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Firma Sonnen

16.07.2020

EEG-Förderung für Solaranlagen läuft aus - Lösung aus dem Allgäu

Was, wenn die EEG-Förderung für die eigene Anlage ausläuft? Firmen bieten erste Lösungen.
Bild: Daniel Reinhardt, dpa

Die Firma Sonnen aus Wildpoldsried im Allgäu bietet eine Lösung für die Zeit nach der EEG-Förderung an. Was Verbraucher zu den Angeboten wissen müssen.

Es ist ein Problem, vor dem bald viele Hausbesitzer stehen, die auf dem Dach eine Photovoltaikanlage betreiben: Nach 20 Jahren läuft für sie die garantierte Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz aus, dem EEG. Für ihren Strom erhalten sie dann keine Ökostromumlage mehr und dürfen die Elektrizität auch ohne Weiteres nicht ins Netz abgeben. Betroffen sind ab dem 1. Januar 2021 rund 18.000 Anlagen bundesweit. Einige Stromanbieter haben für dieses Problem erste Lösungen entwickelt. Das Unternehmen Sonnen in Wildpoldsried im Oberallgäu – ein Hersteller von Batteriespeichern für das Eigenheim – steigt jetzt ebenfalls in diesen Markt ein.

„Zahlreiche Betreiber einer Photovoltaikanlage stehen ab dem nächsten Jahr vor der Herausforderung, dass ihr Strom nicht mehr subventioniert wird“, sagt Sascha Koppe von Sonnen. „Das ist auch in Ordnung, da die Besitzer 20 Jahre eine gute staatliche Förderung bekommen haben und die Anlagen damit längst bezahlt und abgeschrieben sind.“ Typischerweise waren die ersten EEG-Anlagen darauf ausgelegt, Strom komplett ins Netz einzuspeisen. Der Eigenverbrauch der Elektrizität im Haus spielte damals noch keine große Rolle. „Viele Besitzer stehen damit vor der Unsicherheit, ob sie ihre Anlagen abbauen müssen.“ Die meisten Anlagen seien aber noch funktionstüchtig. „Wir wissen, dass die Laufzeit einer Photovoltaikanlage zwischen 30 und 40 Jahren liegt“, erklärt der Fachmann. „Es wäre schade, argumentiert Koppe, wenn funktionsfähige Anlagen vom Netz genommen würden, deren Strom für die Energiewende gebraucht wird.“

Höherer Eigenverbrauch des Stroms beim Batteriespeicher

Für die Betroffenen suchen Unternehmen der Energiebranche derzeit Lösungen. Das Angebot von Sonnen mit dem Namen „Sonnen-Flat direkt“ sieht so aus: Die Betreiber investieren in einen Batteriespeicher im Haus. Statt den Strom also zu 100 Prozent in das Netz abzugeben, wird er künftig im Haus verbraucht. Nachts kommt die Elektrizität aus der Batterie zurück.

Der Teil des Stroms, der weder im Haus noch für den Batteriespeicher gebraucht wird, vergibt Sonnen an andere Kunden des Unternehmens. Zusätzlich vermarktet es einen Teil der Elektrizität am Energiemarkt, um Schwankungen im Stromnetz auszugleichen. Dafür erhalten die Kunden eine Freistrommenge und eine Gewinnbeteiligung von 77 Euro im Jahr.

Um das Angebot zu nutzen, müssen die Kunden aber investieren. Die kleinste Variante des Batteriespeichers gibt es für 7000 Euro, berichtet Koppe. Auf der Gegenseite spart der Haushalt aber Stromkosten – nach Berechnungen von Sonnen rund 930 Euro im Jahr. Die Wildpoldsrieder gehen dabei von einem Stromverbrauch von 5000 Kilowattstunden im Jahr aus. „Die Umstellung macht sich damit deutlich kürzer als nach zehn Jahren bezahlt“, sagt Sonnen-Gründer Christoph Ostermann.

Eza-Geschäftsführer: Bedingungen für Photovoltaik können sich noch ändern

Dass es ein Problem ist, wenn nach 20 Jahren das EEG für Solaranlagen ausläuft, bestätigt Martin Sambale, Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrums Allgäu. „Angebote, die darauf eine Antwort finden, sind gut und sinnvoll“, sagt er. Auch andere Unternehmen seien hier aktiv. Zum Beispiel bietet es das Allgäuer Überlandwerk im Tarif „Allgäu Strom 100%“ an, die Elektrizität der Photovoltaik-Altanlagen zu vermarkten.

Doch Sambale weist auch darauf hin, dass sich die Bedingungen noch ändern können: „Die Rahmenbedingungen der Bundesnetzagentur sind noch offen und unklar“, sagt er. Hier sei die Bundesregierung gefordert, Klarheit zu schaffen. Sobald dies geschehen sei, könne es sein, dass auch die Energieunternehmen in ihren Angeboten an die Besitzer von Photovoltaik-Altanlagen noch nachjustieren.

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