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Autoclub

14.11.2019

ADAC-Chef August Markl: Das ist der oberste Gelbe Engel

Der Präsident des ADAC, August Markl.
Foto: Peter Kneffel, dpa (Archiv)

Europas größter Autofahrerclub wächst und wächst. Doch der Verein schreibt rote Zahlen. ADAC-Präsident August Markl will das nun ändern.

Nur Optimisten hätten damals geglaubt, dass der ADAC sich nach dem Skandal um Manipulation an der Preisverleihung zum Auto des Jahres so schnell erholen würde. Doch Tatsache ist: Der von Präsident August Markl neu aufgestellte zweitgrößte Automobilclub der Welt hat ein paar Jahre später politisch wieder Gewicht. Und er hat Kunden, die so treu sind, wie man es sich nur wünschen kann. Im Schnitt halten die Mitglieder dem Verein 21 Jahre die (Stoß-)Stange.

Der ADAC wächst und wächst - macht aber immer mehr Verluste

Der Mann mit der randlosen Brille, der die größte Panne von Europas größtem Autofahrerclub 2014 mit ruhiger Hand behoben hat, steht schon wieder vor einer Herausforderung. Denn der ADAC wächst und wächst zwar – leider auch seit drei Jahren in die roten Zahlen.

Inzwischen hat er 21 Millionen Mitglieder. Doch die daraus resultierenden Einnahmen und die Dividende der ADAC SE (des kommerziellen Clubteils) reichen nicht, um Pannenhilfe, Dienstleistungen, Digitalisierung und die inzwischen auch für die Pannenhilfe fällige Versicherungssteuer zu finanzieren.

Darum schlägt Markl ebenso wie der Verwaltungsrat Maßnahmen vor, um den ADAC wieder auf die Gewinnspur zurückzubringen. Beitragsanpassung heißt das Zauberwort, hinter dem sich für die Mitglieder nichts anderes verbirgt, als eine Erhöhung desselben. Auf der Tagesordnung der heutigen Hauptversammlung steht zudem die Idee einer Premiummitgliedschaft, die man sich natürlich auch honorieren lassen will.

Und Markl verspricht: „Eine höhere Effizienz und die Beitragsanpassung zusammen sorgen dafür, dass der ADAC finanziell gut aufgestellt sein wird und 2020 schwarze Zahlen schreiben kann.“

ADAC-Chef August Markl hat den Verein erneuert

Dass der Plan aufgeht, daran ist nicht zu zweifeln. Der 71-Jährige gelernte Radiologe, der einst eine Doktorarbeit zum Themenbereich „Alkoholismus“ schrieb, führt den Verein bisher trotz interner Konkurrenz sehr sicher. Er war es, der die Erneuerung des früher gutherrenartig geleiteten ADAC vorantrieb.

Markl, verheiratet und Vater eines erwachsenen Sohnes, ist übrigens nicht weit von der heutigen ADAC-Zentrale in München-Laim aufgewachsen. Als Bub war er Fan der Münchner Löwen im benachbarten Giesing. Später entdeckte er neben dem Fußball auch die Liebe zum Autofahren. Zusammen mit seiner Frau fuhr er früher gerne Auto-Geschicklichkeitsprüfungen. Beim ADAC ist er seit Urzeiten.

Und dort, wo heute sein Büro steht, ließ er einst Drachen steigen. An August Markls Arbeitsplatz im 22. Stock der Verwaltung steht der heilige Christophorus, Schutzpatron der Autofahrer. Der Chef der Gelben Engel hat von dort oben eine herrliche Aussicht über die bayerische Landeshauptstadt. Allerdings nur mehr bis Mai 2021. Dann endet nämlich seine Amtszeit.

Und man kann festhalten: Er hat beim über Jahrzehnte reformschwachen ADAC einiges bewegt – auch in Sachen Geschlechtergerechtigkeit. Inzwischen sind die Hälfte der rund 6000 hauptamtlichen Mitarbeiter in München ist weiblich und ein Fünftel der Führungskräfte.

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