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Finanzen
03.03.2017

Wer schnappt sich die Snap-Aktien?

Das Unternehmen mit der populären Foto-App geht an die Börse – und legt ein furioses Debüt hin

Man konnte Evan Spiegel und Bobby Murphy die Genugtuung ansehen: Mit einem breiten Lächeln im Gesicht läuteten die beiden Gründer von Snapchat den Aktienhandel in New York ein. Sie haben allen Grund zur Freude, der Börsengang des Mutterkonzerns Snap Inc. macht sie zu Multimilliardären. Zumal das Debüt noch besser geriet als zunächst gedacht.

Ausgegeben wurden die am Donnerstag unter dem Kürzel SNAP erstmals an der New York Stock Exchange gehandelten Aktien zu einem Preis von 17 Dollar – und damit sogar über der zuvor abgesteckten Spanne von 14 bis 16 Dollar. Die Anleger rissen sich allerdings um die Papiere der Firma, sodass der Einstandskurs mit 24 Dollar 41 Prozent über dem Ausgabepreis lag.

Snap war damit zum Börsendebüt insgesamt rund 24 Milliarden Dollar wert. Es ist der größte US-Börsengang, seit die chinesische Handelsplattform Alibaba 2014 ihre Aktien in New York platzierte. Trotz des hohen Anlegerinteresses an Snap sehen Analysten jedoch erhebliche Risiken. Die im Börsenprospekt erstmals veröffentlichten Zahlen hatten einige Schwachstellen im Geschäft offengelegt. So stockte das früher rasante Wachstum der Nutzerzahlen Ende des vergangenen Jahres plötzlich. Snapchat hatte demnach im Schlussquartal 2016 im Schnitt rund 158 Millionen User am Tag. Im Vergleich zum dritten Quartal kamen nur noch fünf Millionen Nutzer hinzu.

Der Jahresumsatz sprang zwar von 58,6 auf 404,5 Millionen Dollar hoch, weil das Geschäft mit Werbeanzeigen in Fahrt kam. Die Verluste waren aber weiter deutlich höher. Snap verlor im vergangenen Jahr 514,6 Millionen Dollar, nach einem Fehlbetrag von knapp 373 Millionen Dollar 2015.

Als Snap bei Investoren in London und New York für die Aktie warb, machten laut Medienberichten viele ihren Zweifeln Luft. Am Ende war die Nachfrage bei der Aktie dennoch stark. Snapchat wird als einer der wenigen Plattformen zugetraut, die Dominanz von Facebook bei Online-Netzwerken aufzuweichen.

Snapchat wurde vor allem bei jungen Nutzern populär mit Fotos, die nach dem Ansehen von alleine wieder verschwinden. Inzwischen wird die App auch stärker für Kommunikation genutzt und zu einer Plattform für Medieninhalte ausgebaut. Neben der App produziert Snap auch eine tragbare Kamera, die „Spectacles“ heißt und die Form einer Sonnenbrille hat. Der Konzern bezeichnet sich selbst als „Kamera-Firma“. (dpa)

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