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Sportskanonen

11.10.2019

Gipfelglück auf dem Großglockner

Christian Raimann aus Nordendorf hat sich auf Ultratrails durch die Bergwelt spezialisiert. Zuletzt ist er nonstop rund um Österreichs höchsten Berg gelaufen

Der Großglockner Ultra-Trail gilt als einer der schwersten Ultra-Marathons in den Ostalpen. Von Kaprun aus wird dabei auf einer circa 110 Kilometer langen Runde der höchste Berg Österreichs umrundet. Neben dieser gewaltigen Distanz müssen zusätzlich 6500 Höhenmeter sowohl im An- als auch im Abstieg bewältigt werden. Mit dem dritten Platz in seiner Altersklasse feiert der Nordendorfer Extremläufer Christian Raimann hier einen seiner größten Erfolge. Um am Rennen überhaupt teilnehmen zu dürfen, muss ein entsprechender Nachweis erbracht werden, dass bereits vergleichbare Rennen erfolgreich absolviert wurden. Für den 50-jährigen Raimann kein Problem. Neben einigen 100-Kilometer-Läufen hat er auch schon den Ultra-Trail du Mont-Blanc gefinisht (170 km/10000 Höhenmeter).

Ende Juli war es nach monatelanger intensiver Vorbereitung endlich so weit. Pünktlich um 22 Uhr wurden die rund 350 Starter auf ihr langes Laufabenteuer geschickt. Nicht ungewöhnlich bei solchen Distanzen, dass zunächst in der Nacht gelaufen wird, damit die ersten Finisher am nächsten Tag zur „besten“ Zeit das Ziel erreichen. Auch für Christian Raimann stellte dies kein Problem dar. Schließlich ist er es gewohnt, mit Stirnlampe in der Nacht zu trainieren. „Trotzdem war es natürlich eine Erleichterung, als in der Früh endlich die Sonne aufging und die herrliche Landschaft ein wenig von den Anstrengungen eines solchen Rennens ablenken konnte“, so Raimann.

Der Nordendorfer war inzwischen im „Flow“, wie die Langstreckler zu sagen pflegen. Routiniert spulte er sein Programm ab. Von Freunden und Familie wurde er während des Rennens mit Zwischenzeiten und Positionen versorgt. Bereits ab der ersten Zwischenzeit pendelte er zwischen Platz drei und fünf in seiner Altersklasse, was nochmals für zusätzliche Motivation sorgte.

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„Natürlich durchlebt man auch Tiefs auf solchen Distanzen“, erzählt Raimann. „Insbesondere verlangte der letzte lange Anstieg mit über 1000 Höhenmetern bei Kilometer 80 in Richtung Rudolfshütte nochmals alles ab, ehe es die letzten 20 km vorbei an den berühmter Kapruner Stauseen fast nur noch bergab ging.“ Doch von gemütlichem Auslaufen konnte auch hier nicht die Rede sein. Nachdem sich Raimann am bis dahin Drittplatzierten der AK50 vorbeischob, konnte er die Position bis ins Ziel halten. Nach knapp 21 Stunden überquerte er mit seiner Tochter, die ihn zusammen mit seiner Frau im Ziel überraschte, überglücklich die Ziellinie.

Wer nun glaubt, dass nach einer solchen Anstrengung erst mal eine mehrwöchige Ruhepause folgt, liegt falsch. Christian Raimann nutzte die gute Form, um Mitte September bereits zum vierten Mal in Folge wieder am Seenlandmarathon rund um den Brombachsee teilzunehmen. Mit Erfolg! Nach 2016 und 2018 gewann Raimann auch 2019 seine Altersklasse in neuer persönlicher Bestzeit von 3:09:21 Stunden.

Auch für das kommende Jahr 2020 laufen bereits die Planungen. Wenn alles klappt, möchte Christian Raimann nach 2015 zum zweiten Mal beim Ultra-Trail du Mont-Blanc teilnehmen. Die Qualifikation hat er schon in der Tasche, jetzt benötigt er nur noch Glück, um bei der Verlosung der begehrten Startplätze auch wirklich zum Zuge zu kommen. (WZ, oli)

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