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Cum-Ex

14.06.2017

Heikle Geschäfte

Peter Schöffel

Wie der Schwabmünchner Unternehmer Peter Schöffel um viel Geld gebracht wurde

Das Angebot klang äußerst lukrativ: gute Konditionen und eine hohe Rendite, zum Teil bis zu zwölf Prozent. Mit diesen Argumenten überzeugten die Schweizer Bank Sarasin und andere Geldhäuser jahrelang gut betuchte Anleger, ihre Millionen in Fonds der Luxemburger Gesellschaft Sheridan zu stecken. Die stellten sich aber im Nachhinein als unseriös heraus, denn die Fonds konnten nur so viel Geld abwerfen, weil sie mit sogenannten Cum-Ex-Geschäften den Fiskus austricksten. Der deutsche Staat hat dabei, vereinfacht gesagt, über Jahre Steuern zurückerstattet, die nie bezahlt wurden. 2012 schob er den Geschäften einen Riegel vor. Wie Die Zeit berechnet hat, sind dem Fiskus durch Cum-Ex mindestens 7,2 Milliarden Euro entgangen.

Viele Anleger, die ihr Geld in die Fonds gesteckt haben, sind keine Unbekannten. Drogeriekönig Erwin Müller gehörte demnach dazu, der Schlachthofbetreiber Clemens Tönnies – und auch Peter Schöffel, Chef des gleichnamigen Schwabmünchner Bekleidungs-Herstellers. Ein Schöffel-Sprecher bestätigte das private Investment gegenüber unserer Zeitung. Er betonte aber, dass dem Unternehmer nicht bekannt gewesen sei, dass es sich um Cum-Ex-Geschäfte gehandelt habe. Schöffel habe 2011 „auf persönliche Empfehlung eines Senior-Investmentberaters einer großen deutschen Geschäftsbank, den er seit Jahren kannte, in einen offiziell in Deutschland zugelassenen Fonds investiert“. Bis heute habe er sein Geld nicht zurückerhalten. „Er muss davon ausgehen, dass das Investment verloren und er Geschädigter und Betrogener in diesem Geschäft ist.“

Ähnlich hatte zuletzt auch Erwin Müller argumentiert, der die Sarasin Bank vor dem Ulmer Landgericht auf Schadenersatz verklagt hatte – und Recht bekam. Das Geldhaus muss dem Drogerie-Chef 45 Millionen Euro zahlen. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Müller Opfer einer fehlerhaften Kapitalberatung geworden war. schsa

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