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24.10.2020

„Fernwettkämpfe sind nur eine Option“

Hubert Gerblinger
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Hubert Gerblinger

Gauschützenmeister Hubert Gerblinger zur Situation der Schützen in Zeiten von Corona

Die Coronakrise erfordert im Schützengau Wertingen besondere Maßnahmen. Auf Rundenwettkämpfe wollen die 47 Vereine trotz der Pandemie nicht verzichten. Inzwischen haben einige Duelle stattgefunden. Ob weitere folgen werden und ob diese dann als Fernwettkampf (jede Mannschaft schießt auf seiner eigenen Anlage) oder „ganz normal“ ausgetragen werden, überlässt Hubert Gerblinger den beteiligten Vereinen. Wichtig dabei ist, so der Gauschützenmeister, dass die Hygieneauflagen eingehalten werden. Im folgenden Interview äußert sich Gerblinger nicht nur zu den Wettkämpfen, sondern auch über die Schießanlagen bei den Vereinen und über den geplanten Gauschützenball im Januar.

Hallo Herr Gerblinger, wie viele Wettkämpfe gab es in dieser Saison bereits und in welcher Form wurden diese ausgetragen?

Noch ist die Zahl der Wettkämpfe in unseren drei Wettbewerben Damenrundenwettkampf, Bezirksrundenwettkampf und Gaurundenwettkampf überschaubar. Ich habe sie nicht gezählt, aber auf der Homepage des Schützengaues Wertingen sind alle aufgeführt und ersichtlich. Mein Verein Gemütlichkeit Geratshofen steigt, sofern es Corona zulässt, erst am 7. November ins Geschehen ein. Ob bei den bisherigen Duellen die Gastmannschaften angereist sind oder ob sie als Fernwettkampf ausgetragen wurden, weiß ich im Detail nicht.

Erklären Sie bitte das Modell Fernwettkampf?

Das ist ganz einfach. Jede Mannschaft schießt in ihrem eigenen Schützenheim. Das Ergebnis wird dann wie bisher zentral gemeldet. Allerdings ist bei der Auswertung niemand von der gegnerischen Mannschaft dabei, weshalb sportliche Fairness oberste Priorität besitzt. Die Ergebnisse werden von unseren Rundenwettkampfleitern Manfred Reuter aus Zusamaltheim und Christian Schemberg aus Ostendorf kontrolliert und überwacht. Die Fernwettkämpfe sind, das möchte ich ausdrücklich betonen, nur eine Option. Sie sind kein Muss.

Kann denn beim Übertragen der Ergebnisse bei einem Fernwettkampf geschummelt werden?

Theoretisch schon. Doch wir setzen auf die Ehrlichkeit unserer Schützen und gehen nicht von Manipulationen aus. Sollte uns jedoch auffallen, dass eine Mannschaft, welche in den vergangenen Jahren bei einem Gaurundenwettkampf im Schnitt zwischen 980 und 990 Ringe geschossen hat, plötzlich auf 1020 Ringe kommt, werden wir uns die Ergebnisse genauer anschauen.

Aber ein Ausrutscher nach oben ist doch immer mal möglich. Sehen Sie das auch so?

(lacht): Natürlich. Auch ich habe schon mal Ergebnisse geliefert, über die ich dann selbst gestaunt habe.

Gibt es im Schützengau Wertingen Schießanlagen, die weniger geeignet sind, die erforderlichen Hygieneauflagen zu erfüllen?

Zum Glück haben wir viele Schießlokale, die genügend Platz bieten und im Erdgeschoss liegen, wo die Belüftung keine Schwierigkeiten bereitet. Mir fällt da spontan das große Schützenheim in Emersacker ein. Andererseits haben wir Schießstände wie zum Beispiel in Westendorf, die im Keller liegen und dort eine Belüftung schon etwas problematischer ist. Hier können dann nur wenige Schützen gleichzeitig rein. Jeder Verein muss nach den gegebenen eigenen Rahmenbedingungen die Hygienekonzepte einhalten.

Die sich immer wieder ändern können.

Ja, die Coronalage macht es allen nicht leicht. Die aktuellen Vorschriften können auf der Internetseite des Bayerischen Sport-Schützen-Bundes (BSSB) täglich nachgelesen werden. Wir kopieren diese in der Regel und stellen sie auch auf unsere Schützengau-Homepage. Wer da reinschaut, der ist bestens informiert. Zum Beispiel auch, was die Bayerische Corona-Ampel bedeutet.

Nochmals zurück, zur Option Fernwettkampf. Wann soll ein Verein diese Möglichkeit nutzen?

Neben dem Hygienekonzept spielt sicherlich auch das Bauchgefühl der Verantwortlichen eine entscheidende Rolle. In der Regel wollen wir Schützen doch die Kontakte mit den anderen Mannschaften pflegen und uns gemeinsam an den Schießständen messen. Ich denke, dass Fernwettkämpfe die Ausnahme bleiben.

Ein Großereignis im Schützenjahr ist jedes Mal der Gauschützenball in der Wertinger Stadthalle. Wie sieht es diesbezüglich für den kommenden Fasching aus?

Noch steht der Termin, Samstag, 23. Januar, 2021. Ausrichter sind die „Hubertus“-Schützen aus Unterthürheim. Ob sich der Ball allerdings durchführen lässt, hängt allein von der weiteren Entwicklung der Pandemie ab.

Wann spätestens muss im Falle eines Falles abgesagt werden?

Theoretisch zwei Tage vor dem Termin. Doch das wird nicht möglich sein. Für den Gastgeber bedeutet dieses Event einen großen logistischen Aufwand. Denken sie doch nur an all die Bestellungen für Speis und Trank. Wenn der Gauschützenball tatsächlich abgesagt werden muss, dann werden dies die Vereine und die Öffentlichkeit rechtzeitig erfahren.

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