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Eurokrise
14.05.2012

Spanien: Zahlungsausfall und Euro-Austritt nicht unwahrscheinlich

Spanische Euromünze: Die Bonität des Landes wurde herabgestuft. Foto: Tobias Kleinschmidt dpa

Die Lage an den Finanzmärkten Spaniens spitzt sich immer mehr zu. Die Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen und Kreditausfallversicherungen (CDS) sind auf neuem Rekordhoch.

Das Vertrauen, dass die spanische Regierung die Probleme des Landes in den Griff bekommt, schwindet weiter. Entsprechend schwach verlief zu Wochenbeginn der Handel an den spanischen Börsen.

Händler sehen klare Ursachen für die Entwicklung:  Sie liegen einerseits in der hohen Unsicherheit angesichts der schier ausweglosen Lage in Griechenland. Die Griechen konnten bis jetzt keine Regierung bilden, die zu den ausgehandelten Spar- und Reformmaßnahmen steht.

Experten: Spanien steuert auf Zahlungsausfall oder Austritt aus der Euro-Zone zu

Für viele Experten ist ein zweiter Zahlungsausfall oder gar eine Austritt aus dem Währungsraum kein unrealistisches Szenario mehr - unvorhersehbaren Folgen für Athen und die gesamte Eurozone. Als zweite Ursache gilt die Bankenreform Spaniens vom Freitag. Sie konnte die Märkte nicht überzeugen. Spaniens Banken leihen sich Rekordsumme bei EZB

Anleihemarkt: Rendite für zehnjährige Schuldverschreibungen klettert auf über 6,2 Prozent

Am spanischen Anleihemarkt kletterte die Rendite für zehnjährige Staatspapiere am Montag erstmals seit Dezember 2011 über die Marke von 6,2 Prozent. In der Spitze rentierten zehnjährige Titel mit 6,27 Prozent. Damit liegt der Risikoaufschlag zu deutschen Papieren, die immer noch als sehr sicher gelten, bei rund 4,75 Prozentpunkten - so hoch wie noch nie.

Prämien für Kreditausfallausfallversicherungen kräftig gestiegen

An den Märkten für Ausfallversicherungen (englisch Credit Default Swaps, abgekürzt CDS) sind die Prämien für spanische Staatsanleihen stark gestiegen. Dies ist ein Indiz dafür, dass Anleger der spanischen Regierung immer weniger zutrauen, die Schuldenkrise ohne internationale Hilfen bewältigen zu können. Die Prämie für eine fünfjährige Anleihe liegt aktuell bei etwa 538 Basispunkten.

Im Klartext bedeutet das: Eine Ausfallversicherung für eine Anleihe über beispielsweise 10.000 Euro kostet zurzeit 538 Euro pro Jahr. Das ist Rekordniveau. Bei italienischen Staatsanleihen ist der Fall ähnlich gelagert. Experten haben die große Befürchtung, dass hiervon die Gefahr einer gegenseitigen Ansteckung in der Eurozone ausgeht. AZ/dpa

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