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Deutsche Wirtschaft
25.07.2019

Ifo-Geschäftsklima fällt auf tiefsten Stand seit sechs Jahren

Ein Monteur arbeitet an Naben für Windkraftanlagen. «Im verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindikator im freien Fall», berichtet Ifo-Präsident Clemens Fuest.
Foto: Jens Büttner (dpa)

Handelskonflikte und eine schwächelnde Weltwirtschaft treffen Deutschland als Exportnation besonders hart. Experten warnen vor einer Rezession.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich angesichts des Handelskriegs zwischen China und den USA sowie einer abflauenden Weltwirtschaft stark eingetrübt. Das Ifo-Geschäftsklima fiel im Juli um 1,8 Punkte auf 95,7 Zähler, wie das Forschungsinstitut am Donnerstag in München mitteilte. Das ist der vierte Rückgang des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers in Folge und der tiefste Stand seit April 2013.

Analysten wurden vom Ausmaß des Stimmungsdämpfers überrascht, viele von ihnen hatten nur einen leichten Rückgang erwartet. Sowohl die aktuelle Lage als auch die Erwartung an die künftigen Geschäfte wurden von den befragten Unternehmen im Juli deutlich schlechter als im Juni eingeschätzt.

Ifo-Präsident Fuest: Besserung vorerst nicht in Sicht

"Im verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindikator im freien Fall", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Mit einer Besserung der Lage sei vorerst nicht zu rechnen, denn die Unternehmer blickten pessimistischer auf die kommenden sechs Monate.

"Der Ifo-Index stimmt die deutsche Wirtschaft auf eine Rezession ein", kommentierte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank die Daten. Seiner Einschätzung nach "stolpert die deutsche Volkswirtschaft derzeit über den hohen Anteil der Güterexporte am Bruttoinlandsprodukt." In Zeiten von Handelskonflikten und Tendenzen zur rückläufigen Globalisierung sei dies eine Bürde für deutsche Unternehmen.

Ifo-Geschäftsklima: Experten warnen vor Rezession

Auch nach Einschätzung von Uwe Burkert, Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), wächst die Gefahr einer Rezession in Deutschland. "Mit der von vielen erwarteten Erholung im zweiten Halbjahr wird es wohl nichts werden", sagte Burkert.

Am Devisenmarkt fiel der Kurs des Euro nach den Ifo-Daten auf 1,1122 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Mai. Im weiteren Handelsverlauf konnte sich die Gemeinschaftswährung aber wieder etwas erholen.

Das Ifo-Geschäftsklima basiert auf der Befragung von etwa 9000 Unternehmen. Der Indikator gilt gemeinhin als verlässliche Schätzgröße für das künftige Wirtschaftswachstum in der größten Volkswirtschaft Europas. (dpa)

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