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Audi-Chef
19.06.2018

Rupert Stadler: Sein letztes Interview vor der Haft

Sitzt vorerst in Untersuchungshaft: Bei Audi-Chef Rupert Stadler besteht nach Auffassung der Staatsanwaltschaft Verdunkelungsgefahr.
Foto: Armin Weigel, dpa (Archiv)

Rupert Stadler hat unserer Redaktion noch am 24. Mai in Ingolstadt gesagt, wie sehr er ein Ende der Diesel-Krise herbeisehnt und was er plant.

Ein trüber Donnerstag in Ingolstadt. Es hat geklappt. Audi-Chef Rupert Stadler und seine Presse-Experten empfangen unsere Redaktion zum Interview. An diesem 24. Mai wirkt der Manager zumindest nach außen hin gefasst, sogar aufgeräumt, ja locker wie eh und je. Der 55-Jährige ist ein kommunikativer Mensch, der schon immer offen mit Medienvertretern umging. Stadler will an diesem Tag reden. Da hat sich einiges in ihm aufgestaut.

Stadler zeigte sich schlagfertig

Das Gespräch sollte sein letztes Interview sein, ehe er am Montag verhaftet wurde. Im Gespräch zeigte sich der Oberbayer gewohnt schlagfertig. Die Eingangsfrage, warum er Kanzlerin Angela Merkel nicht auf ihrer China-Reise begleitet habe, konterte er launig mit der Feststellung: „Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess nimmt teil und ich kann ihnen deshalb in Ingolstadt dieses Interview geben.“

Es blieb natürlich nicht bei für Stadler angenehmeren Fragen, wie sich die Geschäfte in Asien entwickeln. Schnell ging es um die Diesel-Krise, die Stadler auch so nennt und sich nicht auf die lange im Volkswagen-Imperium vorherrschende Formulierung „Diesel-Thematik“ zurückzieht. Der Audi-Chef räumte dann etwas ein, was über Deutschland hinaus zur Nachricht werden sollte. Denn Stadler schloss weitere Rückrufe nicht aus: „Durch eine maximal lückenlose Aufklärung, wie wir sie betreiben, stoßen wir immer noch auf Auffälligkeiten, die wir unverzüglich den Behörden melden.“

Stadler: "Die letzten zweieinhalb Jahre haben uns viel abverlangt"

In dem Interview menschelte es auch. Stadler gewährte Einblicke in sein Gefühlsleben, was wiederum einen Nachrichtenwert hatte. So gestand der Auto-Mann: „Die letzten zweieinhalb Jahre haben uns viel abverlangt. Allen Audianern, aber auch meiner Familie und mir.“ Trotz schwerer Phasen sei er nicht der Typ, der die Flinte ins Korn werfe.

Auch für launige Einlassungen über seine Zukunft zeigte sich Stadler offen. Darauf angesprochen, ob er die einst mit seiner Frau gemachte Fahrrad-Wallfahrt ins spanische Santiago de Compostela wiederholen wolle, wenn die Diesel-Krise vorbei sei, meinte er: „Dann gehe ich zu Fuß. Das habe ich mir vorgenommen. Meine Frau kommt mit.“ Auch dieser im Interview ausgesprochene Traum wurde zur Nachricht. Ob und wann sich der Wunsch erfüllt, ist offen. Stadler sagte jedenfalls: „Bei einer solchen Wallfahrt findet man innere Ruhe und wieder zu sich selbst.“

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