Fußball-Nachlese

04.04.2018

Die richtige Reaktion gezeigt

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Nur noch mit einem unfairen Halten wusste sich hier Wortelstettens Tobias Binswanger im Zweikampf mit Peter Ziegler vom FC Pfaffenhofen-Untere Zusam zu helfen.
Bild: Roland Stoll

TSV Wertingen und TSV Unterthürheim stecken Niederlagen schnell weg

Beim TSV Meitingen wird gerechnet. Nach vier Punkten am Osterwochenende gegen die zweiten Mannschaften des TSV Rain (2:2) und TSV Nördlingen (4:0) können die Lechtaler vermutlich nur noch dann ins Aufstiegsrennen der Bezirksliga Nord eingreifen, wenn es am kommenden Samstag beim Tabellenzweiten VfR Neuburg einen Auswärtssieg gibt. Ist’s nicht der Fall, können die Lechtaler den Aufstieg in die Landesliga wohl abhaken. Ein Derby beispielsweise gegen den FC Gundelfingen muss dann halt weiter warten.

Für die Gundelfinger selbst hätte das Osterwochenende kaum schlechter laufen können. Am Karsamstag unterlagen die Landesliga-Kicker beim TSV Gilching mit 0:4 und stecken nun mittendrin im Abstiegskampf. „Der Vorsprung ist fast aufgebraucht, jetzt muss wirklich jedem der Ernst der Lage klar sein“, meinte Trainer Karlheinz Schabel nach dem Schlusspfiff. Und als schmerze die sportliche Misere nicht schon genug, platzte am Ostersonntag die nächste „Bombe“. Joachim Dewein, Coach der A-Junioren und für die neue Saison als Trainer des Landesliga-Teams eingeplant, schmiss mit sofortiger Wirkung hin. Dewein krempelt sein Privatleben komplett um, das betrifft nun auch den FCG. „Joachims Arbeit und Erfolge in den vergangenen vier Jahren sind nicht vergessen“, betont der geschäftsführende Abteilungsleiter Christian Renner, „doch uns trifft es hart. Die Enttäuschung ist sowohl bei uns Verantwortlichen wie auch bei den Spielern riesengroß.“ Jetzt geht beim FCG die Trainersuche schon wieder los, nachdem seit dem Abschied von Stefan Anderl im Mai 2017 ein reges Kommen und Gehen ist. Zur Erinnerung: Anderls geplanter Nachfolger Benjamin Götz sprang kurzfristig ab, dann blieb Francisco Copado nur neun Spiele, Stefan Kerle übernahm bis zum Frühjahr, um dann von Schabel abgelöst zu werden. Schabel wiederum zog im März aus gesundheitlichen Gründen seine Zusage für die Saison 2018/19 zurück – und nun warf Dewein alles hin.

Licht und Schatten, oder besser Schatten und Licht, hatte das Osterwochenende für den TSV Wertingen. Gerade erst hatte der TSV die Tabellenführung in der Kreisliga Nord übernommen gehabt, war er sie am Samstag auch schon wieder los. Dabei sah es im Duell beim FC Maihingen zunächst mehr als gut aus. Mit 2:0 lagen die Zusamstädter vorne, und verloren mit 2:3. Woran das lag? „Keine Ahnung“, sagte Sportlicher Leiter Fritz Bühringer. Man merkte ihm nach Spielschluss die Fassungslosigkeit an, die Mannschaft hatte keine wirklichen Fehler gemacht, nicht den Faden verloren, er konnte keine Erklärung finden. Am Montag nun hat der TSV beim TSV Hainsfarth sicher und locker mit 3:0 gewonnen. „Zurück in die Spur“, sagt Bühringer. „Wir haben eine Reaktion gezeigt, das war notwendig und gut“, sagt er. Doch im Kampf um die Tabellenführung und um den direkten Aufstieg wird es mit Holzkirchen halt wieder eng.

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Nach dem Sieg am Montag ist Bühringer nicht nur mit der Leistung der Kreisliga-Mannschaft zufrieden, die beiden Auftritte der „1B“, der Kreisklassen-Truppe, lobt er auch. Dem Tabellenführer aus Kicklingen hat die Truppe von Trainer Fabian Knötzinger am Samstag ein 1:1 abgetrotzt, am Montag gelang durch einen Doppelpack von Matthis Korn ein 2:0-Sieg bei der Zweitvertretung des BC Schretzheim. „Wir haben gegen Kicklingen taktisch gut gespielt, haben uns das Unentschieden auch verdient“, sagt Spielertrainer Knötzinger. Und das, obwohl man auf einige Spieler verzichten musste, A-Jugend-Spieler halfen aus. „Das sind gute Kicker“, lobt der Coach. Vor zwei Wochen hatte der TSV bereits gegen Aufstiegsaspirant Binswangen einen Punkt eingefahren, gegen die oberen der Tabelle klappt es gut. „Das scheint uns zu liegen, da müssen wir das Spiel nicht so machen“, meint der Trainer. Der Abstand nach hinten beträgt mittlerweile elf Punkte, mit dem Abstieg scheint die Wertinger „Zweite“ nichts mehr zu tun zu haben. Doch da grätscht der Coach dazwischen: „Ich habe schon so viel mitgemacht im Fußball, sechs Punkte sollten wir noch holen, dann ist es gut.“

