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Apple und Amazon
08.10.2018

Chips heimlich eingebaut? Späh-Vorwurf lässt Kurse abstürzen

Ließ das chinesische Militär ausländische Unternehmen ausspähen? Dieser Verdacht belastet nun fernöstliche Unternehmen wie Huawei.
Foto: Robert Schlesinger, dpa

Zweifel an der Sicherheit asiatischer Hardware reißen die Börsenwerte fernöstlicher IT-Firmen ins Minus. Was aber stimmt an den Berichten über Spionage?

Die Enthüllungen über Spionage-Chips in Netzwerkrechnern aus chinesischer Produktion ruft in der IT-Industrie große Aufregung hervor. Obwohl Branchengrößen wie Apple und Amazon kategorisch leugnen, dass ihre Rechenzentren unsicher sein könnten, pflanzen sich die Auswirkungen des Berichts immer weiter fort: Unter Computerprofis ist das Vertrauen in Hardware aus China geschwunden. Die Aktienkurse der angeblichen Urheber der manipulierten Hardware befinden sich im freien Fall.

Spioniert China Apple- und Amazon-Kunden aus?

Ende vergangener Woche hatte der Wirtschaftsdienst Bloomberg über einen Skandal um manipulierte Computerteile berichtet, der angeblich bis ins Jahr 2015 zurückreicht. Demnach haben chinesische Geheimdienste auf den Hauptplatinen von Servern für den amerikanischen Markt spezielle Chips verstecken lassen, die den Hackern aus Fernost einen Fernzugang zu den Systemen eröffnen. Wenn das stimmt, hat sich eine lange gehegte Befürchtung bewahrheitet: China liest mit. Und die Abhängigkeit von Hardware aus Asien wird zur Falle für die westliche Industrie.

Die Enthüllung über die winzigen Chips hat daher riesige Auswirkungen. Die Aktienkurse der betreffenden Zulieferer sind abgestürzt: Der taiwanische Apple-Zulieferer Wistron beispielsweise, der auf dem chinesischen Festland produzieren lässt, verlor seit Erscheinen des Berichts 7,5 Prozent seines Wertes. Der Preis für die Papiere von Lenovo, einem Anbieter von PCs und Netzrechnern, sank am Montag im Hongkonger Handel um drei Prozent, nachdem sie am Freitag bereits 15 Prozent verloren hatten. Das Minus bei den Elektro-Werten hat am Montag sogar die Gesamtmärkte in der ganzen Region in die roten Zahlen gezogen.

Markt reagiert heftig auf die Spionage-Vorwürfe

Der Markt reagiert damit recht heftig, bevor die Lage auch nur annähernd geklärt ist. Denn Apple und Amazon, die neben dem US-Verteidigungsministerium und weitere Institutionen als Empfänger der gezinkten Server genannt wurden, dementieren den Bericht beharrlich. „An dem Artikel stimmt so vieles nicht, dass wir gar nicht wissen, wo wir anfangen sollen“, schreibt Stephen Schmidt, Chef der IT-Sicherheit bei der Server-Tochter von Amazon, in seinem Blog. Amazon habe keine Sicherheitslücken entdeckt und auch nicht mit Ermittlern bei der Aufklärung zusammengearbeitet, wie Bloomberg behauptet.

Auch Supermicro, das Unternehmen, das die manipulierten Platinen hat produzieren lassen, sagt klipp und klar, dass es keine verdächtigen Chips entdeckt habe. Beide Unternehmen werfen Bloomberg vor, ihre Version der Geschichte gar nicht ausreichend beachtet zu haben. Die Journalisten verweisen jedoch ihrerseits auf extrem zuverlässige Quellen in US-Behörden.

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In der IT-Welt kursiert nun auch eine andere Version der Ereignisse: Die gefährlichen China-Chips habe es so nicht gegeben – aber die Regierung Trump wolle dem asiatischen Rivalen eins auswischen und habe deshalb den Bloomberg-Reportern eine Lügengeschichte aufgetischt. Das hätte insofern funktioniert, als der Schaden für die asiatischen Hersteller bereits ganz real ist. Chinesische Anbieter wie Huawei haben wegen Sicherheitsbedenken bisher schon keine Telekom-Ausrüstung in den USA absetzen können – nun sinken ihre Chancen weiter. Denn zumindest theoretisch ist so ein Angriff technisch absolut machbar.

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