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Gründerszene
31.12.2016

Bayerns Start-ups zuversichtlich: Interesse bei Investoren wächst

Ist die Lage im Arbeitsmart gut, gibt es auch weniger Start-Ups. Das ist ein Grund, wieso die Szene in Deutschland auch noch in den Kinderschuhen steckt.
Foto: Oliver Berg (dpa-Symbol)

Das Umfeld für junge Start-Ups in Bayern bessert sich. Insgesamt ist aber noch kein Gründer-Boom in Deutschland Sicht. Das hat mit den guten Bedingungen im Arbeitsmarkt zu tun.

Die bayerische Gründerszene geht zuversichtlich ins neue Jahr. Deutlich mehr Investoren als früher hätten sich 2016 als sogenannte Business Angels bei Start-up-Unternehmen engagiert, sagte Carsten Rudolph, Geschäftsführer des Netzwerks Baystartup, in München. Zugleich sei die Rekordsumme von 68,2 Millionen Euro Kapital an junge und wachstumsträchtige Unternehmen vermittelt worden. Weiteren Schub verspricht sich Rudolph durch das neue Förderprogramm "Invest 2.0" des Bundes, das zum Jahresbeginn startet. Baystartup ist eine vom bayerischen Wirtschaftsministerium und der Wirtschaft geförderte Institution für Gründung, Finanzierung und Wachstum in Bayern

Auch nach Einschätzung des Bonner Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) könnte die fortschreitende Digitalisierung für frischen Wind bei Unternehmensgründungen in Deutschland sorgen. Große Konzerne mit ihren Start-up-Einheiten und Inkubatoren machten vor, wie die Zusammenarbeit mit jungen und innovativen Firmen funktionieren könne, sagte IfM-Präsidentin Friederike Welter der Deutschen Presse-Agentur. Auch der Mittelstand sollte solche Kooperationen eingehen, um zu profitieren. "Die Start-ups von heute sind der Mittelstand von morgen."

Je besser der Arbeitsmarkt, desto weniger Start-Ups

Kurzfristig ist nach Welters Einschätzung allerdings noch keine Trendwende im gesamten Gründungsgeschehen in Deutschland in Sicht: Nach 388 000 gewerblichen Existenzgründungen 2015 rechnet sie auch für 2016 und 2017 mit weiter rückläufigen Zahlen - auch wenn sich seit Jahren mehr Freiberufler selbstständig machten. Die allgemeinen Daten bilden allerdings keinen Trend für Start-ups ab, da es sich hier speziell um wachstumsträchtige Unternehmen in zumeist innovativen Branchen handelt.

Als einer der Hauptgründe für die Gründerflaute gilt die seit Jahren anhaltend gute Lage am Arbeitsmarkt mit einer großen Nachfrage nach hoch qualifizierten Fachkräften: Vor allem Hochschulabsolventen aus ingenieurwissenschaftlichen Fächern seien "sehr schnell weg vom Markt" und brauchen sich erst gar nicht nach beruflichen Alternativen zur Festanstellung umzusehen. "Trotzdem gibt es noch immer Leute, die sich nicht von einer Gründung abbringen lassen", sagte Welter.

Große Chancen für Gründer sieht sie etwa im Bereich Pflege und Gesundheit. "Da steckt für mich noch viel mehr Musik drin", sagt die Professorin, die auch Vorsitzende des Sachverständigenbeirats des Förderprogramms Exist zur Verbesserung des Gründungsklimas an Hochschulen und Forschungseinrichtungen ist.

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In München etabliert sich eine Szene

Dass Deutschland in Sachen Gründerklima häufig schlechter wegkommt als etwa die USA hält Welter nicht für gerechtfertigt. "Gerade junge Gründer sagen derzeit: Das europäische Umfeld ist viel interessanter als das Silicon Valley." In einigen größeren Städten, allen voran in Berlin, aber auch in München, Leipzig und Dresden, etabliere sich eine lebendige Szene.

Wichtiger als rasantes Wachstum einzelner Start-ups findet Welter dabei, dass die Unternehmen mit einem nachhaltigen Geschäftsmodell an den Start gehen. "Betriebswirtschaftlich entstehen die meisten Krisen bei Hyperwachstum." Deshalb sollten junge Unternehmer neben einer guten Geschäftsidee und Risikobereitschaft auch Durchhaltevermögen mitbringen, um auch Durststrecken überstehen zu können. dpa/lby

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