Wie gewonnen, so zerronnen. So noch das Fazit am Karsamstag. Vergangenes Wochenende hatte der TSV Unterthürheim noch den Kreisliga-Tabellenführer SV Holzkirchen gestürzt, verlor dann am Samstag in doppelter Unterzahl mit 0:2 gegen die SSV Höchstädt. Mehr war drin, die Platzverweise taten aber auch ihr Übriges. Kurzfristig war Unterthürheim auch auf einen Abstiegsplatz abgerutscht, richtete das aber am Ostermontag in beeindruckender Art und Weise. Mit 5:1 gewann der TSV gegen Schlusslicht TSV Wemding, und das personell schwer geschwächt. Martin Höchstötter fehlte rot-gesperrt, Andrzei Bokla war übers Osterwochenende auch nicht da, drei weitere Spieler fehlen schon länger. Und dann gesellte sich vor Anpfiff auch noch der Trainer Christoph Wirth zu den Verletzten, konnte nicht spielen. Rainer Mattes und Oliver Hirn spielten angeschlagen und spielten durch. Doch gegen Wemding entwickelte sich eine „Alex-Show“. Alex Lechner legte das 1:0 auf Alex Baur auf, das 2:0 erzielte Alex Baur, beim 3:0 war Alex Lechner wieder Vorlagengeber, beim 4:0 wurde Alex Lechner gefoult und Alex Rigel traf per Elfmeter. Nur das 5:1 war ohne Alex-Beteiligung. Das war aber auch ein Eigentor. Mit sechs Punkten aus drei Spielen nach der Winterpause ist man im Lager des TSV Unterthürheim nicht ganz im Zielbereich, sieben waren das Ziel. „Wobei das auch sehr optimistisch war“, gibt Abteilungsleiter Stefan Mayershofer zu. Denn dass gegen Holzkirchen was rausspringt, war nicht zu erwarten. Und aus der Vergangenheit weiß man auch, dass Unterthürheim eher schleppend aus der Pause kommt. „Wir sind zufrieden“, sagt Mayershofer dann lachend.

Unterthürheims Samstag-Gegner SSVHöchstädt freut sich derweil, seinen neuen Trainer für die kommende Saison präsentieren zu können. Nachfolger des zum Rundenende ausscheidenden MarkusZengerle wird der 31-jährige studierte Sportmanager und Sportjournalist ÜmitTosun. Abteilungsleiter RainerWanek sowie den beiden sportlichen Leitern ThomasKorittke und JohannesEbermayer war es wichtig, einen Spielertrainer zu verpflichten, der der extrem jungen SSV-Mannschaft auch auf dem Feld Sicherheit und Stärke geben kann. Wanek: „Ümit wird seine tolle fußballerische Ausbildung in Heidenheim und beim VfRAalen sowie seine Erfahrungen als Spielertrainer beim TSVAlbeck und dem SVWesterheim bei uns einbringen.“

Im Niemandsland der A-Klasse West III hält sich der FC Osterbuch derzeit auf. Mit Rang acht und 25 Pluspunkten tummelt man sich im Mittelfeld der Tabelle. Vielleicht mit ein Grund, warum die Mannschaft am Ostermontag mit wenig Motivation in die Partie gegen Gast Mörslingen ging und prompt mit 1:2 eine Niederlage kassierte. Eine Woche davor düpierte der FCO Titelaspirant SV Roggden mit 1:0. Die Niederlage gegen Mörslingen war natürlich Trainer Achim Kraus sauer aufgestoßen: „Wir haben zu keiner Zeit Druck auf den Gegner aufbauen können.“ Für den späten Anschlusstreffer wurde Achim Kraus vom Schiri namentlich als Torschütze benannt, doch der spielende FCO-Coach wollte sich nicht mit fremden Federn schmücken: „Ja, die Flanke ging von mir aus, aber das Tor habe ich nicht geschossen.“ Dann fragte er noch bei seinen Mitspielern nach, die ihm bestätigten, dass es ein Eigentor von Mörslingen war. (her/dolls/wab/dirg)

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