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Air Berlin

04.10.2011

Anlegerschützer: Promi-Freiflüge sind ein Skandal

Der Einstieg eines Investors könnte Air Berlin frisches Geld und auch mehr Zeit.
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Die Fluggesellschaft Air Berlin beendet ihr langjähriges Sonder-Flugprogramm für Prominente.
Bild: dpa

Mehr als 100 Prominente flogen jahrelang umsonst mit Air Berlin. Die Fluggesellschaft stoppt nun das Gratisflug-Programm. Anlegerschützer sind empört, Wirtschaftsprüfer ermitteln.

Keine Freiflüge mehr für Promis: Die zweitgrößte deutsche  Fluggesellschaft Air Berlin stellt zum Jahresende das langjährige Gratisflug-Programm für Prominente ein. Wie die Bild am Sonntag berichtet, konnten mit der "Counter Card Premium Plus" mehr als 100 ausgewählte Personen aus Wirtschaft, Sport, Kultur und Unterhaltung und deren Familien damit jederzeit kostenlos mit der deutschen Fluggesellschaft reisen.

Die Airline habe für die Inhaber auch die Versteuerung des  geldwerten Vorteils bei Inanspruchnahme der Freiflug-Card  übernommen. Das seit Jahren laufende Gratisflug-Programm für Promis  geriet der BamS zufolge ins Visier der Konzernaufsicht, nachdem der langjährige Air-Berlin-Chef Joachim Hunold sein Amt  niederlegte. Der Gründer der Fluglinie war zum 1. September zurückgetreten, sein Nachfolger wurde der ehemalige Bahn-Chef  Hartmut Mehdorn. Die Entscheidung, das Programm einzustellen, sei vor dem Hintergrund der Neuausrichtung des Unternehmens gefasst worden, sagte Air Berlin-Sprecher Uwe Berlinghoff am Wochenende.

Wie das Unternehmen mitteilte, räumte Air Berlin sogenannten Markenbotschaftern "günstige Konditionen" ein, wenn sie mit Air Berlin fliegen. "Aus Sicht von Air Berlin unterstützen diese Beziehungen eine erfolgreiche Positionierung" des Unternehmens, betonte er in einer Mitteilung. Laut Bild am Sonntag soll nun die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG klären, ob durch das Programm die Fluggesellschaft und damit deren Aktionäre geschädigt worden seien.

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Anlegerschützer empört über Promi-Freiflüge für Air Berlin

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) reagierte am Montag empört auf die Promi-Freiflüge."Das ist ein unfassbarer Skandal", sagte SdK-Anlegerschützer Michael Kunert der Berliner Zeitung. Er forderte Air Berlin auf, unverzüglich die Liste der Prominenten offenzulegen, die von den Gratisflügen profitiert hätten. "Die Aktionäre haben ein Recht darauf zu erfahren, wie viel das Programm gekostet hat und wie lange es existiert hat", sagte Kunert.

"Möglicherweise werden wir den Aktionären empfehlen, das Unternehmen oder Herrn Hunold persönlich auf Schadenersatz zu verklagen", sagte Kunert mit Blick auf den langjährigen Vorstandschef Joachim Hunold. Sollte sich herausstellen, dass auch Politiker von den Freiflügen profitierten, müsse von verdeckter Parteienfinanzierung ausgegangen werden.

Das Geschäft der vor 20 Jahren gegründeten Fluggesellschaft lief  in den vergangenen Jahren nicht mehr so gut. Seit 2008 schreibt Air  Berlin rote Zahlen. Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft will  deshalb binnen eines Jahres auf rund jede zehnte ihrer Maschinen verzichten. afp/dpa/dapd

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