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06.03.2009

Deutsche Aktienmärkte vor US-Daten nervös

Frankfurt (dpa) - Die am Nachmittag bevorstehenden US-Arbeitsmarktdaten sowie die Verluste im DAX am Vortag haben zum Wochenende die Nervosität der Anleger erhöht.

Der Leitindex DAX pendelte zwischen Gewinnen und Verlusten und notierte zuletzt 0,73 Prozent im Minus bei 3.668,39 Zählern. Der Leitindex hatte zwischenzeitlich bei 3.660,70 Zählern den tiefsten Stand seit dem 16. August 2004 markiert. Der MDAX fiel um 0,81 Prozent auf 4.274,54 Punkte und der TecDAX verlor 2,08 Prozent auf 410,27 Punkte.

Börsianer warten mit Spannung auf den US-Arbeitsmarktbericht am Nachmittag - zuvor dürfte sich der Markt nach Erwartung von Händlern stabil seitwärts entwickeln.

"Natürlich schaut der Markt auf die US-Daten", sagte Thomas Körfgen, Leiter Aktienfondsmanagement bei der SEB Asset Management. "Allerdings ist der Markt derzeit nicht so sehr vorausschauend, sondern konzentriert sich vielmehr auf aktuelle Ereignisse, die etwa von Unternehmensseite kommen." Dennoch: Für das Gesamtbild seien die Zahlen allemal wichtig. Am Markt werde zwar von einem Abbau von rund 650.000 Arbeitsplätzen ausgegangen, schreibt die HSH Nordbank in einer Tagesvorschau. Doch insgeheim scheine man sich bereits auf eine viel höhere Zahl eingestellt zu haben.

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Die Nachrichtenlage auf Unternehmensseite ist zum Wochenausklang sehr übersichtlich: Die Papiere von BMW legten 1,55 Prozent auf 19,61 Euro zu und waren damit einer der stärksten Werte im Leitindex. Der Autokonzern verhandelt laut "Süddeutsche Zeitung" mit PSA Peugeot Citroen über einen Ausbau der bereits bestehenden Kooperation. PSA könnte dem Interview mit PSA-Chef Christian Streiff zufolge noch mehr Motoren an den bayerischen Autoproduzenten liefern. Peugeot liefert bereits unter anderem an die BMW-Tochter Mini Dieselmotoren für ihre Kleinwagen.

Bankenwerte wie Commerzbank, Deutsche Bank und Postbank gehörten gegen Mittag wieder zu den schwächsten Werten im DAX. Händler begründeten die Kursverluste mit den sehr schlechten Vorgaben der US-Bankaktien, nachdem der Branchenindex KBW Bank Index am Vorabend nochmal um fast zwölf Prozent auf ein neues Tief abgeschmiert ist.

Citigroup sackten zeitweise unter die Marke von einem Dollar und gingen mit minus 9,73 Prozent auf 1,02 Dollar aus dem Handel. Händler verwiesen auf mögliche Abstufungen der Kreditratings durch Moody's, der Ausblick für JPMorgen wurde bereits am späten Mittwochabend von "Stable" auf "Negative" gesenkt. Daraufhin stiegen die Kosten für die Absicherung der Schulden der Institute auf neue Hochstände.

Die Aktien des Zulieferers Continental hielten sich mit einem Plus von 4,02 Prozent auf 12,95 Euro erfolgreich im Plus. Experten sahen vor allem einen Bericht des "Handelsblatt" (HB) als Kurstreiber. Diesem zufolge sind Bosch und der US-Konzern Timken an Teilen der hoch verschuldeten Schaeffler-Gruppe interessiert, die Conti-Großaktionär ist. Der weltgrößte Automobilzulieferer Bosch teilte unterdessen mit, er wolle die hoch verschuldete Schaeffler-Gruppe nicht übernehmen.

Der Solarkonzern Conergy gehörte derweil nach zahlreichen negativen Analystenkommentaren wieder einmal zu den schwächsten Werten im Technologieindex. Die Papiere sackten um 2,00 Prozent auf 0,490 Euro ab. Cheuvreux senkte das Kursziel für die Aktien von 0,80 auf 0,40 Euro und beließ die Einstufung auf "Sell". In einer Studie kürzte Analyst Philipp Bumm seine Prognosen für 2009 und erwartet nun einen Nettoverlust von 40 Millionen Euro. Zuvor hatte er ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet. Conergy werde frühestens 2010 wieder schwarze Zahlen schreiben. Bumm rät daher weiter zur Vorsicht. Equinet-Analyst Sebastian Growe kürzte das Kursziel nach vorläufigen Zahlen von 0,50 auf 0,25 Euro und blieb ebenfalls bei seiner "Sell"- Empfehlung.

Aktien der comdirect bank gaben im SDAX 0,83 Prozent auf 4,80 Euro nach. Equinet hat die Einstufung für die Papiere der Direktbank nach "schwachen Order- und Kundenzahlen" im Februar auf "Reduce" mit einem Kursziel von 4,60 Euro belassen. Besonders negativ überrascht sei er vom schwachen Kundenwachstum, das auf dem niedrigsten Niveau zumindest der vergangenen zwei Jahre gelegen habe, schrieb Analyst Philipp Häßler.

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