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Handwerk

12.08.2018

Fachkräftemangel bremst den Wohnungsbau

In Deutschland werden zu wenig Wohnungen gebaut.
Bild: Klaus-Dietmar Gabbert (dpa)

Der Wohnungsbau in Deutschland wird ausgebremst, weil es im Handwerk zu wenig Qualifizierte gibt. Klempner, Installateure, Dachdecker und andere Spezialisten fehlen.

Der Mangel an Fachkräften ist neben dem knapp werdenden Bauland in Ballungszentren nach Einschätzung der staatlichen Förderbank KfW die wichtigste Ursache für die schwache Dynamik am Bau – und weniger zu langsame Genehmigungen der Kommunen oder zu wenige Bauwillige.

Auch in unserer Region bremsen fehlende Fachkräfte den Bau, berichtet Hans-Peter Rauch, Präsident der Handwerkskammer für Schwaben. „Auf eine Ausschreibung für einen Neubau geben regionale Firmen oft gar keine Angebote mehr ab – oder es kommt nur ein Angebot aus dem Ausland“, berichtet er. Der Grund sei, dass die lokalen Handwerksfirmen wissen, dass ihnen Mitarbeiter fehlen, um die Arbeit erledigen zu können. „Und wir haben den Höhepunkt des Fachkräftemangels noch nicht einmal erreicht“, warnt Rauch.

Zahleiche Stellen im Baugewerbe sind unbesetzt

Ein Indiz für den Fachkräftemangel in der Region: Bei der Handwerkskammer für Schwaben sind derzeit 850 offene Lehrstellen gemeldet – schätzungsweise ein Drittel davon entfällt auf das Bau- und Ausbaugewerbe.

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Kapazitätsengpässe auf dem Bau zeigen sich laut der Studie daran, dass sich in den vergangenen zehn Jahren die Schere zwischen Baugenehmigungen und Fertigstellungen immer weiter geöffnet hat. „Aktuell warten in Deutschland 653.000 genehmigte Wohnungsneubauten auf Umsetzung“, erläuterte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Die Auftragsbücher sind prall gefüllt, doch weil Fachkräfte fehlen, können sie nicht schnell genug abgearbeitet werden. Während das Bauhauptgewerbe, zum Beispiel Hochbauunternehmen, die Lücke bisher mit Mitarbeitern aus dem Ausland füllten, fehlen im Bauhandwerk zunehmend qualifizierte Kräfte.

Der Studie zufolge mangelt es an Fachkräften im Klempner-, Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk. Das zeige die hohe Zahl gemeldeter offener Stellen bei der Bundesarbeitsagentur, sagte Zeuner. Diese habe festgestellt, dass im Handwerk rund 150.000 Fachkräfte fehlten, sagt der deutsche Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer. Viele Betriebe meldeten ihre offenen Stellen aber gar nicht mehr. „Deshalb schätzen wir die Zahl der fehlenden Fachkräfte im Handwerk auf 200.000 bis 250000.“

Es werden zu wenig Wohnungen gebaut

In Schwaben sieht Handwerkspräsident Rauch vor allem einen Grund für den Personalengpass – die Förderung akademischer Berufe in den letzten Jahren. „Was nutzen die besten Ingenieure und Architekten, wenn niemand mehr die Projekte umsetzen kann?“, sagt er. An den Löhnen könne das geringe Interesse am Bauberuf „nicht mehr liegen“, ist Rauch überzeugt. Zum Beispiel sei der Ausbildungslohn für angehende Maurer mit bis zu 1400 Euro recht hoch.

Der Fachkräftemangel wird jedenfalls zum größten Risiko für eine Ausweitung der Bautätigkeit in Deutschland, warnte KfW-Ökonom Zeuner. Die KfW rechnet damit, dass in diesem Jahr über 300.000 Wohnungen fertiggestellt werden. Das wären zwar so viele wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr. Um die Wohnungsnot zu bekämpfen, müssten Prognosen zufolge aber bis 2020 jährlich 350.000 bis 400.000 Einheiten gebaut werden. (mit dpa)

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12.08.2018

Blicken wir gut 10 Jahre zurück und wir erkennen, warum sich Menschen vielleicht nicht für einen Beruf am Bau entschieden haben:

https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressekonferenzen/2006/Bevoelkerungsentwicklung/bevoelkerungsprojektion2050.pdf?__blob=publicationFile

>> Bei der Fortsetzung der aktuellen demografischen Entwicklung wird die Einwohnerzahl von fast 82,5 Millionen im Jahr 2005
auf 74 bis knapp 69 Millionen im Jahr 2050 abnehmen. <<

Es sah rabenschwarz für die Zukunft des Wohnungsbaus aus !

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