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Energieversorgung
14.09.2017

Neue Stromtrasse geht in Betrieb

Starkstromleitung nahe Erfurt. Die Thüringer Strombrücke soll Windstrom nach Bayern bringen.
Foto: Martin Schutt

Die Leitung von Thüringen nach Bayern ist fertig

Nach mehr als zehn Jahren Planung und Bau geht die Höchstspannungsleitung von Sachsen-Anhalt über Thüringen nach Bayern in Betrieb. Die sogenannte Thüringer Strombrücke soll Strom von Norddeutschland in den Süden bringen. So wird vor allem der Windstrom aus dem Nordosten besser angebunden. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und Thüringens Energieministerin Anja Siegesmund (Grüne) nehmen die Leitung an diesem Donnerstag beim Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz in Berlin offiziell in Betrieb. Fachleute sprechen von der „Südwest-Kuppelleitung“. Der Betreiber hofft, dass sie das Netz entlastet und so die Kosten senkt, die entstehen, wenn Engpässe beim Stromtransport überwunden werden müssen – wovon letztlich auch die Strompreise für die Kunden profitieren könnten.

Der Betreiber 50Hertz sieht die 380-Kilovolt-Leitung als „Meilenstein im Ausbau des deutschen Stromnetzes“. Im vergangenen Jahr gab der ostdeutsche Netzbetreiber rund 180 Millionen Euro aus, um Strommengen zu steuern – etwa wenn bei Flaute weniger Windstrom kommt und konventionelle Kraftwerke heraufgefahren werden. Der Betrag war deutlich gesunken, unter anderem weil das Netz ausgebaut wurde. Auf der Rechnung der Stromkunden schlägt die Energie selbst nur mit etwa einem Viertel zu Buche. Etwa die Hälfte sind Umlagen, Steuern und Abgaben. Das übrige Viertel entfällt auf den Transport.

Die Thüringer Strombrücke ist die zweite Höchstspannungsverbindung nach Bayern in das Gebiet des dortigen Betreibers Tennet. Sie wurde in drei Abschnitten gebaut, beginnt in Bad Lauchstädt bei Halle und endet im oberfränkischen Redwitz. Teilweise stehen die Strommasten entlang der neuen ICE-Strecke zwischen Nürnberg und Erfurt.

Eigentlich sollte die „Thüringer Strombrücke“ schon viel früher stehen. Zuletzt sollte sie fertig sein, bevor das Atomkraftwerk Grafen-rheinfeld in Bayern vom Netz geht – das war 2015. Gegen die rund 190 Kilometer lange Leitung hatten sich aber immer wieder Bürgerinitiativen, Politiker und Umweltschützer starkgemacht. (dpa)

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