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Lehrstellenoffensive

12.05.2020

Ausbildung zur Bauzeichnerin: Lisa Klarwein erarbeitet die Pläne für Traumhäuser

Lisa Klarwein (links) und Mathias Schröther (Mitte) lassen sich beim Fertighaus-Hersteller Baufritz aus Erkheim zu Bauzeichnern ausbilden. Volker Hocke kümmert sich um die Nachwuchskräfte.
Bild: Lea Zint/Baufritz

Schon als Kind beschäftigte sich Lisa Klarwein mit Grundrissen, jetzt lernt sie Bauzeichnerin bei Baufritz in Erkheim.

Freizeitbeschäftigungen von den meisten Kindern: Draußen spielen, fernsehen, Sport treiben. Freizeitbeschäftigung von Lisa Klarwein im Grundschulalter: Grundrisse zeichnen. Bis heute, mit 20 Jahren, hat sie die Faszination für Häuser und Gebäude nicht losgelassen. Welche Berufswahl wäre da passender als Bauzeichnerin?

Also begann Klarwein nach ihrem Realschulabschluss und verschiedenen Praktika eine Ausbildung beim Holz-Fertighaus-Hersteller Baufritz in Erkheim im Unterallgäu. Inzwischen ist sie im dritten Ausbildungsjahr – und nach wie vor in ihrem Element.

Ausbildung zur Bauzeichnerin: So erarbeitet Lisa Klarwein Pläne für Traumhäuser

Anders als in der Kindheit zeichnet Lisa Klarwein die Pläne inzwischen überwiegend am Computer. Mithilfe eines speziellen Programms und in Rücksprache mit den Architekten, gestaltet und plant die 20-Jährige Häuser vom Grundriss bis hin zu den Elektroinstallationen. „Welche Höhe hat dieser Balken? Wo muss diese Leitung verlaufen? Bei solchen Fragen kommt es auf jeden Millimeter an“, sagt Klarwein. „Da muss wirklich alles stimmen. Ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen ist deshalb extrem wichtig – genau wie eine gute Grundlage in Mathe.“

Ein Bauprojekt in Lisa Klarweins Händen beginnt mit einem sogenannten Bemusterungsplan, der die gröbsten Vorgaben für das jeweilige Gebäude im Vorfeld absteckt. Bis die Auszubildende dann ein Projekt fertig geplant hat, dauert es normalerweise vier bis fünf Wochen – je nach den zusätzlichen Sonderwünschen der Kunden. Da viele Abstimmungen getroffen werden müssen, laufen mehrere Vorhaben parallel.

Und sobald dann aus dem Traum der Auftraggeber und den Plänen der jungen Bauzeichnerin ein fertiges Gebäude geworden ist? „Das sind krasse Momente, wenn man das sieht. Ein schönes Gefühl“, sagt Klarwein. „Manchmal kann man gar nicht glauben, dass man das einfach so gezeichnet hat und daraus ein Haus geworden ist, in dem Menschen leben.“

Warum der Beruf des Bauzeichners keine Männerdomäne bleiben muss

Lange galt der Beruf Bauzeichner als männerdominiert. Doch die Zeiten haben sich geändert: Die Mehrheit der sieben Auszubildenden bei Baufritz ist weiblich. „Es ist gut, wenn sich immer mehr Mädels dafür entscheiden, Bauzeichnerinnen zu werden“, sagt Klarwein. „Es gibt keinen Grund, warum wir das nicht mindestens genauso gut können sollten wie die Männer.“ Auch die IHK Schwaben berichtet davon, dass sich der Ausbildungsberuf bei Frauen immer größerer Beliebtheit erfreut.

Besonders wichtig ist Klarwein, dass Baufritz als Unternehmen einen nachhaltigen Ansatz verfolgt. „Alle Materialien werden streng geprüft, ob sie die Umwelt, so gut es geht, schonen“, sagt Klarwein. „Ich sehe darin einen klaren Sinn, das erleichtert mir die Arbeit.“ Auch mit dem Ausbildungskonzept kann sich die 20-Jährige identifizieren. Jeder Lehrling bekommt einen Paten an die Seite gestellt, einen erfahrenen Bauzeichner, der bei Fragen zu Projekten Tipps gibt. „Wir sind nicht auf uns allein gestellt, sondern bekommen ausreichend Unterstützung“, sagt Klarwein.

Eine Ausbildung zum Bauzeichner eröffnet jungen Menschen viele Möglichkeiten

Eines Tages, hat sich Lisa Klarwein vorgenommen, will sie selbst einmal Patin für Auszubildende sein und die Hilfe geben, die sie momentan noch selbst braucht. Um diesem Ziel näher zu kommen, wollte sie eigentlich am 12. Mai ihre Abschlussprüfung schreiben. Diese wurde wegen der Corona-Pandemie auf unbestimmte Zeit verschoben. Ein erfolgreiches Abschneiden vorausgesetzt, ist ihr die Übernahme bei Baufritz aber schon sicher.

Für die Zeit nach der Abschlussprüfung stehen der jungen Frau viele Türen offen. Die Meister- oder Technikerschule kämen für Klarwein zwar eher nicht infrage, dafür aber ein Studium oder eine Weiterbildung zur Baubiologin.

Zunächst jedoch möchte die 20-Jährige nur: arbeiten, arbeiten, arbeiten. „Ich will so viele Erfahrungen wie möglich sammeln, mein Wissen vertiefen und auch anspruchsvollere Projekte wie Mehrfamilienhäuser angehen“, sagt Klarwein. Es wären nur die nächsten, konsequenten Schritte einer Karriere, die schon im Grundschulalter begann.

Lesen Sie auch: So klappt die Lehrstellensuche in Corona-Zeiten

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