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22.06.2009

Bundesbank dämpft Hoffnung auf Ende der Krise

Bundesbank dämpft Hoffnung auf Ende der Krise
Bild: DPA

Frankfurt/Main (dpa) - Die Deutsche Bundesbank hat die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Wirtschaftskrise erneut gedämpft. Zwar scheine mit Beginn des Frühjahrs die "rezessive Grundtendenz der deutschen Wirtschaft ... spürbar nachgelassen zu haben".

Das schreibt die Bundesbank in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht Juni. Doch die Signale für eine Aufhellung der Auslandsnachfrage seien "insgesamt noch schwach", die Binnennachfrage leide unter der abnehmenden Neigung zu Investitionen. Getragen werde die "zaghafte Verbesserung der Stimmung in der gewerblichen Wirtschaft weiterhin ausschließlich von der Erwartungskomponente", während die aktuelle Geschäftslage bis zuletzt sehr ungünstig eingestuft worden sei. Die Bundesbank erwartet, dass das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2009 um 6,2 Prozent einbricht und es erst 2010 besser wird.

Dass der private Konsum zunächst noch ein stabilisierender Faktor für die schwächelnde Konjunktur bleibe, sei staatlichen Anreizen und einem günstigen Preisniveau zu verdanken. Die Abwrackprämie verhalf dem dümpelnden Automarkt zu einem Zwischenhoch. Die jährliche Teuerungsrate erreichte im Mai den Nullpunkt: Erstmals seit 22 Jahren wurde binnen eines Jahres das Leben in Deutschland nicht teurer. Zudem, so führen die Bundesbank-Experten aus, wirkte sich die Wirtschaftskrise bislang vergleichsweise moderat auf die Stellensituation aus, etwa weil viele Unternehmen maue Monate mit Kurzarbeit überbrückten. Die Notenbanker warnen jedoch, mit Blick auf den Arbeitsmarkt nähmen "die belastenden Einflüsse spürbar zu".

Langfristig mahnen die Experten gerade in einer rohstoffarmen Volkswirtschaft wie Deutschland zu bewussterem Umgang etwa mit Öl: "Im Hinblick auf die längerfristigen Konsequenzen für Wachstum und Wohlstand ist die Fähigkeit der Unternehmen entscheidend, die Produktpalette auf geänderte Nachfrageprofile anzupassen und die Produktionsprozesse auf eine geringere Energieintensität umzustellen." Der "rasch wachsende Energiehunger der aufstrebenden Volkswirtschaften" spreche ebenso wie der begrenzte Vorrat an fossilen Brennstoffen dafür, dass der Ölpreis langfristig weiter anziehen werde. Darauf müsse sich die hiesige Wirtschaft vorbereiten.

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