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Jobabbau

14.06.2018

Gerry Weber kommt nicht aus der Krise

Damenmode des Damenmoden-Spezialisten Gerry Werber hängt auf Kleiderbügeln bei einer Bilanz-Pressekonferenz von Gerry Weber.
Bild:  Horst Ossinger (dpa)

Die seit Jahren erhoffte Trendwende beim westfälischen Modekonzern lässt weiter auf sich warten. Vorstandschef Ralf Weber plant deshalb einen weiteren Stellenabbau.

Der Modekonzern Gerry Weber kommt nicht aus der Krise. Das westfälische Textilunternehmen kämpft weiter mit Umsatzrückgängen und rechnet auch in diesem Jahr unter dem Strich mit roten Zahlen.

Vorstandschef Ralf Weber kündigte deshalb den sozialverträglichen Abbau von bis zu 150 Vollzeitstellen in der Zentrale und der Logistik des westfälischen Textilunternehmens an. Zuvor hatte das Unternehmen bereits hunderte von Stellen in seinen Verkaufsgeschäften abgebaut.

Neben dem Stellenabbau musste Weber auch einen kräfigen Einbruch des Nettogewinns um 94 Prozent auf nur noch 0,1 Millionen Euro bekanntgeben. An der Börse büßte die Gerry-Weber-Aktie nach der Gewinnwarnung zeitweise mehr als 11 Prozent an Wert ein, machte dann aber zumindest einen Teil der Verluste wieder wett.

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Gerry Weber befinde sich in einer anhaltend schwierigen Phase, räumte Firmenchef Weber ein. Angesichts des veränderten Modemarktes könne das Unternehmen nicht weitermachen wie bisher.

Bereits am Mittwochabend hatte der Konzern überraschend seine Umsatz- und Gewinnerwartung für das laufende Geschäftsjahr 2017/2018 gesenkt. Beim operativen Ergebnis rechnet das Unternehmen nun bestenfalls noch mit einer Null; aber auch ein Verlust von bis zu 10 Millionen Euro sei möglich. Unter dem Strich werde das Ergebnis noch etwas schlechter ausfallen, hieß es in Halle.

Das westfälische Modeimperium, zu dem auch die Marken Hallhuber, Taifun und Samoon gehören, kämpft seit Jahren mit Umsatzrückgängen. Abhilfe sollte zuletzt das Restrukturierungsprogramm FIT4GROWTH bringen. Doch auch in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2017/18 sank der Umsatz erneut um 5,4 Prozent auf knapp 405 Millionen Euro.

Die Konzernspitze will deshalb nun mit einem weiteren Maßnahmenpaket gegensteuern. Firmenchef Weber will das Unternehmen verschlanken und stärker digitalisieren. Es soll dadurch in die Lage versetzt werden, schneller auf kurzfristige Entwicklungen und modische Trends zu reagieren. In die Konzeption der Kollektionen sollen außerdem künftig verstärkt Marktforschungsergebnisse einfließen. Auch das Marketing soll verstärkt werden.

Das führt in diesem Jahr zu Sonderbelastungen von rund 15 Millionen Euro. Doch hofft Weber, auf diesem Weg die Umsätze in den nächsten drei bis fünf Jahren deutlich steigern und die Kosten erheblich senken zu können. (dpa)

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