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FC Augsburg

21.02.2018

Platzverweis von Baum lenkt nur von Problemen ab

Stefan Reuter (Mitte) diskutiert mit Schiedsrichter Tobias Stieler. FCA-Trainer Manuel Baum schaut von der Tribüne aus zu.
Bild: Ulrich Wagner

Bei einem der schwächsten Heimspiele der Saison schickt der Schiedsrichter den FCA-Trainer auf die Tribüne

Nach einem Bundesligaspiel wartet Stefan Reuter meist die Pressekonferenz der beiden Trainer ab, ehe er sich Medienvertretern als Gesprächspartner zur Verfügung stellt. Am vergangenen Sonntagabend, nach der 0:1-Niederlage gegen den VfB Stuttgart, weicht Reuter von dieser Gewohnheit ab. Der Sport-Geschäftsführer des FC Augsburg sucht das Gespräch mit Schiedsrichter Tobias Stieler, erst dann stellt er sich Journalistenfragen.

Reuter erkundigte sich, warum der Unparteiische Augsburgs Trainer Manuel Baum eine Viertelstunde vor Schluss auf die Tribüne geschickt hatte. Reuter und Stieler waren unterschiedlicher Meinung – auch nach ihrem Austausch. Während Stieler erklärte, er hätte Baum zwei Minuten zuvor ermahnt und der Trainer habe nicht aufgehört zu reklamieren, noch dazu in inakzeptabler Wortwahl, schilderten Reuter und Baum den Disput weitaus harmloser. „Ich habe ganz normal mit ihm geredet. Er hat nur darauf gewartet, dass er mich runterschicken kann“, sagte Baum. Reuter meinte, für ihn seien weder Baums Platzverweis noch Stielers Aussagen nach Spielschluss akzeptabel. Stieler sprach in einem TV-Interview davon, Baum sei nach Spielschluss auf ihn „zugestürmt“.

Weil Baum Wiederholungstäter ist – in der Vorsaison musste er im Heimspiel gegen Köln auf die Tribüne –, droht ihm eine Strafe des DFB. Stieler verfasste einen Bericht und der DFB-Kontrollausschuss hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der FCA teilte mit, er werde fristgerecht Stellung dazu beziehen. Zu Einzelheiten äußerte sich der Klub nicht, er verwies auf das schwebende Verfahren.

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Baum arbeitete sich an diesem Nachmittag nicht nur an Entscheidungen des Schiedsrichters ab, ebenso kritisierte er das Verhalten von Stuttgarts Siegtorschützen Mario Gómez. „Der fällt beim kleinsten Windhauch um“, beschwerte sich Baum. Reuter sprach ganz allgemein, als er sagte: „Wenn die eine oder andere Schwalbe mit einem Pfiff belohnt wird, hilft das nicht, um in einen Spielrhythmus zu kommen.“ Zumindest schob der FCA-Sportchef nach, der Schiedsrichter trage an der Niederlage keine Schuld. In der turbulenten Schlussphase und der allgemeinen Aufregung ging unter, mit welchen Problemen der FCA an diesem Nachmittag, womöglich aber auch in den kommenden Wochen zu kämpfen haben wird. In der Hinrunde überraschte Augsburg positiv. Diese Leistungen zu bestätigen, damit tun sich die Fußballprofis zusehends schwer. Erstmals in dieser Saison hat der FCA zweimal in Folge verloren.

Im Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten Borussia Dortmund (Montag, 20.30 Uhr) droht allerdings das nächste Negativerlebnis. Baum lässt sich davon nicht beunruhigen, er betont: „Wer mich kennt, der weiß von der letzten Saison, Angst habe ich sicherlich vor überhaupt nichts.“ Auffällig bleibt in der Rückserie die eigene Offensivschwäche. Der FCA hat in sechs Rückrundenbegegnungen fünf Treffer erzielt, davon allein drei im Spiel gegen Frankfurt. Verstärkt macht sich das Fehlen von Torjäger Alfred Finnbogason bemerkbar, ebenso der Ausfall des umsichtigen Innenverteidigers Jeffrey Gouweleeuw. In Dortmund wird noch Kapitän Daniel Baier wegen einer Gelbsperre fehlen. Allmählich geht Baum das Personal aus. Baier fasst zusammen: „Wir gehen ein bisschen auf dem Zahnfleisch, was die Optionen hintendran angeht.“

Zudem wussten seine Spieler nicht mit dem Pressing der Stuttgarter umzugehen, die erfolgreich Augsburgs Außenverteidiger zustellten und einen geordneten Spielaufbau unterbanden. Es wirkte, als hätten sich die Gegner besser auf Augsburgs Spielidee eingestellt. Sie entzogen sich dem Druck auf den ballführenden Spieler, vermieden Ballverluste und verhinderten so Augsburger Umschaltmomente.

FCA-Trainer Baum erklärte, er wolle die Dinge lösungsorientiert angehen. Dienstag und Mittwoch gab er der Mannschaft trainingsfrei, er selbst wird die Tage nutzen, um sich mit dem nächsten Gegner zu beschäftigen. Baum sieht seine Mannschaft nicht chancenlos, sagt aber auch: „In Dortmund wird’s richtig schwierig.“

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