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Banken
06.06.2014

Streit über Strafe könnte BNP-Top-Manager den Job kosten

Mit der Drohung einer Milliardenstrafe hat die US-Justiz die Großbank BNP Paribas in die Ecke getrieben.
Foto:  Ian Langsdon (dpa)

Der Streit um eine Milliardenstrafe für die französische Großbank BNP könnte einen Top-Manager des Geldhauses seinen Job kosten.

Das Institut soll bereit sein, sich von dem langjährigen Vorstand Georges Chodron de Courcel zu trennen, um die US-Justiz zu besänftigen, wie "New York Times" und "Financial Times" (Freitag) übereinstimmend schreiben.

Frankreichs Regierung will die Strafe für BNP nicht einfach hinnehmen und droht mit negativen Auswirkungen auf die Freihandelsgespräche der EU mit den USA.

Die US-Justiz hatte in den Vergleichsverhandlungen wegen möglicher Verstöße gegen US-Finanzregeln zuletzt den Druck auf das Geldhaus deutlich erhöht: Neben einer Rekordstrafe von mehr als zehn Milliarden Dollar wollen die Finanzaufseher angeblich auch personelle Konsequenzen sehen. BNP wollte sich zunächst nicht äußern.

Das Geldhaus steht im Verdacht, bei Geschäften mit Staaten wie Iran, Kuba und dem Sudan jahrelang gegen US-Sanktionen verstoßen zu haben. Allerdings kollidieren offenbar die meisten der verdächtigen Geschäfte, die in der Regel von Paris und Genf aus gesteuert wurden, nicht mit französischem oder europäischem Recht. Dennoch sehen die USA eine Handhabe, da die Transaktionen in US-Dollar abgewickelt wurden.

Inwiefern Chodron de Courcel selbst in das mutmaßliche Fehlverhalten seines Hauses involviert war, ist unklar. Er ist unter anderem für das Firmenkundengeschäft zuständig und hätte laut "New York Times" möglicherweise einige der verdächtigen Transaktionen verhindern können.

Die französische Regierung wehrt sich gegen die Strafe für Frankreichs größtes Geldinstitut. Außenminister Laurent Fabius nannte angedrohte Strafe von zehn Milliarden US-Dollar im französischen Rundfunksender RTL "nicht angemessen" und drohte "negative Auswirkungen" auf die Freihandelsgespräche der EU mit den USA an.

Dieses Freihandelsabkommen könne nur auf der Grundlage der Gegenseitigkeit existieren, sagte Fabius. Wenn im Fall einer europäischen Bank Einseitigkeit und nicht Gegenseitigkeit vorherrsche, dann könne das durchaus negative Folgen haben, sagte der Minister. Auch Präsident François Hollande hatte sich beim G7-Gipfel in Brüssel in dieser Woche bei seinem US-Amtskollegen Barack Obama über das Vorgehen der Ermittler beschwert, war damit aber abgeblitzt. (dpa)

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