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Pfizer kann nicht so viel Impfstoff liefern wie zugesagt
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Corona-Pandemie

13.01.2021

Gibt es bald auch einen Corona-Impfstoff für Kinder ab 12 Jahren?

Die Impfstoff-Hersteller haben die Strategie der EU gelobt und genügend Vakzine für alle versprochen.
Bild: Boris Roessler, dpa

Die Chefs der großen Impfstoff-Hersteller versprechen bei einem Gipfeltreffen genügend Vakzine für alle: "2021 ist das Jahr der Hoffnung."

„Bitte haben Sie etwas Geduld: Genügend Impfstoff kommt.“ Es war so etwas wie ein kleiner Höhepunkt, als sich Albert Bourla, Chef des US-Pharmakonzerns Pfizer, an diesem Mittwochnachmittag direkt an die europäischen Bürger wandte. „Es gibt Licht am Ende des Tunnels.“ Bourla und etliche weitere Vorstandsvorsitzende der großen Impfstoff-Hersteller hatten sich im Rahmen einer großen Konferenz der christdemokratischen Europäischen Volkspartei (EVP) virtuell zusammengefunden, um eine lang ersehnte Botschaft zu verkünden: „2021 ist das Jahr der Hoffnung.“

Tatsächlich laufen hinter den Kulissen offenbar längst die Vorbereitungen, um nicht nur die EU-Staaten, sondern die ganze Welt mit geeigneten Vakzinen gegen das Coronavirus und seine Mutationen zu versorgen. „Wir werden in diesem Jahr bis zu zwei Milliarden Dosen unseres Präparates produzieren“, kündigte der Pfizer-Chef an, der zusammen mit dem deutschen Biontech-Konzern als Erster auf dem Markt war. Bis zum zweiten Quartal sollen 75 Millionen Ampullen an die 27 EU-Staaten verteilt werden. „Wir entwickeln gleichzeitig weiter, was wir bisher haben.“

Schon in den nächsten Monaten könnten Corona-Impfstoffe ab 12 Jahren zugelassen werden

Inzwischen ist bereits von einem Impfstoff für Kinder die Rede. Bisher sind die meisten Produkte ab 16 Jahren zugelassen. Schon in den nächsten Monaten könnten Impfstoffe ab zwölf Jahren zugelassen werden. Gleichzeitig, so Bourla, arbeite man an geeigneten Produkten für Menschen beispielsweise mit Allergien, für die die bisher verfügbaren Impfungen nicht geeignet sind.

 

Damit nicht genug. Der Geschäftsführer des zweiten deutschen Unternehmens CureVac, Franz-Werner Haas, kündigte an, dass das Unternehmen mit seinem Produkt gerade die dritte Testphase durchlaufe. Sollte man auf unerwartete Probleme stoßen, will der Konzern im Frühling seine Produktion umstellen und stattdessen den Biontech-Impfstoff herstellen. „Wir brauchen eine schnelle Reaktion“, sagte Haas, „und wir werden alles dafür tun.“

Biontech-Chef Ugur Sahin: "Internationale Kooperation ist beispielhaft gewesen"

Gleichzeitig lobte er die Impf-strategie der EU. Für die Entwicklung und Zulassung war es ein „immenser Vorteil“ gewesen, dass Europa sich auf gemeinsame Grundsätze und Kriterien verständigt habe. „Es ist ein großartiger Erfolg, dass die bisher genehmigten Impfstoffe die strengen Auflagen der EU so schnell geschafft haben und mit dieser einen Entscheidung in 27 Mitgliedstaaten eingesetzt werden können.“ Diese „Rahmenbedingungen, die ein schnelles Vorgehen möglich machten“, seien genau das, was die Unternehmen von der Politik erwartet hätten. Die „internationale Kooperation ist beispielhaft gewesen“, betonte auch Biontech-Chef Ugur Sahin. Gegen die vorherrschende Skepsis angesichts des neuen mRNA-Impfstoffes verwies er auf die fast 20-jährige Erfahrung und Forschungsarbeit mit diesen neuen Medikamenten, auf denen man nun auch für andere Krankheitsbilder wie zum Beispiel Krebs aufbauen könne.

 

Trotzdem blieben auch bei diesem „Gipfeltreffen der Chefs“ etliche Fragen, die weiter ungeklärt sind. Frühestens im Februar könne man sagen, wie lange die derzeitigen Impfstoffe schützen, ob es in bestimmten Abständen weiterer Impfungen bedarf und vor allem, ob bereits Geimpfte das Coronavirus trotzdem noch weitergeben können.

Der Mitgründer und Vorstandsvorsitzender des Unternehmens Biontech, Ugur Sahin.
Bild: Andreas Arnold/dpa

Und auch diese Sorge bleibt: Wie sollen die Vakzine in den Ländern verteilt und zu den Menschen gebracht werden, die nicht zu den finanziell Starken gehören und sich teure Präparate nicht leisten können? EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides verwies darauf, dass die Gemeinschaft mit Absicht deutlich mehr Ampullen bestellt habe, um diese dann auch an Nicht-EU-Staaten in den weniger entwickelten Regionen weiterzugeben. Noch sei unklar, wann dort die Impfungen beginnen können. Allen Schwüren zum Trotz, es dürfe nicht zu einem Impf-Nationalismus kommen, wollte sich am Mittwoch niemand festlegen, ab wann nicht nur die Bevölkerung der Industriestaaten, sondern auch die Menschen in den Ländern der Dritten Welt gegen das Virus geschützt werden können.

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