TSV Gersthofen

26.02.2018

Ein alter Bekannter übernimmt

Gerhard Hildmann

Auf der Trainerbank des TSV Gersthofen herrschte Hochbetrieb, jetzt kommt Gerhard Hildmann.

Der Fachmann staunt und der Laie wundert sich. Während der Winterpause ging es auf der Trainerbank des TSV Gersthofen zu wie an der Haltestelle Oberhausen Nord. Es herrschte ein ständiges Kommen und Gehen. Wenn die Fußballer des Spitzenreiters der Bezirksliga Nord am heutigen Montag zum Training erscheinen, werden sie erneut von einem neuen Chefanweiser erwartet. Gerhard Hildmann wird dann erstmals auf dem Platz stehen.

Der 52-Jährige aus Stettenhofen soll bis Saisonende die Kommandos geben und die „Mission Aufstieg“ zu Ende bringen. Dies hatten Abteilungsleiter Klaus Assum und sein Stellvertreter Ulf Haas der Mannschaft am Freitagabend mitgeteilt. „Es klingt wie ein Running Gag, aber es ist halt einfach so“, kommentiert Assum die jüngsten Ereignisse.

Der Reihe nach: Nach dem letzten Spiel des Jahres 2017 hatte sich völlig überraschend der bisherige Erfolgstrainer Eddi Keil verabschiedet. Der Vater von einjährigen Zwillingen, der inzwischen als Spieler im Kader des Kreisligisten TSV Pöttmes steht, will sich mehr seiner Familie widmen. Den Job des Chefcoaches sollte der bisherige Co-Trainer Andreas Stieglitz übernehmen. Der 28-Jährige, der zuvor die A-Junioren des Vereins trainiert hatte, war dafür nicht nur bis zum Ende dieser Saison, sondern auch darüber hinaus vorgesehen. Doch Stieglitz erteilte den langfristigen Plänen des TSV schon bald aus persönlichen und beruflichen Gründen eine Absage. So wurde für die kommende Saison das Spielertrainer-Duo Florian Fischer/Mario Schmid verpflichtet. Derzeit trainieren die beiden Ex-Profis noch den Ligakonkurrenten VfL Ecknach. Dies alles geschah noch während der laufenden Hallenrunde, bei der Co-Trainer Roman Artes die Kommandos gab.

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Als nun die Vorbereitung auf die Restsaison begann, musste sich Andreas Stieglitz gänzlich abmelden. Rückenprobleme, die den beim FC Augsburg ausgebildeten Abwehrspieler bereits zur frühen Beendigung seiner aktiven Laufbahn zwangen, machten sich wieder bemerkbar und ließen eine Arbeit auf dem Platz nicht zu. Aus der zweiten Mannschaft, die in der A-Klasse spielt, wurde Hanna Toksoy in den Trainerstab der Bezirksliga-Mannschaft befördert. Er gab zuletzt auch bei den Testspielen die Kommandos. Seit der vergangenen Woche steht nun fest: Stieglitz muss sich einer Operation an der Bandscheibe unterziehen, anschließend steht eine längere Reha an. „Die Gesundheit geht vor“, zeigt Klaus Assum Verständnis, „wir wünschen Andi Stieglitz eine möglichst schnelle Genesung.“

Bis Stieglitz jedoch wieder auf dem Platz stehen kann, dürfte die Saison vorbei sein. Nachdem Co-Trainer Roman Artes auch noch als Torhüter beim FC Affing zugange ist und mit dem Ost-Kreisligisten um den Aufstieg in die Bezirksliga kämpft, sahen die Verantwortlichen also Handlungsbedarf. Mit der Verpflichtung von Gerhard Hildmann ist ein Coup gelungen. „Ich habe nichts gesucht und es gibt nur zwei Vereine, für die ich meinen Trainer-Ruhestand unterbrechen würde“, sagt Hildmann und nennt den TSV Gersthofen und die SSV Dillingen, bei der er schon vor der Winterpause für vier Spiele ausgeholfen hatte. Die befristete Tätigkeit in Gersthofen hält er für eine sehr interessante Aufgabe.

„Er ist die optimale Lösung. Er hat Zeit und kennt das Umfeld in Gersthofen“, freut sich Klaus Assum, dass der erfahrene Coach sofort zugesagt hat. Hildmann hat sowohl Gersthofen- als auch Aufstiegserfahrung. Er war bereits von 2010 bis 2012 unter dem Zeltdach der Abenstein-Arena tätig. Als Co-Trainer unter Robert Walch war er maßgeblich am Aufstieg in die Bayernliga beteiligt. Dort fungierte er später dann auch als Chefcoach. Zuletzt stand der langjährige Scout von Borussia Dortmund beim TSV Neusäß auf der Kommandobrücke.

Jetzt soll Hildmann in Gersthofen dafür sorgen, dass man die Tabellenspitze nicht mehr abgeben muss. Dass sich die Unruhe auf der Trainerbank auf die Leistungen auswirkt, kann sich Klaus Assum nicht vorstellen: „Die Mannschaft hat Charakter und will den Aufstieg um jeden Preis“, berichtet der TSV-Fußball-Boss. „Die Jungs sind richtig heiß darauf, es dem alten Trainer-Hasen zu zeigen.“

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