Fußball-Nachlese

04.04.2017

Gemeinsamkeit macht stark

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Mit dem TSV Wertingen, TSV Binswangen und SV Villenbach führen drei Teams aus der Region die Tabelle in ihren Spielklassen an

Innerhalb eines Radius von gerade mal acht Kilometer liegen Wertingen, Binswangen und Villenbach voneinander getrennt. Alle drei Orte sind in ihrer Struktur durchaus unterschiedlich. Doch seit dem vergangenen Wochenende haben sie eine große Gemeinsamkeit: Die Fußballer aus den drei genannten Kommunen grüßen in ihren Spielklassen jeweils von der Tabellenspitze.

Ein schweres Stück war das 2:1 für den TSV Wertingen in der Kreisliga Nord gegen die SG Alerheim. „Wir sind durch eine Unachtsamkeit in Rückstand geraten“, so Abteilungsleiter Christoph Krebs. Dann klappte es beim TSV aber deutlich besser. Der Ausgleich durch Chris Müller und der Führungstreffer nach der Pause durch Sandro Santamaria waren verdient. „Der Sieg hätte auch höher ausfallen können“, so Krebs nach der Partie.

Beim TSV Unterthürheim war nicht unbedingt Appetit angesagt. Zehn Minuten vor der Pause hatten gereicht, um die 1:4-Niederlage beim SV Donaumünster zu besiegeln. „Donaumünster war besser. Spielerisch, robust, da konnten wir nicht mithalten“, so TSV-Abteilungsleiter Stefan Mayershofer nach dem Spiel. Dazu kommt, dass der TSV auf vier wichtige Spieler verzichten musste. Alex Rigel fällt verletzungsbedingt schon länger aus, Fabian Knötzinger hat eine Drei-Spiele-Sperre erhalten. „Unverständlich“, nennt es Mayershofer. Bei Rainer Mattes war der Knöchel dick und ein Einsatz nicht möglich, Spielertrainer Moritz Hempel musste aufgrund eines grippalen Infektes kurzfristig passen.

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Eine 1:2-Niederlage stand am Ende für den FC Pfaffenhofen-Untere Zusam beim Gastspiel bei der SpVgg Deiningen. „Das ist bitter“, sagte Spielertrainer Alexander Steichele nach der Partie. Seine Truppe hatte ein gutes Spiel gezeigt, gegen den Aufstiegsaspiranten früh attackiert und war auch verdient in Führung gegangen. „Der Ausgleich vor der Pause war natürlich unglücklich“, so Steichele. Und bald nach dem Seitenwechsel kam der Führungstreffer für die Hausherren, das Spiel war gelaufen. Nun will Steichele mit seiner Mannschaft am kommenden Wochenende punkten, wenn es zuhause gegen den Tabellenführer TSV Wertingen geht. Schon im Hinspiel hat der FC gezeigt, was er drauf hat, holte in Wertingen ein 2:2.

3:2-Sieg, wieder Tabellenführer der Kreisklasse Nord II. Es scheint zu passen beim TSV Binswangen. Spielertrainer Michael Mayerle will nicht viel darauf geben. „Die Tabelle ist verzerrt, weil andere Mannschaften weniger Spiele haben“, sagt er. Der Sieg gegen Harburg war durchaus verdient, „wir haben 20 Minuten eine tolle Leistung gezeigt“. Doch danach war der TSV nicht mehr so aktiv, musste sogar den Ausgleich hinnehmen. Es reichte noch für den Siegtreffer, doch es gab eine weitere Hiobsbotschaft. Nach den Verletzungen von Manfred Müller und Michael Schmidt, die beide diese Saison nicht mehr spielen werden, wird auch der Coach nicht mehr eingreifen können. Er hat sich selbst ausgewechselt, diagnostiziert eine Verletzung: „Ich habe ein Knacken im Knie gehört, hatte das im anderen Knie schon einmal. Das ist wohl was am Innenband“, meint Mayerle. Auch Christoph Blank musste mit einer wohl schwereren Verletzung raus.

Das 2:0 gegen den SV Genderkingen sollte nun endgültig für den Klassenerhalt reichen. Der TSV Wertingen II bleibt ein weiteres Jahr in der Kreisklasse. Thomas Kehrle, der scheidende Trainer, der in der kommenden Spielzeit den FC Weisingen übernimmt, zeigte sich nach dem Spiel voll des Lobes. „Wir haben gut gespielt. Haben zunächst abgewartet und dann zugeschlagen.“ Ein perfekter Matchplan, ein perfektes Tor auch vom Trainer selbst.

Letzte Woche wollte er nach der 3:4-Niederlage gegen den FC Pfaffenhofen-Untere Zusam II in der B-Klasse West III noch nichts sagen, nun war seine Stimmung deutlich besser. Verständlich, hat der SV Villenbach mit Coach Bernd Lipp doch das Derby und Spitzenspiel beim VfL Zusamaltheim mit 1:0 gewonnen. „Nicht unverdient“, sagt der SVV-Trainer. Durch den Treffer von Christoph Thoma reichte es zum Sieg. Auch, weil die Abwehr einfach funktionierte. „Die Verteidigung und der Torwart haben super gespielt“, lobt Lipp seine Truppe. Vor allem Sebastian Lernhard hebt er hervor. Nach langer Verletzungspause hat er ihn einfach ins sogenannte kalte Wasser geworfen. „Er hat gegen VfL-Torjäger Martin Wagner gespielt, hat seine Sache super gemacht“, sagt Lipp. Nun ist der SV Villenbach Tabellenführer.

In Nordendorf erlebte man beim SVN zweifelsohne schon bessere Zeiten. Man denke nur ein Jahrzehnt zurück: Da wurde Kreisliga den Fans angeboten. Augenblicklich kicken die Nordendorfer nun in der dritten Saison in der B-Klasse Augsburg Nordwest und steuern als Nahziel die A-Klasse an. Die zwei Auftaktsiege nach der Winterpause haben die Elf auf Rang zwei gespült. „Jetzt stehen wir da, wo wir hin wollten“, freut sich Trainer Franz Schmalz und liebäugelt mit dem Relegationsrang. Trotz der momentanen Erfolgswelle ordnet der Trainer die Situation in Nordendorf realistisch ein: „Wir haben einen brutal kleinen Kader, da darf an Ausfällen nicht viel passieren.“ Mit zum Kader zählt wieder der reaktivierte Manuel Rauner während Philipp Dinger (Kreuzbandriss) diese Saison wohl nicht mehr eingreifen wird. Natürlich schielt Schmalz auch auf den Nachwuchs: „Da spielen sieben Nordendorfer bei der SG Lech-Schmuttertal, die für die Zukunft Hoffnung machen.“ Wie es bei ihm sportlich weitergeht, steht noch in den Sternen. Noch gab es keine Gespräche. (dolli/dirg/herd)

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