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5G-Internet: Versemmeln wir die nächste Chance?

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Kommentar Von Jürgen Marks
26.11.2018

Funklochrepublik Deutschland: Die Versteigerung der Lizenzen startet. Die Hoffnung auf eine Aufholjagd aber schwindet.

Die Internetversorgung in Deutschland ist ein Trauerspiel. Gerade auf dem Land gibt es viel zu viele weiße Flecken. Auch die Mobilfunknetze sind so löchrig, dass es selbst Wirtschaftsminister Peter Altmaier „peinlich“ ist, wie er kürzlich sagte.

Das neue mobile Super-Internet 5G ist die vielleicht letzte Chance für Deutschland, den Malus des Internet-Entwicklungslandes zu verlieren.

5G: Jeder Anbieter baut seine eigenen Masten

Doch die Bundesnetzagentur hat am Montag Vergaberegelungen für die Versteigerung der Frequenzen festgelegt , die alles andere als ambitioniert sind. So werden die Mobilfunkanbieter nicht zum nationalen Roaming verpflichtet. Das bedeutet, wenn Vodafone einen 5G-Funkmasten zum Beispiel in Döpshofen aufstellt, dann muss der Anbieter ihn nicht gegen Entgelt der Telekom oder O2 zur Verfügung stellen. Wenn jeder Anbieter aber selbst Masten aufstellen muss, wird es lange dauern bis zum flächendeckenden Angebot von 5G.

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Deutschland scheint beim Start des Super-Internets erneut eine Chance zu versemmeln. Viele Länder Europas, die USA und China sind wieder einen Schritt weiter. Dabei hatte sich die Bundesregierung im Koalitionsvertrag eine Aufholjagd vorgenommen. Derzeit sieht es eher so aus, als werde die Funklochrepublik Deutschland zementiert.

Denn ohne ein starkes 5G-Netz werden Innovationen wie das autonome Fahren oder die Digitalisierung der Industrie gebremst. Es bleibt ein Trauerspiel.

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27.11.2018

Klassisch. Der Staat verpasst die große Chance die Fehler der 4G Versteigerung zu korrigieren. Ich verstehe jeden Provider der Milliarden für die Lizenzen bezahlt hat dass er erstmal nur das tut, was ihm einen "Return of Investment" beschert. Und das bedeutet nun auch einmal dass nur Gebiete versorgt werden, wo genug Kunden sitzen. Für Deutschland als "Technologiestandort" ist das ein Desaster. Wir brauchen flächendeckend Internet und Connectivity - nicht nur zum Telefonieren sondern auch für Zukunftstechnologien wie z.B. autonomes Fahren oder in der Landwirtschaft. Der Staat muss hier Anreize für die Unternehmen schaffen und nicht mit allzu laschen Vorgaben wieder abzukassieren.

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27.11.2018

" Wenn jeder Anbieter aber selbst Masten aufstellen muss, wird es lange dauern bis zum flächendeckenden Angebot von 5G."

Was meinen denn unsere seltsam schweigsamen neoliberalen "Privat-ist besser-als-Staat-Ideologen" zu Funklöchern und 5G-Ausbau?
Amtiert eigentlich unsere großartige bayerische CSU-Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung Doro Bär noch? Im Phrasendreschen und Sprücheklopfen kann es die Flugtaxi-Expertin mit ihren männlichen CSU-Koryphäen Dobrindt und Scheuer ja locker aufnehmen.

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27.11.2018

Technische Infrastruktur eines shared medium, von dem in Zukunft zudem soviel Wertschöpfung abhängen soll, muss selbstverständlich redundant ausgelegt werden. Wie übrigens schon bisher alle kritische Infrastruktur. Unser Stromnetz ist ein Netz, kein verzweigter Baum. Fällt eine Leitung aus können andere Leitungen übernehmen. Genauso bei Trinkwasser, bei der Straße und Schiene. Beim Mobilfunk heißt das, dass überall mindestens zwei voneinander unabhängige Netze vorhanden sein müssen.

Ansonsten: Sie sind Journalist, Sie haben Zugang zur Politik von dem normalen Bürger nur träumen können. Wenn Sie ab jetzt jeden Tag jedem Politiker sachlich aber renitent mit dem Thema hinterher laufen, dazu recherchierte Fakten konfrontieren, dann können Sie doch so einiges beeinflussen. Zumal das entscheidende Ressort in Berlin in bayerischer Hand ist.

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27.11.2018

In der Schweiz wird wenigstens über Strahlengrenzwerte diskutiert.

https://www.20min.ch/finance/news/story/Das-soll-der-offene-Brief-des-Swisscom-Chefs-31665749

https://www.20min.ch/finance/news/story/Das-soll-der-offene-Brief-des-Swisscom-Chefs-31665749

In Deutschland ist man schnell Hinterwäldler...

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27.11.2018

Nach 30 Jahren Mobilfunk in der Fläche, früher strahlten die Endgeräte auch wesentlich stärker als heute, gibt's bis heute nur Indizien, dass extreme Nutzung möglicherweise ein Gesundheitsrisiko darstellt. Das gilt aber für fast alles. Indes bringen schlecht eingerichtete WLAN Netze in Privathaushalten und veraltete oder falsch konfigurierte DECT Telefone auch die die vielfache elektromagnetische Energie in die Wohnungen der Menschen, auch seit inzwischen ca. 15-20 Jahren, auch ohne epidemiologische Erkenntnisse einer breiten Gesundheitsgefahr.

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27.11.2018

Kurzum: Bewegungsmangel, Zigaretten, Alkohol, Übergewicht, das sind die stillen Killer unserer Zeit. Empirisch unbestreitbar. Über Mobilfunk müssen wir uns da nur sekundär Gedanken machen.

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27.11.2018

Und ich dachte schon wir sterben am Stickoxid aus den Dieseln...

Auch wenn diverse Lobbyisten gerne mit dem Tod drohen, sollte man die weite Bandbreite zwischen vollkommen gesund und tot nicht vergessen. Man kann Gesundheit nicht nur mit Mortalitätskennziffern messen.

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27.11.2018

Aufgrund ständig steigender Lebenserwartung drängt sich weder ein Kausalzusammenhang, noch eine Korrelation, gegenüber den gestiegenen elektromagnetischen Belastungen und der Mortalität auf. Empirisch sind die o. g. Killer belegt und auch ziemlich offensichtlich. Der Mobilfunk als Risiko nicht. Daran ändert keine Polemik etwas. Und seit ca. 2 Jahrzehnten trägt Hinz und Kunz ein Mobiltelefon ganz eng am Körper mit sich herum, milliardenfach weltweit. Und trotzdem gibt es keine Evidenz, angesehen vom Exzess täglich wortwörtlich stundenlang mobil zu telefonieren, da wird aus Vorsicht die Nutzung eines Headsets empfohlen.

Aber ich will Ihnen Ihr Steckenpferd ja nicht nehmen, ist ein freies Land.

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26.11.2018

Infrastruktur parallel laufen zu lassen ist höchst unsinnig.

Infrastruktur geht in der Regel mit hohen Fixkosten aber sehr geringen „Stückkosten“ einher. Diesen Zusammenhang sollte man unbedingt zum Vorteil - und nicht, wie es in Deutschland passiert - zum Nachteil nutzen!

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