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03.06.2009

GM hat chinesischen Käufer für Hummer

GM hat chinesischen Käufer für Hummer
Bild: DPA

New York (dpa) - Der insolvente US-Autobauer General Motors (GM) verkauft seine Geländewagenmarke Hummer an einen chinesischen Spezialmaschinen-Hersteller.

Die Sichuan Tengzhong Heavy Industrial Machinery Co werde den Hauptstandort von Hummer in den USA belassen, gab GM bekannt. Die bisherige Opel-Mutter will unterdessen auch nach der zur Sanierung geplanten Schrumpfkur an ihren Töchtern in den Wachstumsmärkten Asien und Lateinamerika festhalten.

Die Konzernchefs von GM und dem ebenfalls im Insolvenzverfahren steckenden Wettbewerber Chrysler sollten am Mittwoch im US-Senat ihre Kürzungspläne bei den Autohändlern verteidigen. Beide Hersteller wollen insgesamt Tausende von Filialen dichtmachen. Mehr als 100 000 Jobs sind davon laut Branchenschätzungen betroffen.

GM hatte zu Wochenbeginn als letzte Überlebenschance Insolvenz angemeldet. Der Konzern soll unter Gläubigerschutz gesundgeschrumpft und weitgehend verstaatlicht werden. Die US-Regierung pumpt weitere rund 30 Milliarden Dollar in den einst weltgrößten Autohersteller. Die Finanzspritzen steigen so auf insgesamt etwa 50 Milliarden Dollar.

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Der zweitgrößte US-Autobauer Ford reagiert zunehmend kritisch auf die Staatshilfen. Der Wettbewerb mit einem mehrheitlich dem Staat gehörenden Konkurrenten wecke Bedenken, sagte ein Ford-Sprecher erst kürzlich. Bislang will der Konzern aber trotz eigener Milliardenverluste ohne Regierungsgelder auskommen.

Bei den Kunden sah sich Ford angesichts der Insolvenzen der Rivalen zuletzt im Vorteil: Bei GM brach der Absatz im Mai nach neuesten Zahlen erneut um fast 30 Prozent ein, bei Chrysler sogar um knapp die Hälfte. Fords Rückgang war mit knapp einem Viertel deutlich geringer.

Der Hummer-Verkauf war von GM seit langem geplant. Der Konzern will sich zur Sanierung von einer Reihe von Marken trennen, darunter auch die schwedische Tochter Saab. Einen Preis für Hummer nannte GM zunächst nicht. Die finanziellen Details würden noch verhandelt.

Der Käufer Tengzhong werde sowohl die Rechte an der Marke als auch die bestehenden Händler-Beziehungen übernehmen, teilte GM mit. Zudem sei eine langfristige Produktionsvereinbarung angedacht. So würden in den USA 3000 Stellen gerettet, auch das Management bleibe. Der Verkauf soll bis zum Ende des dritten Quartals abgeschlossen sein. Noch stehe die Genehmigung der chinesischen Behörden aus.

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