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Airbus-Tochter
01.12.2021

Premium Aerotec: Söder richtet eindringlichen Appell an die Airbus-Spitze

Bei Premium Aerotec fanden bereits Warnstreiks statt. Nun steht ab Donnerstag ein langer Warnstreik bevor, der bis Samstag dauern soll.
Foto: Bernd Hohlen

Exklusiv Nachdem der Betriebsrat ab Donnerstag zu Warnstreiks aufgerufen hat, schaltet sich Ministerpräsident Söder ein. Es gehe um "nicht weniger als das Erbe von Franz Josef Strauß".

Im heftigen Streit um die Zukunft des Augsburger Luftfahrtwerkes von Premium Aerotec mit rund 2800 Beschäftigten kommt es zu einem langen Warnstreik. Nachdem sich die Airbus-Spitze laut Betriebsrat nicht bewegt hat, werden Beschäftigte in Augsburg von Donnerstag, 6 Uhr, bis Samstag, 15 Uhr, die Arbeit niederlegen.

Nach Informationen unserer Redaktion fällt die Beteiligung an der Aktion hoch aus. Da in Augsburg wichtige Baugruppen für Airbus-Flugzeuge wie Teile des Rumpfes hergestellt werden, dürften die Arbeitsniederlegungen das Unternehmen empfindlich treffen. Die Airbus-Führung will einen großen Teil des Premium-Aerotec-Werkes überwiegend an einen Investor verkaufen. Dadurch sind aus Sicht des Betriebsrates hunderte Arbeitsplätze gefährdet.

Markus Söder setzt sich für Jobs in Augsburg ein

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wandte sich am Mittwoch im Konflikt um die Zukunft des Augsburger Luftfahrtwerks mit einem eindringlichen Appell an die Airbus-Spitze. Während sich der Konflikt zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite um den Traditionsstandort verschärft, sagte er unserer Redaktion: „Es gilt nicht weniger als das Erbe von Franz Josef Strauß zu verteidigen.“

Der einstige führende CSU-Politiker und frühere Ministerpräsident war einer der Gründerväter des europäischen Airbus-Konzerns und damit einer der Garanten für die Bildung eines ebenbürtigen Boeing-Konkurrenten. An Airbus sind sowohl der deutsche als auch der französische Staat indirekt mit knapp elf Prozent beteiligt.

Söder fordert die Ampel-Koalition auf, für Premium Aerotec zu kämpfen

Söder appellierte deshalb an die künftige Ampel-Koalition: „Die neue Bundesregierung hat eine Verpflichtung gegenüber Airbus und Premium Aerotec. Airbus darf zu keinem französischen Unternehmen mit deutscher Außenstelle werden.“

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Der in Augsburg sitzende Luftfahrtzulieferer Premium Aerotec gehört noch zu 100 Prozent zu Airbus. Die Führung des Konzerns will jedoch Premium Aerotec aufspalten und einen großen Teil überwiegend an einen Investor verkaufen.

Davon wären allein in Augsburg rund 2200 von etwa 2800 Arbeitsplätzen betroffen. Der Betriebsrat befürchtet, dass ein neuer Mehrheitseigentümer hunderte Stellen nach einer massiven Verlagerung von Produktion ins kostengünstigere Ausland abbauen würde. Am Ende könnte der Standort Augsburg „ausbluten“.

Markus Söder macht sich für die deutschen Airbus-Standorte stark.
Foto: Sven Hoppe, dpa (Archivbild)

Söder forderte deshalb die Airbus-Spitze auf, „dass die Gleichberechtigung der Partner auf Augenhöhe erhalten bleiben und wieder mit Leben erfüllt werden muss“. Der bayerische Ministerpräsident macht sich damit dafür stark, deutsche Airbus-Standorte nicht gegenüber französischen zu benachteiligen. Dafür solle sich die Ampel-Koalition massiv einsetzen und so „eine Abwanderung deutscher Hightech-Kompetenzen verhindern“. Söder warnte in diesem Zusammenhang: „Andernfalls droht ein massiver und unwiederbringlicher Know-how-Verlust für den Luftfahrt-Standort Deutschland.“

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