Fußball-Nachlese

06.11.2018

Wo sind die Überflieger?

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Wörnitzsteins Matthias Dietrich im Landeanflug auf Wertingens am Boden liegenden Torjäger Valentin Jaumann. Beim 3:3 im Top-Spiel der Kreisliga Nord schenkten sich beide Teams nichts.
Bild: Georg Fischer

Lediglich in zwei B-Klassen sind die Verhältnisse an der Tabellenspitze klar

Wenn Fußballmannschaften in ihren Spielklassen dominieren, dann spricht man schnell von sogenannten Überfliegern. In der Bundesliga war dies in den vergangenen Jahren der FC Bayern München. Doch diese Saison ist der Rekordmeister mal wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet und steht nicht wie gewohnt auf Rang eins. Ausnahmeteams in dieser Saison gibt es in der Region allenfalls in zwei B-Klassen, also im Fußball-Unterhaus. Der TSV Wittislingen (B-Klasse West IV) hat ebenso wie der TV Gundelfingen (B-Klasse West II) noch keinen einzigen Punkt abgegeben. Der Meisterschaftssekt kann quasi schon im November kaltgestellt werden.

Die Korken möchte im kommenden Frühjahr auch der TSV Wertingen knallen lassen. Was vor einigen Wochen noch nach einem Durchmarsch der Zusamstädter in der Kreisliga Nord aussah, ist nach dem zweiten Rückrundenspieltag längst passé. Mit dem FC Mertingen hat das Team von Trainer Christoph Kehrle einen ernsthaften Konkurrenten um den Titelgewinn erhalten. Vor zwei Wochen ging es im direkten Duell beim FC Mertingen lange hin und her, zweimal gelang dem TSV Wertingen der Ausgleich. Am letzten Oktober-Wochenende dauerte es lange, ehe der TSV seine Favoritenrolle bei der SG Alerheim in Tore umwandeln konnte und doch noch mit 2:0 gewann. Jetzt erlebten die Zuschauer auf dem Wertinger Judenberg beim 3:3 gegen den SV Wörnitzstein-Berg wieder eine regelrechte Achterbahnfahrt. Die Gäste aus den Donauwörther Stadtteilen, der Verein ist ja quasi der Nachfolger des FC Donauwörth, waren im ersten Durchgang besser. „Wir hatten vielleicht mehr Ballbesitz. Aber wir waren wenig präsent, hatten kaum Laufbereitschaft, haben wenig Zweikämpfe gewonnen“, so Christoph Kehrle nach dem Schlusspfiff. Die Führung ging also in Ordnung, laut wurde Kehrle in der Kabine aber nicht. „Ich habe gesagt, wir müssen einfach zwingender nach vorne spielen, die Querpässe bringen uns nichts.“ Seine Spieler beherzigten die Vorgaben, wurden nach dem Seitenwechsel aber kalt erwischt. Die Gäste erhielten einen Elfmeter, und Kehrle war auch nach Spielende noch nicht klar, weshalb. „Nach einer Ecke gab es ein leichtes Halten, aber selbst die Gäste haben nicht reklamiert“, sagt er. Dass die Unparteiischen nicht den besten Tag hatten, zeigte sich auch nach einem Foul an Valentin Jaumann, wo es für Wertingen Elfmeter hätte geben müssen. „Wörnitzstein hätte dann aber auch noch einen bekommen müssen“, gesteht Kehrle ein, „auf beiden Seiten gab es keine klare Linie.“ Der TSV jedenfalls drehte das Spiel, in der Nachspielzeit gelang den Gästen der insgesamt verdiente 3:3-Ausgleich in einem aufregenden Match.

Die große Hoffnung, gegen das Schlusslicht endlich wieder dreifach punkten zu können, hat sich für den TSV Unterthürheim zerschlagen. Gegen die SG Alerheim gab es nur ein 1:1. Die Gäste, die zuletzt Wörnitzstein einen Punkt abgetrotzt hatten und auch den Wertingern in der Vorwoche das Leben lange schwer gemacht haben, konnten in der ersten Halbzeit mithalten. Die beruhigende TSV-Führung durch Michael Neher hätte ausgebaut werden können, doch ein klares Foul im Strafraum wurde nicht mit Elfmeter geahndet. „Und dann haben wir die ersten zehn Minuten nach der Pause verpennt“, sagt TSV-Abteilungsleiter Stefan Mayershofer. Nach dem Ausgleich seien die Seinen aufgewacht, hatte gute Chancen, die zum Siegtreffer hätten führen können, gar müssen. „Aber dann fehlt halt auch das Glück“, resümiert Mayershofer. „Wir haben gut gekämpft, der Sieg war drin.“ Froh ist er, dass in Alexander Lechner und Alexander Baur zwei Langzeitverletzte wieder mitwirken konnten, doch er betont auch: „Spielen können und fit sein bedeutet einen Unterschied.“ Damit meint er, dass zum Beispiel Lechner zwar für Akzente nach vorne gesorgt hat, seine Schnelligkeit aber noch nicht auf dem Niveau ist, das möglich ist.

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Nach 13 Jahren Kreisliga und nun nach der achten Saison Kreisklasse Augsburg Nordwest droht dem TSV Herbertshofen der Abstieg in die A-Klasse. Peter Asam, der Zweite Vorsitzende des Lechtalklubs sieht das ebenso: „Wenn wir nicht die Kurve kriegen, dann geht es wohl runter.“ Beim Spiel in Lützelburg war er gar nicht vor Ort. „Ich bin am Sonntag vermehrt mit meiner Frau mit dem Fahrrad unterwegs. So viel ich weiß, haben wir das Sechs-Punktespiel in Lützelburg noch in der Nachspielzeit verloren.“ Leider ist beim Lechtalklub nach der Neuverpflichtung von Spielertrainer Michael Geibdie Anfangseuphorie etwas verpufft. Nach zuletzt sechs aufeinander folgenden Niederlagen findet sich die Elf an vorletzter Stelle und muss aufpassen, nicht abgehängt zu werden. Asam würde einen Abstieg schon bedauern, meint aber im gleichen Atemzug: „Vielleicht hätte ein Neustart in der A-Klasse auch positive Auswirkungen.“

Zu den Überfliegern in der Bezirksliga Nord gehören die regionalen Vertreter TSV Meitingen, SC Altenmünster und SSV Glött sicherlich nicht. Doch am Wochenende warteten alle drei Teams mit guten Leistungen auf. Der TSV Meitingen (6:1 gegen den TSV Aindling) und die SSV Glött (4:0 gegen den SV Holzkirchen) fegten ihre Gegner mit klaren Erfolgen vom Platz. Lediglich der SC Altenmünster konnte sich beim 1:1 gegen den FC Affing trotz starker Leistung nicht so richtig belohnen. Es mangelte einfach an der Chancenverwertung, wie Trainer Goran Boric nach dem Abpfiff bemängelte. (her/dolld/dirg)

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