Newsticker
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder: Lockdown bis Mitte Februar verlängern
  1. Startseite
  2. Wirtschaft
  3. Die EU träumt von einem neuen Internet

Die EU träumt von einem neuen Internet

Kommentar Von Detlef Drewes
15.12.2020

Das Digital-Paket der Europäischen Kommission ist eine Kampfansage an Facebook, Google und Co. Sie bringt aber nichts, wenn europäische Unternehmen sich nicht ändern.

Die Macht der Internet-Riesen ist gewaltig. Nahezu alle Versuche der Europäischen Kommission, die schleichend vorangetriebenen Wettbewerbsverzerrungen von Google, Apple und Co. mit dem Kartellrecht zu stoppen, sind folgenlos geblieben. Stattdessen nutzen die Konzerne ihre selbst geschaffenen Verflechtungen dazu, ihre Geschäftspraktiken auszubauen. Die Liste der Beispiele ist lang. Brüssels zuständige Kommissarin hat etliche Verfahren gegen die Unternehmen angestrengt und auch gewonnen. Geändert hat sie wenig.

Dass die EU nun ein umfassendes Digital-Paket und strengere Regeln für Technik-Konzerne vorschlägt, ist ein Quantensprung. Es ist das Aufbegehren der Europäer gegen eine Internet-Wirtschaft, die mit Tricks und geschickten Platzierungen de facto die Wahlfreiheit im Internet einschränkt.

Digital-Paket der Europäischen Kommission: Neue Spielregeln fürs Internet

Natürlich geht es den Europäern nicht nur um die Wiederentdeckung von fairen Praktiken im Netz – und den Kampf gegen illegale Inhalte. Das hat nicht allein mit Gutmenschentum, sondern auch sehr viel mit dem Versuch zu tun, die Vormacht der US-Giganten mit europäischen Anbietern zu brechen.

Dafür werden Kontrolle und horrende Strafen allein nicht helfen, wenn es hiesigen Unternehmen nicht gelingt, die Nutzer auf ihre Webseiten zu ziehen – und davon zu überzeugen, dass sie besser und fairer sind.

Das könnte Sie auch interessieren:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

17.12.2020

Das Internet ist die weltweit. Die EU wird es kaum schaffen ihr eigenes Internet aufzubauen. Und was immer wieder vergessen wird: Facebook, Google... sind Unternehmen die man digital nicht nutzen muß. Zumindest kenne ich keine Bestimmung die sagt: "Du muß einen Facebook-Account haben, sonst gibts Bußgeld in Höhe von ... :-)

Permalink
16.12.2020

Die EU will ein Internet, das dem framing des öffentlich rechtlichen entspricht. Andere Meinungen werden verstummen. Vom Internet zum Schrottnet.

Permalink
16.12.2020

Falsch.

Facebook, Google und Co. machen das Internet zum Schrottnet, zum Internet nach ihres Gnadens Gusto. Gut, daß die EU hier Grenzen aufzeigt.

Permalink
17.12.2020

Lieber Robert,

Niemand muss Google und Co. nutzen.
Wer entscheidet was "Schrott" ist und daher entfernt und damit zensiert wird?

Das ist nichts anderes als Zensur. Die Vielfalt der Meinung, Schrott und Interessantes, das macht das Internet aus. Die Vision der EU ist erschreckend. Alles was nicht nach deren Vorstellung ist, soll entfernt und damit zensiert werden.

Permalink
17.12.2020

Werter Wolfgang B., allerliebster Andreas:

Diese Entscheidung haben Google & Co. uns doch bereits abgenommen. Überall ist Google & Co. drin, auch wenn man es nicht direkt sieht, selbst auf dieser Seite. Schon mal nachgeguckt, wer hier auf dieser Seite alles versucht, Cookies zu setzen?

Richtig: Facebook, Google, Civey und einige andere Datensammler mehr.

Also: Bitte erst informieren, dann schwadronieren…

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren