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Audi schlägt sich in der Corona-Krise gut

Kommentar Von Stefan Stahl
18.03.2021

Schon im Corona-Jahr ging die Elektro-Strategie des Unternehmens auf. Wie es weitergeht, hängt am Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Corona war da, als er als Audi-Chef anfing. Und Corona bestimmt nach wie vor die Arbeit von Markus Duesmann. Doch die Ingolstädter Autobauer haben sich in diesem „verrückten“ Jahr 2020, wie es der Manager nennt, gut geschlagen. Nach einem schwierigen ersten Halbjahr drückten Duesmann und sein Team aufs Gas und starteten eine erfolgreiche Aufholjagd. So konnte Audi 2020 mit dem erfolgreichsten Quartal der Unternehmensgeschichte abschließen. Erstmals wurden mehr als eine halbe Million Fahrzeuge in einem Quartal an Kunden ausgeliefert.

Auch wenn das Unternehmen unter dem Strich schmerzhafte Umsatz- und Gewinnrückgänge gegenüber 2019 hinnehmen musste, passt die Bilanz für Duesmann. In der Corona-Krise hat der durch die Diesel-Affäre an den Rand des moralischen Abgrunds gedrängte Autohersteller erstaunliche Widerstands- und vor allem Erneuerungskraft unter Beweis gestellt.

Audi-Chef Duesmann hat ein grünes Auto-Herz

Der neue Herr der vier Ringe hat ein grünes Auto-Herz. Wie sein Chef, Volkswagen-Lenker Herbert Diess, treibt er die Elektromobilität mit immer neuen Modellen voran. Audi fährt wie Volkswagen im Zeitgeist geschmeidig mit: Und der ist grün. Dass sich deutsche Auto-Bosse einmal zu Klimaschützern aufschwingen, wäre vor fünf Jahren noch undenkbar gewesen. Doch jüngere Manager, in deren Jugend die Umweltbewegung bereits an Fahrt aufgenommen hat, denken um. Das gilt gerade für den 51-jährigen Duesmann.

Rühmten sich Auto-Chefs früher, Benzin im Blut zu haben, stehen sie heute unter Strom. Das ist eine Revolution, wenn auch keine freiwillige. Denn Brüssel legt mit immer strikteren CO2-Vorgaben den Auto-Bossen Handschellen an. Sie können nicht anders, als den Weg weg von den Verbrennungsmotoren einzuleiten. Der moralische Druck vor allem junger Klimaschützer lässt ihnen am Ende keine andere Wahl als die Elektromobilität.

Duesmann startete bei Audi eine Öko-Revolte

Dabei handelt Duesmann konsequent, indem er angekündigt hat, dass Audi keine neuen Verbrennungsmotoren mehr entwickeln, sondern bestehende nur verbessern will. Das ist nun wirklich eine Revolution. Doch zu einer erfolgreichen Öko-Revolte braucht es zwei Aufrührer, eben Hersteller und Kunden. Letztere werden aber erst in Scharen Elektro-Autos kaufen, wenn sie überall problemlos ihre Fahrzeuge aufladen können, ob in der Tiefgarage oder am Arbeitsplatz. Sonst wird aus der Revolution zumindest in den nächsten drei Jahren nur ein Revolutiönchen. Das wäre für die Autobauer fatal, investieren sie doch Milliarden in Elektroautos.

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