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Kinderspielzeug

04.11.2017

Dänischem Lego-Erben Kristiansen wird Spionage vorgeworfen

Der dänische Konzern Lego ist der größte Spielzeughersteller Europas. Nach einer Beinahe-Pleite im Jahr 2003 ging es für das Unternehmen jahrelang aufwärts.
Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

Gegen den Erben des dänischen Spielwarenherstellers Lego liegt eine Anzeige vor. Es geht um Spionage und Wissensdiebstahl. Der Konzern will davon aber nichts wissen.

Das passt so gar nicht in das Bild vom freundlichen dänischen Kinderspielzeughersteller Lego. Gegen den Erben und Vizechef des Klötzchenimperiums Thomas Kirk Kristiansen (38) und die Lego-Investmentfirma Kirkbi werden ernste Anschuldigungen erhoben. Der Sohn des Lego-Eigentümers und reichsten Mannes Dänemarks, Kjeld Kirk Kristiansen (69) wurde bei der Polizei unter anderem wegen Wirtschaftsspionage und Diebstahl angezeigt. Dies meldete das renommierte dänische Wirtschaftsblatt Börsen.

Hinter der Anzeige steckt die nach dem berühmten dänischen Märchenerzähler benannte Baugruppe HC. Andersen Adventure Tower & Park (HCAAT). Die wollte mit der Stadt Kopenhagen das größte Hochhaus Nordeuropas mit einem integrierten Vergnügungspark mit Hans Christian Andersens Märchenwelt als Hauptthema bauen.

Seit diesem Jahr kriselt es wieder bei Lego

Im Jahr 2015 hatte der Baukonzern mit dem Lego-Erben und Legos Investmentgruppe Kirkbi über eine Beteiligung an dem gigantischen Märchenprojekt verhandelt. Schließlich führte Lego einst die erfolgreichen Kindervergnügungsparks Legoland. Im Jahr 2005 musste der Konzern sie wegen Verlusten im Kerngeschäft verkaufen. Danach ging es aber für den Klötzchen-Konzern lange wieder steil bergauf, die Kassen füllten sich. Erst seit diesem Jahr kriselt es erneut bei dem dänischen Unternehmen.

Dänischem Lego-Erben Kristiansen wird Spionage vorgeworfen
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Neue Attraktionen im Legoland Günzburg
Bild: Bernhard Weizenegger

Zahlreiche geheime Details zum geplanten Bau wurden während der Verhandlungen, die noch bis Januar 2017 liefen, von HCAAT an Lego weitergegeben. Sogar ein Vertraulichkeitsabkommen wurde dazu unterschrieben, erzählte HCAAT-Chef Kurt Immanuel Pedersen. Doch statt in die Kooperation zu investieren, unterbietet Lego-Erbe Kristiansen das Märchenprojekt nun bei der Stadt Kopenhagen mit einem eigenen preiswerteren Bauvorhaben, das dem der HCAAT-Gruppe angeblich sehr ähneln soll.

Lego weist Beschuldigungen zurück

Der Lego-Erbe habe ein „Doppelspiel“ geführt, so Pedersen gegenüber der Zeitung Börsen. Unter dem Deckmantel interessierter Investoren hätte man sich alle wichtigen Informationen verschafft, um dann in eigener Regie das Hochhaus mit Vergnügungspark in Zusammenarbeit mit der Stadt Kopenhagen zu errichten, behauptet der Unternehmer. Für einen Prozess habe man genügend Beweise um den Diebstahl und Missbrauch von firmeninternen Geheimnissen nachzuweisen, sagte er Börsen.

Lego weist die Beschuldigungen zurück. „Die Polizeianzeige ist vollständig grundlos“, sagte Kirkbi-Pressesprecherin Ulla Lundhus. Bei dem kritisierten Konkurrenzprojekt handle es sich um kein Projekt, an dem Lego direkt beteiligt sei. Es sei vielmehr ein Privatprojekt.

Die Legostadt wurde in Oettingen eröffnet.
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Die Stadt aus Lego
Bild: Kristin Häring
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