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Flugreisen
15.10.2021

Startschwierigkeiten: Worauf Flugreisende jetzt achten sollten

Passagiere mussten in Berlin zum Teil lange warten.
Foto: Christoph Soeder, dpa

Die Pandemie macht den Flughäfen nach wie vor zu schaffen, wie etwa kürzlich in Berlin. Warum die Situation angespannt ist – und was das für Passagiere bedeutet.

Die Wut ist immer noch groß. „Einer deutschen Hauptstadt unwürdig und peinlich“, schreibt eine Userin auf Twitter. „Gleich wieder abreißen“, ein anderer. Frustrierte Flugreisende schreiben von langen Wartezeiten an Schaltern, leeren Gepäckausgaben und verpassten Flügen, die Tausende am vergangenen Wochenende am Berliner Flughafen (BER) erlebten.

Alles nur Konstruktionsfehler im erst vor einem Jahr eröffneten BER? Erfahrungen anderer Flughäfen lassen darauf schließen, dass die ganze Branche mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat – und Passagiere derzeit überall mit längeren Wartezeiten rechnen müssen. Vor allem der Personalmangel macht den Betrieben zu schaffen.

Deutsche Flughäfen verzeichnen steigende Passagierzahlen

Eigentlich sieht es so aus, als verbessere sich die Situation der Flugbranche. Nahezu alle deutschen Flughäfen verzeichnen steigende Passagierzahlen, im Vergleich zum Vorjahr haben sie sich bei vielen verdoppelt. Ein Sprecher des Münchner Flughafens spricht von einem klaren Aufwärtstrend.

Ganz von der Pandemie erholt haben sich die Zahlen nicht: Das Passagieraufkommen im September 2021 entspreche nur 40 Prozent des Aufkommens von vor zwei Jahren, vor der Pandemie. Fluggäste müssten durch aufwendigere Check-ins mehr Zeit einplanen, ja – aber Störungen oder Engpässe gebe es in München nicht.

Auswirkungen der Pandemie: Die Flughäfen haben mit Personalmangel zu kämpfen

In Berlin und anderen Bundesländern begannen am Freitag vor einer Woche die Herbstferien – aber das ist nur ein Grund für die Verzögerungen. Immerhin sollte der Berliner Flughafen für ganz andere Anstürme gewappnet sein: Die Passagierzahlen bewegen sich noch weit unter dem Niveau von vor der Pandemie. Aus Kostengründen ist nur der Hauptterminal T1 geöffnet, eine Öffnung des im vergangenen Jahr fertiggestellten Terminals T2 ist erst ab einem dauerhaften Andrang von täglich mindestens 70.000 Passagieren vorgesehen.

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Am vergangenen Wochenende empfahl Lufthansa ihren Kundinnen und Kunden in Berlin wegen erhöhten Passagieraufkommens zwischenzeitlich, vier Stunden vor Abflug am BER zu sein. Nach dem Chaos flogen Schuldzuweisungen: Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg machte Personalengpässe verantwortlich, die Lufthansa fehlende Abfertigungskapazitäten und aufwendigere Check-ins durch die Pandemie. Reagiert werde auf beides, sodass sich ein derartiges Wartechaos nicht wiederholt. Die Fluggesellschaft wolle auf die Ereignisse reagieren und ihre Kapazitäten aufstocken, sagt eine Sprecherin. Anstatt zwölf Schalter sollen künftig 18 bei höherem Andrang zur Verfügung stehen.

Im Frühjahr herrschte noch weitgehend Leere im Flughafen München. Mittlerweile gibt es einen Aufwärtstrend, die Passagierzahlen steigen.
Foto: Marcus Merk

Der Berliner Flughafen kündigt an, eine zusätzliche „Eingreiftruppe“ aus rund 40 Arbeitskräften einzusetzen, die bei Bedarf Passagieren im Terminal helfe und die Gepäckabfertigung unterstütze. Am Freitag erwartet der BER wieder einen großen Ansturm. Mit 70.000 Passagieren könnte für die bisherigen Herbstferien ein Rekord erreicht werden.

Auch am Frankfurter Flughafen fehlt Personal und es kommt zu Verzögerungen

Auch am Frankfurter Flughafen ist man auf der Suche nach Lösungen. Der Betrieb laufe zu einem Großteil reibungslos ab. Aber es komme zu Verzögerungen und punktuell längeren Wartezeiten, wie ein Sprecher sagt. „ Die Lage ist nach wie vor hochdynamisch.“ Die Verkehrsstrukturen hätten sich verändert, Flüge würden oftmals sehr kurzfristig geplant. Zu manchen Zeiten, wie etwa den Herbstferien, käme es zu extremen Anstürmen von Fluggästen, die zahlenmäßig an das Niveau von vor Corona heranreichten. „Das bindet viel Personal.“

Die Flughäfen haben mit Schwierigkeiten zu kämpfen, es fehlt Personal.
Foto: Steve Parsons, dpa

Durch die Pandemie war der Flugverkehr teilweise auf bis zu zehn Prozent heruntergefahren worden. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verließen die Branche. Auch am Frankfurter Flughafen fehlen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, an einigen Stellen sogar extrem: Gerade für den operativen Bereich suche man nach neuem Personal. Um die Engpässe auszugleichen, würden Beschäftigte Zusatzschichten übernehmen und Angestellte anderer Bereiche einspringen. Trotz der Schwierigkeiten rechne der Sprecher am Flughafen Frankfurt nicht mit mehrstündigen Verzögerungen wie in Berlin.

„Wir sind allerdings auch auf die Unterstützung der Reisenden angewiesen“, sagt der Sprecher. Die Kontrollen der zusätzlichen Reisedokumente seien sehr viel aufwendiger als vor der Corona-Pandemie. Fluggäste sollten sich im Voraus gut informieren und genügend Zeit einplanen. (mit dpa)

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15.10.2021

Berlin Airport Chaos- was zu erwarten war. Unfähigkeit beim Bau, Unfähigkeit beim Betrieb. Freigestellte Mitarbeiter kommen nicht mehr zurück und haben die Branche gewechselt vergleichbar mit der Gastronomie. Quasi über ein Jahr Stillstand; da sind die Leute gezwungen sich nach Alternativen umzuschauen. Nur das Berliner Airport Management ist wahrscheinlich auch mit "verdienten" Polit Funktionären durchsetzt- da muss jetzt sicherlich jetzt erst Mal ein Ausschuss gebildet werden und ausgiebig beraten werden. Rot-Rot- Grün als Markenzeichen- DDR 2 läßt grüßen.

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