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Bilanz

11.03.2008

Audi will 2008 die Million knacken

Die Audi-Erlöse stiegen im Jahr 2007 um 7,9 Prozent auf 33,6 Milliarden Euro.
Bild: DPA

In den zurückliegenden zwölf Jahren ist es mit Audi stets bergauf gegangen - so auch 2007. 964.000 Fahrzeuge - Rekord. Operatives Ergebnis von 2,71 Milliarden Euro - Rekord. Umsatzrendite 8,7 Prozent - noch ein Rekord. Von Josef Karg

Von Josef Karg

Ingolstadt. In den zurückliegenden zwölf Jahren ist es mit Audi stets bergauf gegangen. 964 000 Fahrzeuge (plus fünf Prozent) lieferte der Konzern 2007 aus - Rekord. Das operative Ergebnis kletterte um 34 Prozent auf 2,71 Milliarden Euro - auch Rekord. Die Umsatzrendite, die viel darüber aussagt wie ertragreich ein Unternehmen ist, stieg von 6,2 auf 8,7 Prozent - nochmals ein historischer Rekord.

Kein Wunder, dass sich Konzernchef Rupert Stadler den Journalisten mit breiter Brust präsentiert: "In diesem Jahr wollen wir beim Absatz die Millionengrenze überschreiten", kündigte der stets optimistisch gestimmte Manager bei der Bilanzvorlage des Konzerns in Ingolstadt an. Die ersten beiden Monate seien sehr positiv gewesen.

Einen Beitrag fürs nächste Rekordjahr leisten soll dabei das Volumenmodell A4. Stadler: "Die neue A4 Limousine entwickelt sich prächtig: Wir verzeichnen in den wenigen Monaten seit seiner Weltpremiere bereits über 70 000 Bestellungen - das liegt deutlich über unseren Erwartungen."

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Im vergangenen Jahr hat Audi die weltweite Nachfrage nach Prestige-Fahrzeugen wie den Sportwagen A5 und R8 oder die TT-Modelle sowie den schweren Geländewagen Q7 weiter nach vorne geschoben. Selbst im vergleichsweise lahmen deutschen Markt schrumpfte Audi schwächer als der Rest und steigerte den Marktanteil. Nicht zu reden von den neuen Märkten wie Russland (plus 50 Prozent Wachstum) oder China (plus 25 Prozent), wo sich die Ingolstädter in der Premium-Liga bisher ziemlich gut positionieren konnten.

Auch in Nordamerika will man bei Audi in den kommenden Jahren noch besser Tritt fassen. Sowohl dort als auch in China, kündigt Stadler an, werde das Unternehmen bis 2015 doppelt so viele Fahrzeuge verkaufen wie heute (jeweils rund 100 000).

Finanzchef Axel Strobek dämpfte zwar die Freude ein wenig, indem er Risiken wie eine abkühlende US-Konjunktur, steigende Rohstoffpreise und Währungskursrisiken anführte. Doch auch er zeigte sich zuversichtlich, das Audi den "profitablen Wachstumspfad der vergangenen Jahre" unvermindert fortsetzen wird.

In diesem Zusammenhang denkt das Management schon seit geraumer Zeit über ein Werk in Nordamerika nach. Noch gebe es zwar einige Faktoren zu diskutieren, so Stadler vorsichtig. Trotzdem erwarten Experten, dass eine Entscheidung bald fällt. Nicht allein wegen geringerer Währungsrisiken mit dem Dollarraum, sondern insbesondere, weil ein in den USA produziertes Modell dort für Audi das Signal zum Durchstarten ist.

Am besten wäre ein verbrauchsoptimiertes Fahrzeug, wissen die Audi-Manager. Stadler sagte: "Wir stellen uns auch alternativen Antriebskonzepten." Schon der neue Geländewagen Q5 soll mit Hybridantrieb verfügbar sein. Entwicklungsvorstand Michael Dick setzt zudem bei alternativen Antriebskonzepten auf Elektroantrieb mit Lithium-Ionen-Batterie. Gerade in Großstädten sieht er Potenzial.

Bis 2012 plant der Autokonzern jedenfalls, dass die gesamte Audi-Flotte rund 20 Prozent weniger Kohlendioxid ausstoßen soll. Einen Seitenhieb auf die Politik kann sich der Vorstandsvorsitzende in diesem Zusammenhang nicht verkneifen: "Ich hoffe, dass an dem CO2-Vorschlag der EU-Kommission nachgebessert wird." Er wünsche sich von der Politik mehr Augenmaß und Vernunft, was dieses Thema betrifft, so Stadler. Dann führt er eine bei Autoherstellern beliebte Drohgeste aus: "Weit mehr als eine Million Arbeitsplätze hängen an der Automobilindustrie. Die dürfen wir nicht aufs Spiel setzen."

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