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Digitales
19.10.2018

Investoren gegen Zuckerberg

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ist Chef des Verwaltungsrats.
Foto: dpa

Die Anteilseigner sehen ihr Vermögen durch immer neue Krisen bedroht und wollen, dass der Gründer geht. Sie haben nur keine Macht

Vier große staatliche US-Investoren fordern nach Facebooks Datenskandalen und anderen Kontroversen um das weltgrößte Online-Netzwerk, den Einfluss von Gründer Mark Zuckerberg zu begrenzen. Der Firmenchef solle den zusätzlich gehaltenen Vorsitz im übergeordneten Verwaltungsrat abgeben, verlangen sie. Der Vorstoß hat allerdings kaum mehr als symbolischen Charakter, da Facebook-Gründer Zuckerberg quasi die absolute Kontrolle im Unternehmen hat und gegen seinen Willen nicht abgesetzt werden kann.

Dafür sorgen besondere Aktien mit zehnmal mehr Stimmrechten als bei herkömmlichen Investoren, die bei Entscheidungen nur eine Stimme pro Anteilsschein bekommen. Frühere Versuche von Anlegern, etwas gegen den Willen der Facebook-Führung durchzusetzen, waren bereits entsprechend aussichtslos gewesen.

Dennoch ist das jüngste Aufbäumen ein Zeichen für die wachsende Unzufriedenheit im Kreis der Anteilseigner, die ihr Investment durch immer neue Krisen bedroht sehen. In diesem Jahr hatten die Anleger keine Freude an der Facebook-Aktie. Der Kurs schnellte zwar erst zur Jahresmitte von 181 auf 217 Dollar hoch – doch dann kam der Absturz nach einem enttäuschenden Quartalsbericht. Zuletzt notierte das Papier nur noch bei 159 Dollar.

Zuckerberg müsse in dem Aufsichtsgremium durch einen unabhängigen Vorsitzenden ersetzt werden, verlangte der Chef des Rechnungshofs von New York, Scott Stringer. Die Stadt hält Mittel aus ihrem Rentenfonds in Facebook-Aktien, die Beteiligung sei aktuell rund 745 Millionen Dollar wert, berichtete das Wall Street Journal. Das Online-Netzwerk spiele gesellschaftlich eine überdimensionale Rolle und habe hohe Verantwortung, deshalb seien Unabhängigkeit und Verlässlichkeit in dem Gremium nötig, argumentierte Stringer. Nur so könne Facebook das Vertrauen wiedergewinnen.

Neben ihm stellten sich auch die Investmentfonds der Bundesstaaten Illinois, Pennsylvania und Rhode Island hinter einen im Sommer eingereichten Vorschlag des Hedgefonds Trillium Asset Management, Zuckerberg als Chef des Verwaltungsrates abzusetzen.

Facebook steht nach dem Cambridge-Analytica-Skandal – damals war bekannt geworden, dass das Unternehmen millionenfach Daten für den US-Wahlkampf missbraucht hat – sowie durch den Missbrauch der Plattform für politische Propaganda unter massiver Kritik. Zudem schlugen die Auswirkungen der EU-Datenschutzgrundverordnung auf die Werbeeinnahmen. (dpa)

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