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Warten auf eine US-Liste

14.06.2018

Handelsstreit: China erneuert Warnung an Washington

Containerschiff in China: Das Weiße Haus hat angekündigt, eine Liste mit chinesischen Waren im Umfang von 50 Milliarden Dollar (43 Milliarden Euro) vorlegen zu wollen, auf die Zölle von 25 Prozent erhoben werden sollen.
Bild: CHINATOPIX/AP (dpa)

Die Uhr tickt: US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, am Freitag Strafzölle gegen China vorlegen zu wollen. Aus Peking kommt kurz davor eine letzte energische Drohung.

Einen Tag vor der möglichen Bekanntgabe neuer Strafzölle durch das Weiße Haus hat China die USA abermals gewarnt.

Etwaige Wirtschafts- und Handelsabkommen, über die beide Regierungen verhandelt haben, würden nicht zustandekommen, wenn die USA Strafzölle verhängten, sagte Geng Shuang, Sprecher des Pekinger Außenministeriums.

Die drohenden Zölle waren am gleichen Tag auch Thema bei einem Treffen zwischen US-Außenminister Mike Pompeo und seinem chinesischen Kollegen Wang Yi. Pompeo erklärte, dass das Handelsdefizit der USA gegenüber China noch immer zu hoch sei. Wang Yi äußerte gleichwohl die Hoffnung, dass Washington "nicht weitere Hindernisse schafft". 

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Obwohl beide Regierungen zunächst vielversprechende Gespräche geführt hatten, hatte das Weiße Haus Ende Mai überraschend angekündigt, am Freitag (15. Juni) doch eine Liste mit chinesischen Waren im Umfang von 50 Milliarden Dollar (43 Milliarden Euro) vorlegen zu wollen, auf die Zölle von 25 Prozent erhoben werden sollen. 

China hatte diesen Schritt scharf kritisiert: Man habe "keine Angst davor, einen Handelskrieg zu führen", hieß es. Schon zuvor hatte Peking angekündigt, auf Zölle der USA mit Strafen im gleichen Umfang reagieren zu wollen. 

Derweil wurden Warnungen laut, dass mögliche US-Strafzölle gegen chinesische Produkte auch die deutsche Wirtschaft empfindlich treffen könnten. "Unsere Unternehmen haben viele Niederlassungen und Engagements in beiden Ländern", sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie-und Handelskammertags, Volker Treier, in Berlin. Deutsche Unternehmen liefen Gefahr "in die Mühlen des Handelsstreits" zu geraten und so doppelt zu verlieren.

Während die Waren deutscher Produzenten in den USA mit Zöllen belegt würden, wären von Deutschen in den USA produzierte Waren in China von sogenannten Retorsionszöllen betroffen, die China einführen könnte, um drohende Verluste auszugleichen. Europa müsse nun gemeinsam für offene Märkte eintreten, forderte Treier. Jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland sei von internationalen Geschäften abhängig.

US-Präsident Donald Trump kritisiert seit langem das Handelsdefizit der USA mit China und will es deutlich reduzieren. Allein im vergangenen Jahr exportierte die Volksrepublik für 375 Milliarden Dollar (303,3 Milliarden Euro) mehr Waren in die USA, als es von dort einführte. Zudem will Trump Pekings staatlicher Unterstützung für eigene Technologie-Firmen und dem angeblichen Diebstahl geistigen Eigentums einen Riegel vorschieben. (dpa)

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