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Weltraumschrott

14.09.2012

DEOS-Projekt: Satelliten-Reparatur im All

Die künstlerische Darstellung zeigt das Greifen des Client (l.) durch den Servicer-Satelliten und illustriert das deutsche DEOS-Projekt, das auf der Luft- und Raumfahrtmesse ILA vorgestellt wird.
Bild: dpa

Weltraumschrott ist ein großes Problem, da er unkontrollierbar um die Erde kreist. Auf der Luft- und Raumfahrtmesse ILA wird das DEOS-Projekt vorgestellt, das Abhilfe verspricht.

Als Weltraummüll bezeichnet man nicht mehr funktionierende künstliche Objekte, meist ausgediente Satelliten, oder Trümmerteile, die um die Erde kreisen. Weltraumschrott kann anderen Trabanten durch Kollision sogar gefährlich werden. Das deutsche Projekt DEOS will das Problem lösen.

DEOS als Problemlöser

In fünf Jahren sollen die ersten Service-Satelliten im Einsatz sein, die andere Satelliten warten, reparieren oder auftanken können. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die EADS-Tochter Astrium unterzeichneten dazu am Donnerstag auf der Luft- und Raumfahrtmesse ILA bei Berlin einen Vertrag.

Das Kürzel DEOS steht für Deutsche Orbitale Servicing Mission. "Es gibt eine große Zahl von defekten Satelliten im Orbit", sagte DLR-Vorstandsmitglied Gerd Gruppe. Es gehe in erster Linie darum, deren Lebensdauer durch Reparaturen und Wartung zu verlängern. "Das System dient auch dazu, Weltraumschrott zu beseitigen", ergänzte er. Für die Aktionen im All sind komplexe Roboteraktionen nötig. Die defekten Satelliten werden eingefangen, dann repariert oder mit neuer Energie versorgt. Ausgediente Satelliten auf einer niedrigen Umlaufbahn sollen dazu gebracht werden, kontrolliert in der Atmosphäre zu verglühen.

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Das europäische Raumfahrttechnik-Unternehmen Astrium erhielt den Auftrag für die Designphase des Projekts. Sie ist der letzte Schritt, bevor mit dem Bau der Satelliten begonnen werden kann. Der Vertrag über ein Jahr hat nach Angaben der Partner ein Volumen von 15 Millionen Euro. Damit sei das Projekt "finanziell gut ausgestattet", sagte Astrium-Manager Eckard Settelmeyer.

Zukunft der Trägerrakete Ariane ungewiss

Für die weitere Arbeit der europäischen Weltraumorganisation ESA werden wichtige Entscheidungen bei einer EU-Ministerratssitzung im November erwartet. Dabei solle geklärt werden, wie es mit der europäischen Trägerrakete Ariane weitergehe, sagte der Vorstandschef von Astrium Satellites, Evert Dudok, auf der ILA. Entweder werde die Ariane-5 für knapp 900 Millionen Euro weiterentwickelt oder eine neue Ariane 6 konstruiert.

Die Bundesregierung sowie die deutsche und die französische Industrie seien für die Weiterentwicklung der Ariane 5 im Projekt Midlife Evolution (A5ME), sagte Dudok. Die Ariane 5 kann rund zwölf Tonnen Nutzlast ins All tragen. Weil Satelliten oft weniger als die Hälfte wiegen, wird auch über eine Ariane 6 mit drei bis sechs Tonnen Nutzlast nachgedacht. dpa

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