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Reise-Ärger

14.12.2019

Auch ohne Flugchaos: Tausende Beschwerden bei Schlichtungsstelle

Probleme mit Flügen, Bus- und Bahnfahrten haben in diesem Jahr zu Tausenden Beschwerden bei der zuständigen Schlichtungsstelle geführt.
Bild: Hauke-Christian Dittrich, dpa (Symbolbild)

Gibt es nach Reise-Ärger Streit mit dem Anbieter, muss der nicht vor Gericht landen. Bei Schlichtungen ist die Aussicht auf Erfolg nicht gerade schlecht.

Verspätungen, Gepäckverlust und ausgefallene Flüge: Probleme bei Flug-, Bus- und Bahnreisen haben in diesem Jahr zu Tausenden Beschwerden bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr geführt. Geschäftsführer Heinz Klewe sagte der Deutschen Presse-Agentur, er rechne bis Jahresende mit rund 26.000 Anträgen. Das ist die zweithöchste Zahl nach 2018, damals hatte das sommerliche Flugchaos zu einer Verdoppelung der Beschwerden geführt. 

"Die von der Luftfahrtbranche und der Politik eingeleiteten beziehungsweise schon realisierten Maßnahmen zeigen offensichtlich Wirkung", erklärte Klewe den Rückgang. 

Lässt man das Ausnahmejahr 2018 außen vor, steigt die Zahl der Beschwerden seit Jahren an. "Die Verbraucher nutzen die Schlichtung zunehmend als eine für sie kostenlose und stressfreie Alternative zum Gang vors Gericht." In diesem Jahr konnte nach Klewes Worten in 90 Prozent der Fälle eine Einigung gefunden werden.

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Die Zahl der Beschwerden bei der Schlichtungsstelle steigt seit Jahren an

Weiter zugenommen haben die Beschwerden von Bahn- und Fernbuskunden, sie fallen aber weniger ins Gewicht. Bis Ende November haben sich 2939 Bahnkunden an die Schlichtungsstelle gewandt, ein Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Zum Vergleich: Direkt bei der Bahn haben sich im vergangenen Jahr allein Fernverkehr rund 300.000 Kunden beschwert. Auch 577 Fernbuskunden wandten sich bis Ende November an die Schlichter, sieben Prozent mehr als ein Jahr zuvor. 

Die SÖP ist von der Bundesregierung als Schlichtungsstelle für Bahn, Luftverkehr, Fernbus und Schiff anerkannt. Zum größten Teil geht es um eine Entschädigung bei Verspätungen oder Ausfällen von Flügen und Bahnfahrten. Rund 400 Verkehrsunternehmen beteiligen sich an dem Schlichtungsverfahren, das sie selbst finanzieren.

Seit Dezember können sich auch Verbraucher dort beschweren, die mit einer online gebuchten Reise unzufrieden sind. Die Anbieter Ebookers, Evaneos, Expedia, HolidayCheck, Journaway und Weg.de sind beteiligt. "Mit dem Einstieg in die Reiseschlichtung kommen wir dem Ziel näher, Lösungen für bestehende Streitigkeiten im gesamten Bereich Reisen und Verkehr anzubieten", sagte Klewe. "Es wird vermutlich jedoch noch eine Zeit dauern, bis auch die Reiseveranstalter sich zu einer Teilnahme am Schlichtungsverfahren entschließen." (dpa)

Lesen Sie dazu auch: Wie die Deutsche Bahn Rollstuhlfahrer diskriminiert

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