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E-Auto
16.03.2019

Teslas nächste große Wette

Und schon wieder ein neuer Hoffnungsträger von Tesla-Chef Elon Musk: Das Elektro-SUV „Model Y“ soll im Jahr 2020 auf den Markt kommen.
Foto: Frederic J. Brown, afp

Tosender Applaus und Sprechchöre: Tesla-Chef Elon Musk stellt mit dem Model Y einen neuen Kompakt-SUV vor und wird gefeiert. Ob seine Rechnung aufgeht?

Mit großem Rummel hat der US-Elektroautobauer Tesla in Los Angeles sein neues Model Y vorgestellt. Der SUV auf Basis des Hoffnungsträgers Model 3 soll der nächste Schritt zur Eroberung des Massenmarkts sein und dem Unternehmen von Tech-Milliardär Elon Musk endgültig den Ausbruch aus der Luxus-Nische ermöglichen. Doch es ist wie so oft bei Tesla: Was vielversprechend klingt, ist mit hohen Risiken und Fragezeichen verbunden. Fest steht: Tesla ist schon mit seiner bestehenden Produktpalette immens im Stress.

Die feierliche Präsentation des Model Y in Los Angeles ist ein Heimspiel für Elon Musk: Der Tesla-Chef wird mit tosendem Applaus begrüßt, als er zum Right-Said-Fred-Song „I’m too sexy“ die Bühne entert. Verabschiedet wird er hinterher wie ein Rockstar mit „Elon, Elon, Elon!“-Sprechchören. Kein Wunder: Zum Event in Teslas Design-Studios sind neben einigen Journalisten fast nur Fans des Unternehmers geladen.

Die Börsenaufsicht, mit der Musk im Clinch liegt, die Investoren, die auf einen Absturz der Tesla-Aktie setzen – all das spielt hier und heute keine Rolle. Musk ist sichtlich angetan von der Euphorie um seine Person, lässt sich sogar zu hüftsteifen Tanzschritten hinreißen und wirkt insgesamt eher wie ein Guru im Kreis seiner Jünger als wie ein gestresster Top-Manager.

Bevor der 47-Jährige zur Vorstellung des Model Y kommt, liefert er den Anhängern noch eine Kurzversion der aus seiner Sicht einzigartigen Erfolgsgeschichte Teslas: „Vor elf Jahren haben wir im wahrsten Sinne des Wortes ein einziges Auto hergestellt und in einem Jahr wird es eine Million sein.“ Dann fährt der neue SUV auf die Bühne, der laut Musk alles übertreffen soll, was es je an Nachfrage nach Tesla-Autos gegeben hat: „Wir werden wahrscheinlich mehr Model Y bauen als Model S, X und 3 zusammen“.

So gesehen wäre das Model Y Teslas bislang wichtigstes Fahrzeug. Dabei gibt es mit dem Model X eigentlich schon einen Tesla-SUV. Doch dabei handelt es sich um ein teures Luxusgefährt mit Flügeltüren. Mit dem Model Y soll nun quasi die Jedermannversion folgen. Der neue Wagen wird laut Musk im Herbst 2020 auf die Straße kommen. Er soll eine Reichweite von bis zu 480 Kilometern pro Batterieladung schaffen und zum Einstiegspreis von 39000 Dollar vor Steuern und E-Autoprämien bis zu sieben Insassen Platz bieten.

Es ist durchaus ein cleverer Plan, eine SUV-Variante auf Basis des Model 3 anzubieten. Denn bereits mit diesem Wagen hatte Tesla einen so großen Hype ausgelöst, dass schon vom „iPhone auf Rädern“ gesprochen wurde. Dabei liegen Fahrzeuge wie das Model 3 nicht mal im Trend. Statt Mittelklasse-Limousinen boomen Stadtgeländewagen.

Das Model Y käme also gerade recht. Hinzu kommt, dass es weitgehend aus den gleichen Teilen wie das Model 3 gefertigt werden soll, was die Produktion erleichtert und die Kosten unter Kontrolle hält. Allerdings sind die Zeiten vorbei, in denen die Autobranche Tesla das Feld bei E-Autos überließ. Die alteingesessenen Hersteller blasen zur Jagd, auch die Schwergewichte BMW, Audi, Daimler wollen Elektro-SUVs auf den Markt bringen

Zudem gibt es Befürchtungen, dass Tesla sich übernehmen könnte. Das Model 3 brachte die Firma bereits ans Limit. Die Fertigung hat zwar endlich Fahrt aufgenommen. Doch um Geld zu sparen, gab es zwei große Kündigungsrunden, zuletzt beschloss Musk, zahlreiche Tesla-Läden zu schließen. Hannes Breustedt, dpa

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