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Börse
06.08.2019

Dax nach heftigem Einbruch auf Erholungskurs

Die Börse in Frankfurt.
Foto: Alexander Heinl/Archiv (dpa)

Nach dem heftigen Dämpfer zum Wochenauftakt hat der deutsche Aktienmarkt am Dienstag einen Erholungsversuch gestartet.

Der Dax notierte am Vormittag 0,70 Prozent höher bei 11 740,27 Punkten und damit knapp unter seinem bisherigen Tageshoch. Der MDax, der die Aktien mittelgroßer deutscher Unternehmen repräsentiert, legte um 0,88 Prozent auf 25 258,47 Zähler zu. Der EuroStoxx 50 rückte um rund 0,7 Prozent vor.

Für etwas Entspannung sorgte Händlern zufolge, dass China seine Währung am Dienstag wieder etwas aufwerten ließ. Zuvor hatte die US-Regierung China beschuldigt, den Kurs seiner Valuta zu manipulieren, um sich unfaire Vorteile im internationalen Wettbewerb zu sichern. China hatte am Montag den Yuan abgewertet. Hinzu kam, dass die deutsche Industrie im Juni deutlich mehr Aufträge erhalten hatte als erwartet.

Unter den Einzelwerten standen die Aktien der Deutschen Post mit einem Kursanstieg von fast 5 Prozent an der Dax-Spitze. Beiersdorf-Papiere drehten nach einem schwachen Handelsauftakt ins Plus und notierten zuletzt 4 Prozent fester. Mit einem Kursgewinn von 5,8 Prozent waren die Gea-Aktien klarer Spitzenreiter im MDax. Metro-Aktien setzten ihre Talfahrt vom Vortag fort und verloren als MDax-Schlusslicht 6,3 Prozent an Wert.

Der Yuan war am Montag auf den tiefsten Stand zum US-Dollar seit mehr als elf Jahren gefallen. Ein Dollar hatte erstmals seit 2008 wieder mehr als sieben Yuan gekostet. Diese Marke galt unter Experten lange Zeit als "rote Linie", die die chinesische Notenbank nicht überschreiten werde. Dass sie es jetzt zugelassen hat, rief bei Analysten Befürchtungen hervor, China könne den Wechselkurs zur Waffe im Handelskonflikt mit den USA nutzen. Ein niedrigerer Wechselkurs zum Dollar verbilligt den Preis chinesischer Produkte im Ausland. 

Die Abwertung war als weitere Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China gewertet worden, weil der Yuan nicht gänzlich frei schwankt, sondern durch die chinesische Notenbank beeinflusst wird. An den Börsen wuchs die Angst, dass Politiker beider Länder mit immer neuen Gegenmaßnahmen reagieren würden - und so das Wachstum der Weltwirtschaft abwürgen. Die Wall Street verzeichnete am Montag einen der schlechtesten Handelstage des Jahres, auch der deutsche Leitindex Dax fiel deutlich. Am Dienstag stabilisierte er sich zunächst wieder.

Trump hatte die Abwertung des Yuan als "Währungsmanipulation" kritisiert. Er legte auf Twitter nach: China habe "schon immer die Manipulation seiner Währung genutzt, um unsere Unternehmen und Fabriken zu stehlen, unseren Arbeitsplätzen zu schaden" und die Löhne der amerikanischen Arbeiter zu drücken. "Damit ist jetzt Schluss."

Chinesische und amerikanische Unterhändler sollen sich im September erneut in Washington treffen, um ein Handelsabkommen abzuschließen.  (dpa)

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