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07.07.2010

Ein "vorzüglicher Musikkomponist" aus Pfaffenhofen

Beginn des "Commune Missarum" von Johann Ulrich Mayrhofer. Es handelt sich um die einzig bekannte Handschrift des Komponisten (Pfarrarchiv Pfaffenhofen). In der Karikatur des großen C hat sich Mayrhofer vermutlich selbst gezeichnet.
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Beginn des "Commune Missarum" von Johann Ulrich Mayrhofer. Es handelt sich um die einzig bekannte Handschrift des Komponisten (Pfarrarchiv Pfaffenhofen). In der Karikatur des großen C hat sich Mayrhofer vermutlich selbst gezeichnet.

Pfaffenhofen Die "Deutsche Advent-Messe" zählt zum Standardrepertoire vieler Kirchenchöre. In der Weihnachtszeit wird sie vielerorts aufgeführt. Ihr Komponist feiert heute seinen 200. Geburtstag: Am 8. Juli 1810 kam Johann Ulrich Mayrhofer im Schulhaus von Pfaffenhofen an der Zusam unweit der Kirche (heute: Am Brunnenkiel 29) zur Welt.

Vater kam aus Zusamaltheim

Sein aus Zusamaltheim gebürtiger Vater Joseph Mayrhofer war in Pfaffenhofen als Mesner und Schulmeister tätig. Nach dem Theologiestudium wurde Johann Ulrich Mayrhofer 1835 zum Priester geweiht. Anschließend war er als Pfarrvikar in Biburg und als Kaplan in Oberndorf und Augsburg (St. Georg) tätig.

Baupfarrer

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Seine erste eigene Pfarrstelle trat er 1840 in der Pfarrei St. Michael in Pfersee an. 1849 wurde er nach Waldstetten (bei Ichenhausen) versetzt. In der Günztalgemeinde machte er sich als "Baupfarrer" einen Namen: Kurz nach seinem Amtsantritt musste die baufällige Pfarrkirche St. Martin gesperrt und kurze Zeit später abgerissen werden. Unter der Regie von Pfarrer Mayrhofer entstand 1852/53 die neuromanische Pfarrkirche, deren künstlerische Ausgestaltung im Wesentlichen nach seinen Vorschlägen durchgeführt wurde.

Viele Lebensjahre waren Mayrhofer nicht vergönnt. 1838 hatte er sich im Augsburger Militärhospital mit den Blattern angesteckt. Von dieser Krankheit erholte er sich nie mehr richtig. Johann Ulrich Mayrhofer starb am 21. April 1857, noch nicht einmal 47 Jahre alt. Sein Freund und Nachfolger als Pfarrer in Waldstetten (ab 1879) Johann Georg Meyerle würdigt ihn in einer Chronik als "Perle aller Pfarrer in Waldstetten".

Sein musikalisches Werk macht ihn bis in die heutige Zeit unvergessen. Meyerle nennt ihn einen "vorzüglichen Musikcompositeur" und einen "Virtuosen im Orgelspiel". Wegen seiner angegriffenen Gesundheit musste Mayrhofer die Berufung zum Augsburger Domkapellmeister ablehnen.

Der Lauterbacher Chorleiter und Organist Wolfgang Zahn, der wohl beste Mayrhofer-Kenner, hat in mühevoller Arbeit ein Werkverzeichnis erstellt, das insgesamt 25 Chorwerke in deutscher und lateinischer Sprache auflistet. Mayrhofer hat u.a. ein- und mehrstimmige Kirchenlieder, Messgesänge, Litaneien und mehrstimmige Messen komponiert, darunter auch die berühmte Adventmesse.

Eine Auswahl seiner Werke wird am 24. Oktober in der Pfarrkirche Pfaffenhofen zu hören sein. Im Rahmen einer kirchenmusikalischen Andacht zum 200. Geburtstag von Johann Ulrich Mayrhofer singen ein Gemeinschaftschor der Gemeinde Buttenwiesen unter Leitung von Wolfgang Zahn sowie ein Quartett aus renommierten Solisten Kompositionen von Mayrhofer für die Feste des Kirchenjahres. Sie werden auf der neu renovierten Steinmeyer-Orgel begleitet. Das Projekt wird durch die Gemeinde Buttenwiesen finanziell unterstützt.

Sänger willkommen

Interessierte Sänger, die sich dem Gemeinschaftschor anschließen wollen, sind herzlich willkommen. Gemeinsame Proben finden an folgenden Terminen in der Pfarrkirche Pfaffenhofen statt: 7., 14. und 21. September, 5., 12. und 19. Oktober (jeweils 20 Uhr). Generalprobe am 23. Oktober (nachmittags).

Information: Kirchenmusikalische Andacht zum 200. Geburtstag von Johann Ulrich Mayrhofer am 24. Oktober 2010 um 16 Uhr in der Pfarrkirche Pfaffenhofen.

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