Newsticker
Erster bayerischer Landkreis verschärft Corona-Regeln wegen steigender Inzidenz
  1. Startseite
  2. Wirtschaft
  3. Energie: Der Strompreis steigt für Haushalte auf Rekordhoch

Energie
28.02.2021

Der Strompreis steigt für Haushalte auf Rekordhoch

Vor allem Steuern und Abgaben machen Strom teuer.
Foto: Jens Büttner, dpa

Stromverbraucher haben 2020 so viel gezahlt wie noch nie zuvor. Neue Preiserhöhungen sind bereits angekündigt.

Die Stromkosten haben für die privaten Haushalte in Deutschland einen neuen Rekordwert erreicht. Das berichtet das Vergleichsportal Check 24. Die Verbraucher haben demnach im Jahr 2020 insgesamt 37,8 Milliarden Euro für Strom ausgegeben müssen. Im Jahr 2016 mussten sie im Vergleich dazu erst 34,8 Milliarden Euro zahlen. Die Kosten sind also in der Zwischenzeit um drei Milliarden Euro gestiegen, obwohl die Bundesbürger fast gleich viel Strom verbraucht haben.

Nicht nur an der Summe, sondern auch am Preis pro Kilowattstunde ist die Erhöhung abzulesen: Der Strompreis in Deutschland lag im Jahr 2020 im Schnitt bei rund 30 Cent pro Kilowattstunde – „so viel wie noch nie“, berichtet das Portal. Im Jahr 2016 habe der Preis bei lediglich 27 Cent pro Kilowattstunde gelegen. „Die hohen Strompreise 2020 sorgten auch bei den Gesamtkosten für Strom für einen neuen Rekord in Milliardenhöhe“, teilte Lasse Schmid von Check24 mit. „Bleibt der Stromverbrauch 2021 annähernd konstant, wird dieser Rekord im Jahr 2021 nochmals übertroffen werden“, sagte er. Zu Beginn dieses Jahres seien die Strompreise für einige Verbraucher bereits angestiegen.

149 Grundversorger haben die Preise erhöht oder kündigen es an

Der Studie des Portals zufolge hätten 149 Stromgrundversorger seit Jahresbeginn die Preise erhöht oder Preiserhöhungen angekündigt. Ob man selbst von den Erhöhungen betroffen ist, hängt davon ab, bei welchem Unternehmen man Kunde ist. Die Preiserhöhungen betreffen Check 24 zufolge rund 2,1 Millionen Haushalte in Deutschland und bewegen sich in einer Höhe von im Schnitt 2,7 Prozent.

Strom von Windenergieanlagen wird teils über die EEG-Umlage unterstützt.
Foto: Patrick Pleul, dpa

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft hat sogar einen noch höheren Durchschnittspreis errechnet und prognostiziert für dieses Jahr ebenfalls leicht steigende Preise: Der durchschnittliche Strompreis für Haushalte liegt 2021 demnach um 0,3 Prozent höher als im Vorjahr, berichtet der Verband in seiner Strompreisanalyse vom Januar. Die Experten gehen für dieses Jahr von einem durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von 31,89 Cent pro Kilowattstunde aus.

Steuern, Abgaben, Umlagen machen 51,4 Prozent des Preises aus

Der größte Posten beim Strompreis sind staatliche Komponenten. Steuern, Abgaben und Umlagen wie die EEG-Umlage machen dem Verband zufolge dieses Jahr 51,4 Prozent des Preises aus. Die Netzkosten schlagen mit rund 25 Prozent zu Buche, Stromerzeugung und Vertrieb sind mit rund 24 Prozent der kleinste Posten.

Altmaier will EEG-Umlage abschaffen

Wirtschaftsminister Peter Altmaier, CDU, hat sich zuletzt dafür eingesetzt, die EEG-Umlage schrittweise abzuschaffen und die erneuerbaren Energien über einen anderen Weg zu fördern als über den Strompreis. Check24 zufolge würde auf diesem Weg eine Familie im Schnitt jährlich 329 Euro sparen, ein Single 116 Euro. „Durch die Abschaffung der EEG-Umlage könnte die Bundesregierung deutsche Haushalte um rund 9,7 Milliarden Euro entlasten“, sagte Geschäftsführer Lasse Schmid.

Lesen Sie auch:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.