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Ingolstadt

29.03.2015

Autonomes Fahren - Fahrerlos durch die Nacht?

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3 Bilder
Das Ingolstädter Team rund um Teamsprecher Gennaro Notomista (Mitte) mit ihrem autonom fahrenden Modell-Audi.
Bild: Manfred Dittenhofer

Audi veranstaltet für Studenten einen Wettbewerb im autonomen Fahren. Nach einem halben Jahr Arbeit haben die jungen Entwickler das ein oder andere schlaue Modell hervorgebracht.

Eine fast schon anmutige Drehung, ein Tor und danach eine Jubel-Pirouette. Das alles vollführte der Audi Q5 im Maßstab 1:8 der Studenten der Hochschule Ingolstadt. Und damit war ihnen nicht nur den Beifall der Zuschauer sicher, sondern auch eine Menge Punkte der Jury des "Autonomous Driving Cups", der erstmals von Audi in Ingolstadt ausgerichtet wurde. Allerdings reichte es dann für die Studenten der Ingolstädter Uni leider nur für den undankbaren vierten Platz bei zehn teilnehmenden Teams.

Schlaue Autos sind gefragt

Aber bei der Kür, die sie zum Torschuss nutzten, war den Ingolstädtern die große Anerkennung sicher. Die Pflichtübungen hatten bereits am Vortag stattgefunden. Gefragt waren bei diesem Wettbewerb "schlaue Autos". Die Modelle mussten völlig autonom einen Parcours mit verschiedenen Sektoren durchfahren: Dabei mussten die Fahrzeuge die Spur halten, Verkehrszeichen und Kreuzungen erkennen und daraus auch zum Beispiel Vorfahrtsberechtigungen ableiten.

Sie mussten sich selbstständig einen freien Parkplatz suchen und längs und quer einparken. Alles sehr anspruchsvolle Themenstellungen, wie Dr. Lars Masow vom Wettbewerbskomitee bestätigte. "Wir haben den Universitäten die Modelle mit der Sensorik überlassen, um alle mit der gleichen Hardware starten zu lassen." Die Studenten mussten dann die Software entwickeln, damit das Modellauto die gestellten Aufgaben bewältigen konnten. Ein halbes Jahr hatten sie für die Aufgabe Zeit.

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Teamarbeit mit Höhen und Tiefen

Die fünf Studenten aus Ingolstadt wurden von Professor Michael Botsch betreut: "Die Teilnehmer konnten viel von der im Studium erworbenen Theorie in der Praxis umsetzen. Und dazu kam eine Menge Erfahrung, wie Teamarbeit mit all ihren Höhen und Tiefen funktioniert."

Gennaro Notomista und seine engagierten Studienkollegen freuten sich über ihren vierten Platz. "Wir hatten einige Probleme bei den Pflichtübungen", berichtete der Sprecher der Gruppe. Der Italiener hat bereits einen Bachelorabschluss in der Tasche. Seine Masterarbeit in Automotive Engeneering steht kurz vor dem Abschluss. "Für die Programmierung des Driftens haben wir zwei Wochen gebraucht. Und dann lag in einem unserer Labore ein Ball. So entstand die Idee, dass das Modell mit dem Drift auch Tore schießen kann."

Audi sichtet beim Wettbewerb junge Talente

Zum ersten Mal trug Audi den Wettbewerb um Modellautos mit künstlicher Intelligenz aus. Zum einen möchte der Autobauer damit das Know How in der Robotik, das an den Unis vorhanden ist, nutzen. Und zum anderen versucht das Ingolstädter Automobilunternehmen mit diesem Projekt, Nachwuchskräfte in der Fahrzeugentwicklung für sich zu gewinnen. Gennaro Notomista würde sich jedenfalls über eine Anstellung bei Audi freuen, sagte er. Um den Sieg kämpften im Finale die Teams der Technischen Universität München, der Universität Karlsruhe und der Universität Freiburg.

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