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Überfällige Einigung

29.06.2009

Ein einziges Gerät lädt ab 2010 alle Handys

Kabelsalat ade: Schon ab 2010 können alle neuen Handys mit einem einheitlichen Gerät wieder aufgeladen werden.

Endlich. Ab 2010 soll sich der Ladegerät-Dschungel lichten. Dann spendet ein einziges Modell Saft für die Handys aller Hersteller. Von Detlef Drewes

Brüssel. Kabelsalat ade: Schon ab 2010 können alle neuen Handys mit einem einheitlichen Gerät wieder aufgeladen werden.

Noch vor wenigen Monaten hatte EU-Industriekommissar Günter Verheugen ("Meine Geduld mit der Industrie ist zu Ende") die Hersteller drängen müssen, gestern konnte er in Brüssel Vollzug melden: Alle namhaften Produzenten von Mobiltelefonen haben sich auf einen einheitlichen Standard geeinigt - den so genannten Mini-USB-Stecker. Für den Verbraucher bedeutet das: Ein Ladegerät reicht künftig, um jedes Handy aufzuladen. Beim Kauf eines neuen Gerätes kann die bisherige Ladestation weiter benutzt werden. Und: Die neuen "Tankstellen" für Handys werden weniger Strom verbrauchen.

Heute sind fast 30 verschiedene Stecker für Handy-Ladekabel im Umlauf, nicht einmal alle Produkte eines Herstellers können mit dem gleichen Gerät an den Strom angeschlossen werden. Das führt zu großen Problemen bei der Entsorgung: Mehrere tausend Tonnen alter Netzteile landen derzeit pro Jahr im Abfall. Die Branche schätzt, dass mit der künftigen Lösung die Zahl der Ladestationen mindestens halbiert werden kann, zumal sich alle großen Hersteller (Apple, LG, Motorola, NEC, Nokia, Qualcomm, Research in MotionRIM, Samsung, Sony Ericsson und Texas Instruments) verpflichtet haben, sobald wie möglich mit der Produktion der neuen Mobiltelefone zu beginnen. In der EU gibt es derzeit 350 bis 400 Millionen Handys, jedes Jahr werden rund 180 Millionen neue Geräte verkauft.

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Ob es für bereits existierende Geräte eine Lösung zur Nachrüstung beispielsweise durch Adapter geben wird, ist unklar: Nach Angaben der Produzenten reicht ein bloßer Austausch der Stecker nicht, da die gesamte elektronische Infrastruktur eine Handys betroffen sei.

Eine einheitliche Lösung auch für Digital-Kameras und Laptops

Derweil denkt man in Brüssel schon weiter. Langfristig sollen einheitliche Ladegeräte auch für Digital-Kameras und Laptops entwickelt werden. Das wird jedoch deutlich aufwendiger, da die Geräte mit unterschiedlichen Stromstärken arbeiten. Das Ziel bleibe es aber.

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