Golf

20.01.2020

Zauberrunde in Abu Dhabi

Nach dem Runde zum Training auf die Driving Range: Sebastian Heisele bei Übungsschlägen in Abu Dhabi.
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Nach dem Runde zum Training auf die Driving Range: Sebastian Heisele bei Übungsschlägen in Abu Dhabi.
Bild: O. Heisele

Bei der HSBC Championship geht bei Sebastian Heisele mit einer „64“ der Knopf auf

Die Lokationen der European Golf-Tour um diese Jahreszeit sind exotisch. Während hierzulande der Winter die Plätze mehr oder weniger fest im Griff hat, zieht es die Profispieler nach Südafrika, Mauritius, Australien oder in die Vereinigten Arabischen Emirate. So auch den Dillinger Sebastian Heisele, der von Donnerstag bis Sonntag in Abu Dhabi bei der HSBC Championship um Ranglistenpunkte abschlug. Und dabei glückte dem 31-Jährigen am Samstag mit einer „64“ eine seiner besten Karriere-Runden. „Dafür trainiert man tagtäglich – eine Paraderunde“, sagte Heisele gegenüber unserer Zeitung.

Das 132-köpfiger Starterfeld konnte sich sehen lassen. Aus den USA waren unter anderem Weltranglisten-Erster Brooks Koepka und die aktuelle Nummer sechs, Patrick Cantlay, eingeflogen. Aus der europäischen Elite bemühten sich so bekannte Golfer wie Sergio Garcia, Tommy Fleetwood oder Lee Westwood ums Preisgeld von insgesamt sieben Millionen US-Dollar. Westwood ging als Führender auf die Schlussrunde und gewann das Turnier dann auch mit 269 Schlägen (minus 19). Gar nicht erst ins Wochenende schafften es nach verpasstem Cut unter anderen Ian Poulter, Bryson Dechambeau und Shane Lowry. Oder Maximilian Kiefer, der neben Martin Kaymer und Heisele als dritter Deutscher an den Abschlag ging und auf dem geteilten 117. Rang endete. Deutschlands Nummer eins, Martin Kaymer, wurde dank einer starken Schlussrunde von 65 Schlägen immerhin noch geteilter Achter. Für Heisele sprang mit Rang 21 letztlich ein schönes Ergebnis heraus.

Der Turnierstart gelang Sebastian Heisele. 70 Schläge am Donnerstag brachten ihn in die erste Hälfte des Teilnehmerfeldes und bildeten eine solide Grundlage, um den Cut zu schaffen. Auf dem Par-72-Platz spielte der 31-Jährige vier Birdies und zwei Bogeys.

Zauberrunde in Abu Dhabi

Das große Zittern: 73 Schläge standen für Heisele nach vier Bogeys und drei Birdies am Ende auf der Scorekarte – einer mehr, und er wäre ausgeschieden. Gesamt 143 Schläge reichten, während alle Par-Spieler (144) und noch schlechtere Profis den Cut verpassten. „Das war zum Verrücktwerden“, kommentiert Heisele-Vater Otto, der als Fan in Abu Dhabi vor Ort mitfieberte, diese Runde seines Sohnes: „Auf den letzten vier Löchern blieb jeder Put am Lochrand hängen.“

Nach geschafftem Cut durfte der Dillinger auf die beiden Schlussrunden. Und am Samstag zeigte Sebastian Heisele die bislang wohl souveränste Leistung seiner Profi-Laufbahn. Acht der 18 Spielbahnen spielte er einen Schlag besser als vorgegeben (Birdie), die restlichen zehn als Par. Ergebnis: eine fantastische 64er-Runde – und der geteilte neunte Rang im Zwischenklassement.

Kurz von 12 Uhr Ortszeit ging Sebastian Heisele am gestrigen Sonntag auf die Schlussrunde und stellte nachher selbstkritisch fest: „Natürlich wollte ich heute noch mehr herausholen.“ Die letzten gut vier Stunden Turniergolf absolvierte er mit ordentlichen 71 Schlägen. Dabei waren die ersten neun Spielbahnen ein ständiges Auf und Ab mit drei Birdies und drei Bogeys. Die zweiten neun Loch brachte Heisele souverän hinter sich auf freute sich auf Bahn 17 über ein weiteres Birdie.

Mit 278 Schlägen (minus zehn) sammelte Sebastian Heisele auf dem geteilten 21. Schlussrang reichlich Preisgeldpunkte, um sich in der Weltrangliste ein gutes Stück weit zu verbessern. Der genaue Rang steht erst zu Wochenbeginn fest. Vor dem Turnier hatte er Position 197 eingenommen. Weiter geht es für den 31-Jährigen in zwei Wochen in Saudi-Arabien.

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