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Konjunktur

09.01.2020

2000 Arbeitsplätze in Schwabens Metallindustrie gefährdet

Schwierige Zeiten erwartet die Bayerische Metall- und Elektroindustrie für die kommenden Jahre. Seit sechs Quartalen geht die Produktion der Branche in Bayern bereits zurück.
Bild: Julian Stratenschulte, dpa

Bayerns Metall- und Elektroindustrie ist in der Rezession gelandet. Nun stehen schwere Tarifverhandlungen an. Wie es nun weitergeht.

Schwierige Zeiten erwartet die Bayerische Metall- und Elektroindustrie für die kommenden Jahre. Seit sechs Quartalen geht die Produktion der Branche in Bayern bereits zurück, erklärte Hirohito Imakoji, der Regionalchef der bayerischen Branchenverbände bayme vbm, bei der Vorstellung der Ergebnisse der jüngsten Mitgliederbefragung in Augsburg.

Allein in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres schrumpfte die Produktion der Branche im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als sechs Prozent. Verantwortlich für die schlechten Zahlen war in erster Linie das schwache Exportgeschäft und der damit verbundene Einbruch in der Auto- und Zulieferindustrie: Mit -16,1 Prozent war der Rückgang hier besonders drastisch. Das Bild ist allerdings nicht durchweg düster. In der Elektronik- und der Luft- und Raumfahrtindustrie gab es auch noch Zuwächse.

Bis Ende 2020 sollen 2000 Arbeitsplätze in der Metall- und Elektroindustrie verloren gehen

Bei der Beschäftigung erwarten die Unternehmen nun nach Jahren des Aufschwungs eine deutliche Trendwende. Für Ende 2019 rechnen die Verbände mit einem Allzeithoch von fast 138.000 Beschäftigten in der schwäbischen Metall- und Elektroindustrie. 2000 dieser Arbeitsplätze dürften nach der Vorhersage der Verbände bis Ende 2020 allerdings wieder verloren sein. Dazu kommen zu erwartende Einschnitte bei Leiharbeitern und die Anmeldung von Kurzarbeit.

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Die aktuelle Geschäftslage bewerten die Unternehmen so schlecht wie zuletzt während der Wirtschaftskrise 2009. Kurzfristig erwarten die Unternehmen auch keine Besserung. Für das Inlandsgeschäft sind nur knapp neun Prozent der Betriebe für das kommende halbe Jahr optimistisch, 35 sind eher pessimistisch.

Auch beim Export ist die Mehrzahl der Betriebe pessimistisch gestimmt, allerdings weniger stark. Personal suchen die Unternehmen dennoch, nur verschiebt sich der Fokus deutlich weg von der Produktion hin zu den Bereichen IT sowie Forschung und Entwicklung. Diese Experten sind allerdings nur schwer zu finden.

Verbände fordern von der Politik eine steuerliche Entlastung

Um Wertschöpfung und Beschäftigung in Bayern zu sichern, fordern die Verbände von der Politik steuerliche Entlastung, Änderungen im Arbeitsrecht sowie eine sichere und preiswertere Energie- und Stromversorgung. Gleichzeitig formulierte Imakoji in Augsburg auch eine klare Erwartung für die anstehenden Tarifverhandlungen: „Die Zeit des Verteilens ist vorbei, jetzt muss gezielt in die Zukunft investiert werden.“

Die Laufzeit der geltenden Entgelt-Tarifverträge für die Metall- und Elektroindustrie endet am 31. März 2020. Derzeit erarbeitet die IG Metall ihre Forderungen für die Tarifrunde, die spätestens am 17. März mit den ersten Gesprächen starten wird. Im Vordergrund für die Gewerkschaft dürften dabei verbindliche Zusagen für die Weiterqualifizierung der Beschäftigten stehen.

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