschule Lauingen sind 176.000 Euro etwa für die Erneuerung der Jalousien, den Zaun der Freisportanlage und die Erneuerung der Warmwasserbereitung der Turnhalle vorgesehen.
    • Am Sailer-Gymnasium soll der Turnhallenboden ausgetauscht werden. Auch diese Kosten (110.000 Euro) sollen aus dem Sondervermögen genommen werden.
    • Das Wertinger Gymnasium kann sich über eine Erneuerung der Turnhallendecke freuen. Auch hier kommt das Geld aus dem Sondervermögen. (230.000 Euro)
    • Das Albertus-Gymnasium in Lauingen wird erweitert. In diesem Jahr fallen dafür Kosten in Höhe von rund 200.000 Euro an, die ebenfalls aus dem Sondertopf des Bundes stammen.
    • An den Berufsschulen in Lauingen und Höchstädt sind Brandschutzmaßnahmen nötig. Auch die werden aus dem Sondervermögen (jeweils 300.000 Euro) bezahlt. In Lauingen fließt unter anderem Geld in die Sanierung der Übungshallen für die Straßenbauer.
    • Das Lauinger Schülerheim wird mit 600.000 Euro aus dem Sondervermögen (Fassadensanierung) aufgehübscht.
    • Die Technikerschule erhält einen neuen Ausbildungszweig und benötigt dafür eine neue Ausstattung. Dafür sind in diesem Jahr 100.000 Euro vorgesehen.
    • Für den Straßenbau sind Investitionen in Höhe von rund 7,8 Millionen Euro vorgesehen. Abzüglich der Förderungen, Beteiligungen und Co. durch Freistaat, Gemeinden und andere verbleiben Ausgaben in Höhe von 625.000 Euro beim Landkreis. Die größten Projekte sind dabei der Bau der Radwegunterführung bei Unterliezheim (1,6 Mio., siehe Foto) und die Kreisstraße zwischen Lauingen und Frauenriedhausen (5 Mio.) und der Radweg zwischen Lauingen und Zöschlingsweiler (600.000 Euro).
    • Der Kreisbauhof erhält für 250.000 Euro zwei neue Salzsilos, zudem wird die alte Salzhalle abgerissen.

    Wo wurde gekürzt?

    Der Kämmerer und sein Team haben viel gerechnet. Manche Einnahmen seien bereits so geplant, dass man nicht wisse, ob sie 2026 überhaupt kämen, erklärte Bundschuh. Einige Baumaßnahmen, die man als nicht zu dringend eingestuft hat, sind zudem auf die kommenden Jahre verschoben worden. So beispielsweise die Erneuerung der Beleuchtung in der Gundelfinger Kreissporthalle oder die Erneuerung der Lichtkuppeln in der Turnhalle des Albertus-Gymnasiums.

    Welche Ausgaben lassen sich kaum vermeiden?

    • Die Ausgaben für die Jugendhilfe, etwa für die Betreuung von Kindern mit Behinderung, sind von rund 2,4 Millionen Euro im Jahr 2000 auf 11,4 Millionen Euro im vergangenen Jahr angewachsen. Etwa 95 Prozent dieser Leistungen sind nach Auskunft des Jugendamtes mit Rechtsansprüchen der Antragsteller verbunden. Und damit für das Landratsamt kaum abzulehnen.
    • Auch die Demokratie ist nicht umsonst. 276.000 Euro hat der Landkreis für die diesjährigen Kommunalwahlen eingeplant.
    • Auch 2026 müssen die Kreiskliniken wieder mit insgesamt zehn Millionen Euro gestützt werden. Durch das Insolvenzverfahren konnte der Betrag, den der Landkreis an die Kliniken zahlt, verringert werden. Ihn nicht mehr zu gewähren, wäre aber kaum möglich. Sonst wäre das Verfahren umsonst gewesen.
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