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Discounter

07.09.2018

Aldi-Nord-Chef Heußinger wirft hin

Der Chef von Aldi Nord, Marc Heußinger, gibt überraschend seinen Posten auf.
Bild: Friso Gentsch, dpa (Archiv)

Vergangenen Dezember wurde der Vertrag des Aldi-Nord-Chefs Marc Heußinger verlängert. Nun gibt er überraschend auf, sein Nachfolger übernimmt kommissarisch.

Der Chef von Aldi Nord, Marc Heußinger, gibt seinen Posten auf. Dies teilte das Unternehmen am Freitag in Essen mit. Der 52-Jährige "hat darum gebeten, ihn von seiner Funktion und seinen Aufgaben zu entbinden." Bis auf weiteres übernehme sein bisheriger Stellvertreter Torsten Hufnagel, 45, die Gesamtverantwortung im Verwaltungsrat. Heußingers Vertrag war erst Ende 2017 um 5 Jahre verlängert worden. Er führte das Unternehmen seit 2011.  

Wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr, wurde Heußinger innerhalb des Unternehmens und von den Eigentümerfamilien vorgeworfen, er setze das vor einem Jahr beschlossene Modernisierungsprogramm nicht schnell genug um. Außerdem seien die Wachstumsraten des Discounter-Konzerns hinter den Erwartungen geblieben. Heußinger habe seinerseits beklagt, dass seine Entscheidungen immer wieder angezweifelt worden seien und er an der Umsetzung behindert worden sei, hieß es weiter. Aus seinem Umfeld heißt es, er habe den Eindruck gehabt, dass die Jakobus-Stiftung, die ein Drittel von Aldi Nord besitzt, ihm kein Vertrauen mehr entgegen gebracht habe. Ein Sprecher wollte die Informationen nicht kommentieren. 

Fünf Milliarden Euro für "Aniko"

Unter dem Projektnamen "Aniko" läuft seit Sommer 2017 eine Modernisierung der Aldi-Nord-Filialen. In Deutschland sollen alle rund 2300 Märkte ein helleres und freundlicheres Aussehen bekommen. Der Discounter will fünf Milliarden Euro für das gesamte Programm ausgeben. Vor allem das Angebot an frischer Ware wie Obst und Gemüse sowie an Fleisch und Fisch wird im Vergleich zu den alten Filialen ausgebaut. 

Das Unternehmen ist im Besitz von drei Stiftungen: der Markus- und der Lukas-Stiftung, die von der Gründerwitwe Cäcilie Albrecht und ihrem Sohn Theo Albrecht Junior kontrolliert werden, sowie der Jakobus-Stiftung, bei der Nachkommen von Theos 2012 gestorbenem Bruder Berthold das Sagen haben. Große Investitionen und wichtige Entscheidungen können von den Stiftungen nur einstimmig freigegeben werden. (dpa)

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