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Buchhandel

10.01.2019

Großfusion: Thalia und Mayersche gehen zusammen

Deutschlands größte Buchhandelskette Thalia und die Mayersche Buchhandlung - die Nummer vier auf dem Markt - schließen sich zusammen.
Bild: Rolf Vennenbernd, dpa

Deutschlands größte Buchhandels-Kette und die Nummer vier im Markt fusionieren. Das soll nicht zuletzt die Schlagkraft gegen den Internetrivalen Amazon vergrößern.

Die Bedrohung durch den US-Internetgiganten Amazon bringt Bewegung in den deutschen Büchermarkt: Zwei der größten deutschen Buchhandelsketten haben am Donnerstag überraschend ihren Zusammenschluss angekündigt. Durch die Fusion des Marktführers Thalia mit der Nummer vier - der Mayerschen Buchhandlung - entstehe "der bedeutendste familiengeführte Sortimentsbuchhändler in Europa", teilten die Unternehmen mit.

Das neue Unternehmen wird nicht nur über rund 350 Buchhandlungen im deutschsprachigen Raum, sowie über mehrere Online-Shops verfügen. Über den Shop-in-Shop-Anbieter Best-of-Books vertreibt die Mayersche Buchhandlung auch Bücher in über 1000 SB-Warenhäusern, Verbrauchermärkten, Supermärkten und Drogerien.

Der Thalia-Mehrheitsgesellschafter Manuel Herder betonte, der Zusammenschluss sei "ein Zeichen des Aufbruchs gegen die Marktmacht globaler Online-Händler und für die innerstädtische Lesekultur". Der Inhaber de Mayerschen Buchhandlung Hartmut Falter betonte: "Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, weil wir uns strategisch auf die Zukunft einstellen wollen".

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Thalia und Mayersche fusionieren: Allianz gegen Online-Riese Amazon

Der traditionelle Buchhandel in Deutschland sieht sich derzeit gleich mit zwei großen Herausforderungen konfrontiert. Zum einen macht der US-Internetgigant Amazon den stationären Händlern die Umsätze streitig. Seit Jahren schon verkauft niemand in Deutschland mehr Bücher als der Onlineriese.

Doch ist dies nicht das einzige Problem. Denn es werden auch noch weniger Bücher gelesen als früher. Allein in den vergangenen fünf Jahren verlor die Branche nach Daten des Börsenvereins des Buchhandels rund 6,4 Millionen Kunden. Die Zahl der verkauften Bücher ging in den vergangenen zehn Jahren um 37 Millionen auf 367 Millionen zurück.

Angesichts der veränderten Rahmenbedingungen im Buchhandel seien Allianzen notwendig, betonte Thalia-Chef Michael Busch. Sonst werde der klassische Buchhandel im Wettbewerb mit internationalen Online-Anbietern den Kürzeren ziehen. Der Zusammenschluss von Thalia und der Mayerschen sei hier ein richtiger Schritt, weil beide Unternehmen geradezu ideal ergänzten. Thalia habe mehr Erfahrung im Thema Online-Handel, die Mayersche habe mehr Know-how bei der Abrundung der Angebotspalette mit neue Produkte wie Spielzeug und im Shop-in-Shop-Geschäft.

Thalia-Chef Busch signalisierte gleichzeitig die Bereitschaft zu weiteren Bündnissen im deutschen Buchhandel. "Wir sind offen für jegliche Form der Zusammenarbeit."

Keine Filiale soll wegen der Fusion von Thalia und Mayersche geschlossen werden

Ob die Marke "Mayersche Buchhandlung" auf Dauer erhalten bleibt, darüber ist den Angaben der Beteiligten zufolge noch nicht endgültig entschieden. Doch soll Busch zufolge keine einzige Buchhandlung infolge der Fusion geschossen werden. Das Filialnetz ergänze sich sehr gut. Auch einen Stellenabbau solle es wohl nicht geben. "Bei einem Personalabbau besteht die Gefahr, Kompetenzen zu verlieren. Das Risiko wollen wir nicht eingehen", sagte Busch.

Der neue deutsche Buchriese will auch in Zukunft weiter wachsen und sein Filialnetz weiter verdichten - durch die Übernahme bestehender Buchhandlungen, aber auch durch Neueröffnungen. Auch im Internetzeitalter sei die Präsenz vor Ort wichtig, sagte Busch. "Wenn wir einen Buchladen in einer Region eröffnen, wo wir bisher nicht stationär vertreten waren, steigt dort auch der Online-Umsatz", sagte Busch.

Bei dem Zusammenschluss wird der Thalia-Gesellschafterkreis, bestehend aus den Familien Herder, Kreke, Busch und Göritz um die Familie Falter erweitert, der die Mayersche Buchhandlung gehört. Mehrheitsgesellschafter bleibt aber weiter die Familie Herder. Der Zusammenschluss muss noch vom Bundeskartellamt genehmigt werden. (dpa)

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