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Aufbruchstimmung

19.03.2009

Händler zu Starthilfe für Opel bereit

Aufbruchstimmung bei Opel: Während die Bundesregierung mit Staatshilfen noch zögert, machen die deutschen Händler bereits Nägel mit Köpfen. Von Josef Karg

Von Josef Karg

Augsburg - Aufbruchstimmung bei Opel: Während die Bundesregierung mit Staatshilfen noch zögert, machen die deutschen Händler bereits Nägel mit Köpfen. Sie planen einen dreistelligen Millionenbetrag zur Rettung der General-Motors-Tochter beizusteuern. Dies wurde am Donnerstag bei einem Treffen in Darmstadt einstimmig beschlossen.

Europas größter Opel-Händler, Albert Still senior (Augsburg), erklärte hinterher gegenüber unserer Zeitung: "Ich bin optimistisch." So könne die Marke mit dem Blitz finanziell wieder aufgeladen werden.

Zur Umsetzung des Plans müssen die Händler an einer künftigen, noch zu gründenden Adam-Opel-AG beteiligt werden. Mit der Entscheidung würden die deutschen Autohäuser den Weg für die geplante Beteiligung aller europäischen Opel-Händler ebnen, so Still. Diese wollen sich für 400 Millionen Euro mit zehn bis zwanzig Prozent an dem Rüsselsheimer Autobauer beteiligen. Gemeinsam mit den Beschäftigten, die ebenfalls eine Beteiligung an Opel ins Auge fassen, ist eine Sperrminorität von gut 25 Prozent geplant.

Händler zu Starthilfe für Opel bereit

Finanzieren wollen die Opel-Vertriebspartner laut Still ihren Einstieg aus den laufenden Autoverkäufen. Von jedem verkauften Neuwagen sollen die Händler drei Jahre lang 150 Euro an einen Fonds abführen, der von der europäischen Opel-Händler-Vereinigung Euroda verwaltet wird. Der Fonds beteiligt sich dann wiederum an Opel.

Die endgültige Entscheidung über den Einstieg soll am 15. Mai in Wien fallen. Dann befindet der Verband Euroda über das Vorgehen des Vertriebs. Bis dahin ist damit zu rechnen, dass sich die Händler auch in anderen Opel-Ländern für einen Einstieg aussprächen. "Intern ist für uns der 5. Mai D-Day, dann müssen die Konzepte stehen", sagte Still. Allein in Deutschland gibt es 2000 Opel-Standorte, in denen rund 35 000 Menschen beschäftigt sind. Europaweit sind es 4000 Händler mit 120 000 Arbeitsplätzen.

Verschiedene Befürchtungen bezüglich einer Trennung Opels von der Muttergesellschaft sind mittlerweile vom Tisch. So ist Still zufolge geklärt, wie mit den Patenten für Opel-Fahrzeuge umgegangen wird, die von General Motors an das US-Finanzministerium verpfändet worden sind. Auch bei einer neuen Gesellschaft seien die Rechte für die aktuelle Fahrzeug-Generation gesichert. Fünf Prozent pro Auto müssten als Gebühr in die USA überwiesen werden. Dies ist nach Einschätzung des Augsburger Autohändlers kein überzogener Satz. "Das ist billiger als eine totale Eigenentwicklung", so Still.

Wichtige Fragen zur Zukunft Opels sind also mittlerweile geklärt. IG Metall-Chef Berthold Huber forderte nun rasche Entscheidungen zur Rettung des Autobauers. "Wir haben wahrscheinlich nicht mehr so viel Zeit, um die Arbeitsplätze bei Opel zu sichern." Wenn die Regierung die Zukunft von Opel wirklich sichern wolle, müsse sie zumindest erkennen lassen, ob sie bereit sei, "einen Schutzschirm für Opel in Form einer direkten Beteiligung oder in Form von Bürgschaften abzugeben". Überdies sind mittlerweile auch private Investoren im Gespräch. Europaweit hat der Autobauer 3,3 Milliarden Euro staatliche Hilfen beantragt.

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