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Fußball

26.04.2019

Wenn Spieler-Transfers für Ärger sorgen

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Arjan Plooij

Zwischen Partner-Vereinen bei der Jugend werden Abwerbungen nicht gerne gesehen

Noch ist die Fußball-Saison längst nicht beendet, laufen im Hintergrund bei den Vereinen zahlreiche Gespräche im Zuge der Kaderplanung für die Saison 2019/2020. Die Verantwortlichen bemühen sich um die Zusagen der eigenen Spieler, versuchen abwanderungswillige Akteure vom Gegenteil zu überzeugen und strecken außerdem ihre Fühler für externe Zugänge aus. Einer, der solche Dinge nicht auf die lange Bank schiebt, ist der Sportliche Leiter des TSV Wertingen, Fritz Bühringer. „Ich will bereits vor dem Start in die Frühjahrsrunde wissen, wie es im Sommer personell aussieht“, hält der 62-Jährige schon seit vielen Jahren nichts von späten Verhandlungen und Vereinbarungen.

Der Kader für die kommende Kreis- oder Bezirksligasaison – der TSV Wertingen steht aktuell in der Kreisliga Nord auf Rang zwei und kann entweder als Meister direkt oder über die Relegation aufsteigen – steht. Bis auf Tobias Fech (SV Wortelstetten) ist freilich noch kein weiterer Name als Neuzugang offiziell bestätigt worden. „Das hat noch ein bisschen Zeit“, schmunzelt Bühringer, der zu Beginn dieser Woche in der WZ-Fußball-Nachlese allerdings auch andeutete, dass ein Spieler den TSV Wertingen verlassen und zum TSV Binswangen wechseln wird. Im gleichen Gespräch mit dieser Zeitung hat Bühringer moniert, dass im vergangenen Sommer zwei Transfers von gerade aus der A-Jugend gekommenen Spielern zum TSV Binswangen stattgefunden haben, die es so hätte nicht geben dürfen.

Hintergrund: Im Nachwuchsbereich schicken die drei Vereine TSV Wertingen, TSV Binswangen und SV Kicklingen-Fristingen ihre Kicker schon seit vielen Jahren zur JFG Riedberg, wo sie in einer Jugend-Fördergemeinschaft zusammen spielen. Endet die Zeit der A-Jugendlichen bei der JFG, sollen sie im Herrenbereich wieder bei ihren Stammvereinen dem runden Leder nachjagen. Dieses ungeschriebene Gesetz wurde einst unter den drei beteiligten Vereinen als eine Art „Gentleman´s Agreement“ beschlossen, das nach Bühringers Sicht bei den Transfers von Kevin Oberschmid und Niklas Förg jedoch vom Abteilungsleiter des TSV Binswangen, Benedikt Winkler, nicht eingehalten worden sei. Dieser habe entgegen der getroffenen Übereinkunft an den beiden 19-Jährigen „gebaggert“ und sie schließlich nach Binswangen geholt.

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Die getroffene Vereinbarung der drei an der JFG Riedberg beteiligten Vereine, sich gegenseitig keine Spieler abzuwerben, hält Benedikt Winkler für richtig und gut. Ein schlechtes Gewissen bei den Transfers von Kevin Oberschmid und Niklas Förg habe er aber nicht. Beide Wechsel seien nämlich „Sonderfälle“ gewesen, wie Winkler betont. Niklas Förg spielte im letzten A-Jugendjahr einige Monate nicht mehr bei der JFG Riedberg und hatte laut Winkler dem TSV Wertingen auch keine Zusage gegeben, dort im Seniorenbereich zu spielen. Über eine dritte Person habe der TSV Binswangen von dieser Situation erfahren und erst dann den Kontakt mit Niklas Förg aufgenommen. Bei Kevin Oberschmid sei es so gewesen, dass dieser noch während seiner A-Jugendzeit bei der JFG Riedberg selbst gesagt habe, nicht für den TSV Wertingen bei den Herren spielen zu wollen. Winkler: „Wir haben das mitbekommen und erst dann mit ihm gesprochen“. Beide Spieler, so der Binswanger Funktionär, der in der Abteilung mit Sebastian Schulz und Nicholas Glogger zwei gleichberechtigte Mitstreiter an seiner Seite hat, seien zum Zeitpunkt der Gespräche unzufrieden mit ihrer sportlichen Situation gewesen.

Von unzufriedenen A-Jugendspielern innerhalb der Spielgemeinschaft (SG) Osterbuch-Villenbach-Roggden-Zusamaltheim, die vor dem Wechsel ins Herrenlager stehen, hat der Abteilungsleiter des VfL Zusamaltheim, Arjan Plooij, bisher nur einmal etwas mitbekommen. Ein Akteur, dessen Stammverein der SV Villenbach ist, wollte im Herrenbereich aus persönlichen Gründen beim VfL spielen. Plooij informierte daraufhin seinen Villenbacher Kollegen Markus Ohnheiser von den Absichten des 19-Jährigen, woraufhin der Wechsel dann nicht zustande kam. Wie bei der JFG Riedberg gibt es auch bei der SG Osterbuch-Villenbach-Roggden-Zusamaltheim eine Vereinbarung, sich gegenseitig keine Spieler abzuwerben. Dies hält Osterbuchs Jugendleiter Christian Schuster ebenso wie Arjan Plooij für eine „vernünftige Sache“. Dass noch kein Spieler nach der A-Jugend innerhalb der vier Vereine FC Osterbuch, SV Villenbach, SV Roggden und VfL Zusamaltheim einen Wechsel vollzog, liegt nach Ansicht von Plooij wohl auch daran, dass alle in der gleichen Liga (A-Klasse West III, d. Red.) spielen und sportliche Gründe deshalb nicht so gegeben seien. (her)

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